Heißes Duell in der Fußball Oberliga
: TSG Balingen und FC Holzhausen kreuzen die Klingen

Unter Flutlicht treffen die beiden guten alten Bekannten am Freitagabend (19 Uhr) aufeinander. Im Vorfeld haben wir mit Rainer Huss gesprochen. Er kennt beide Vereine aus dem Effeff.
Von
Marcel Schlegel
Balingen
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Rainer Huss, TSG Balingen

Rainer Huss war bei der TSG Balingen tätig, ist jetzt beim FC Holzhausen.

Kara
  • Flutlichtduell am Freitagabend um 19 Uhr: TSG Balingen empfängt den FC Holzhausen.
  • Rückkehrer Rainer Huss war lange bei Balingen und ist jetzt Sportlicher Leiter in Holzhausen.
  • Huss’ Verhältnis zur TSG ist respektvoll, er betont viele gute Jahre und Kontakte.
  • Holzhausen steht als Aufsteiger mit 14 Punkten auf Platz 9, Balingen hat 12 Punkte und Platz 12.
  • Ziel des FCH ist der Klassenerhalt – drei Punkte in Balingen wären ein Schritt dahin.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In der Bizerba-Arena kennt Rainer Huss jede Ecke, vom Rasen des Balinger Stadions jeden Grashalm. Und auch unter vielen Funktionären und den meisten Ehrenamtlichen der TSG Balingen ist Huss noch immer bestens bekannt. Gut acht Jahre lang hatte der Dietinger schließlich bei der TSG verbracht, beim damaligen Viertligisten als Teammanager und Co-Trainer fungiert und zwei Regionalliga-Aufstiege gefeiert.

Am Freitagabend kehrt Huss nun zurück an seine alte Wirkungsstätte. Diesmal wird der 60-Jährige jedoch auf der anderen Seite Platz nehmen: auf der Bank des FC Holzhausen, der es im Balinger Rund ab 19 Uhr mit dem Oberliga-Lokalrivalen aufzunehmen hat.

In Balingen viel gelernt

Im Vorjahr ist Huss zum FCH gewechselt, wo er als Sportlicher Leiter und Sport-Vorstand unter anderem die Verantwortung für die Kaderzusammenstellung trägt. Eben diese wegweisende Aufgabe sei ihm bei der TSG nie vergönnt gewesen, daher auch zunächst der Absprung aus Balingen und später das Engagement im Sulzer Teilort.

Groll gegenüber den Balingern hege er deswegen jedoch keineswegs, ganz im Gegenteil. „Ich habe noch viele Freunde und Bekannte in Balingen, diese Kontakte werden auch weiterhin gepflegt.“ Auch zum Verein sei das Verhältnis „völlig okay, von Respekt geprägt“, sagt er. „Wenn man gemeinsam die erfolgreichste Zeit in der Vereinsgeschichte erlebt hat, bleiben nur unzählige positive Geschichten hängen“, so Huss vor dem Flutlicht-Derby am Rande der Eyach.

Manager beim FCH

„Ich habe die Arbeit bei der TSG stets mit viel Freude und auch Erfolg ausgeübt und konnte mich in Balingen weiterentwickeln.“ Um allerdings „den nächsten Schritt gehen“ und nochmals eine „neue Herausforderung angehen zu können“, habe ihm der „Manager-Job“ in seiner fussballerischen Vita noch gefehlt. „Und diese Aufgabe konnte oder wollte die TSG mir nicht bieten. Dennoch bin ich den Balingern sehr dankbar.“

Beim FCH kümmert sich Huss nicht nur um die Zusammenstellung der Mannschaft, sondern auch um Spielerverträge, ums Scouting, Sponsoring und den „Ausbau der Infrastruktur“, wie er berichtet. „Eigentlich ein Full-Time-Job“, sagt der hauptberufliche Banker. Und in dieser Vereinsfunktion hat er mit Trainer Daniel Seemann, einer von einigen früheren Balingern beim FCH, eine Mannschaft zusammengestellt, die im Sommer über die Qualifikation wieder in die Oberliga Baden-Württemberg zurückgekehrt ist.

Sportlich auf Augenhöhe

Und sich dort bislang ausgezeichnet schlägt. Ja, besser sogar als der vermeintliche „große“ Bruder aus der Kreisstadt. Vor dem elften Spieltag steht die Seemann-Elf als Aufsteiger auf Platz 9 (14 Punkte), während der von Michael Schilling trainierte Regionalliga-Absteiger drei Ränge tiefer, also auf Platz 12 gelistet wird (12 Zähler). Schwingt da etwas Genugtuung mit? „Davon würde ich nicht sprechen“, sagt Huss. „Jedoch ist es für mich schon so etwas wie der Beleg, dass ich vieles richtig gemacht habe, dauerte es doch gerade einmal 14 Monate, bis der FC Holzhausen sportlich auf Augenhöhe mit Balingen gekommen ist.“

Seine Jungs sieht Huss bisher „absolut im Soll“, wie er sagt. „Wir haben mit vier Siegen, vier Niederlagen und zwei Unentschieden ein ausgeglichenes Konto. Das würde am Saisonende zum Klassenerhalt reichen. Und nicht mehr und nicht weniger ist in dieser ersten Oberliga-Saison unser Ziel“, so der frühere Balinger. „Wir wollen uns etablieren, alles andere wäre für ein 1200-Einwohner-Dorf auch Augenwischerei.“

Wer holt den Dreier?

Drei Punkte gegen die TSG gefälligst? Die würde Rainer Huss natürlich allzu gerne mitnehmen. „Es wäre wieder ein weiterer kleiner Schritt Richtung unseres Saisonziels.“ Beides Teams haben jedenfalls etwas gutzumachen. Die Balinger unterlagen zuletzt beim Karlsruher SC 2 (Platz 11) in letzter Sekunde mit 1:2; Holzhausen kam beim Tabellenführer SV Oberachern mit 0:3 unter die Räder.