HBW Balingen-Weilstetten II – Rhein-Neckar Löwen II 35:30 (17:16)
: Elfmal Selinka und ein Mann für alle Fälle: HBW II schlägt die Löwen

Der HBW Balingen-Weilstetten II gibt gegen die Rhein-Neckar Löwen II zweimal einen deutlichen Vorsprung aus der Hand. Doch diesmal bleiben die „Jung-Gallier“ stabil. Beim 35:30 (17:16) glänzt David Selinka mit elf Toren – und Louis Mann wird zur Allzweckwaffe.
Von
Matthias Jedele
Balingen
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HBW Balingen-Weilstetten II vs HG Oftersheim/ Schwetzingen, Handball, 3. Liga Maenner, 3.Liga Maenner 25/26, Staffel Sued 2025/2026, 11.01.2026: David Selinka (HBW Balingen-Weilstetten II #33) vs Marc Kern (HG Oftersheim/Schwetzingen #08)

HBW Balingen-Weilstetten II vs HG Oftersheim/ Schwetzingen, Handball, 3. Liga Maenner, 3.Liga Maenner 25/26, Staffel Sued 2025/2026, 11.01.2026

Foto: Eibner-Pressefoto/ Francesco Gianni Consentino

David Selinka traf für seinen HBW Balingen-Weilstetten II am Samstag gegen die Rhein-Neckar Löwen elfmal und war somit maßgeblich am Heimsieg beteiligt.

Archiv/Eibner/Francesco Gia
  • HBW Balingen-Weilstetten II besiegte Rhein-Neckar Löwen II mit 35:30 nach 17:16 zur Pause.
  • David Selinka traf elfmal, er erzielte mehrere wichtige Treffer in der Schlussphase.
  • HBW II gab zweimal klare Führungen ab, blieb diesmal stabil und setzte sich am Ende ab.
  • Louis Mann überzeugte im Rückraum und am Kreis, die Rolle war in der Woche vorbereitet.
  • Trainer Thiemann sah in Halbzeit zwei bessere Abwehr, zuvor störten Wurfauswahl und Pässe der Löwen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Handballspiele verlaufen in Wellen. Entscheidend ist häufig nicht, diese Schwankungen komplett zu verhindern, sondern die eigenen Tiefs möglichst kurz zu halten. Der HBW Balingen-Weilstetten II lieferte beim 35:30 (17:16) gegen die Rhein-Neckar Löwen II dafür ein passendes Beispiel. Zweimal kamen die Gäste nach deutlichem Rückstand zurück. Anders als zuletzt fanden die „Jung-Gallier“ diesmal jedoch rechtzeitig die richtige Antwort.

Dabei benötigten die Hausherren nur wenige Minuten, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Nach dem 3:3 übernahm der HBW II zunehmend die Kontrolle. Lars Bänsch traf nach einem Wackler sehenswert zum 6:4, David Selinka legte aus dem Rückraum das 7:4 nach. Nach neun Minuten hatten sich die Balinger erstmals etwas Luft verschafft.

Beim 11:7 nach einer Viertelstunde hatte Löwen-Coach Daniel Wernig genug gesehen und nahm die erste Auszeit. Die Maßnahme zeigte Wirkung. Drei Treffer in Serie brachten die Gäste auf 10:11 heran. Nun reagierte auch Micha Thiemann mit dem grünen Karton. Selinka stoppte den Lauf mit einem Rückraumtreffer zum 12:10.

Abschütteln ließen sich die Löwen allerdings nicht. Zwar legte der HBW II immer wieder vor, die Gäste fanden jedoch regelmäßig eine Antwort. Mit einem knappen 17:16 ging es in die Kabinen.

Dass noch nicht alles rund lief, überraschte Thiemann nicht. „Wir hatten eine herausfordernde Trainingswoche“, berichtete der Balinger Trainer. Denis Milosavljevic hatte wegen einer Prellung die gesamte Woche gefehlt. Ob der Kreisläufer überhaupt spielen konnte, war lange offen. Einige taktische Varianten hätten deshalb „nicht so gegriffen, wie ich mir das erhofft habe“, räumte Thiemann ein.

Dazu kamen in Hälfte eins einige „Uncleverheiten“. Vor allem mit der Wurfauswahl war der HBW-Coach nicht immer einverstanden. Defensiv bereiteten den Hausherren zudem die präzisen Pässe der Löwen auf die Halbpositionen Probleme. „Das haben wir in der zweiten Halbzeit besser hinbekommen“, befand Thiemann.

Und zunächst sah es tatsächlich danach aus, als würden die Balinger nun schnell klare Verhältnisse schaffen. Laurin Friederich vollendete einen Tempogegenstoß zum 19:16. Beim 21:18 traf Selinka, ehe Louis Mann seine starke Phase einläutete. Der Rückraumspieler eroberte den Ball, sprintete fast über das komplette Feld und vollendete zum 22:18. Zwei weitere Mann-Treffer später führte der HBW II mit 25:20.

Doch die nächste Welle kam – und diesmal mit voller Wucht. Eine 5:1-Serie brachten die Löwen zurück. Aus dem vermeintlich komfortablen 25:20 war ein 26:25 geworden. Thiemann nahm die Auszeit.

Starker Endspurt der Jung-Gallier

Diesmal brauchten seine Spieler nicht lange für die Reaktion. Kalle Gaugisch besorgte per Durchbruch das 27:25. Wenig später scheiterte Friederich zwar vom Siebenmeterstrich, schnappte sich aber geistesgegenwärtig den Abpraller und verwandelte zum 28:26. Bänsch erhöhte, ehe Selinka das verwaiste Gästetor zum 30:26 traf.

Nun hatten die Balinger die Partie wieder unter Kontrolle. Selinka legte das 31:27 nach. Auch die letzte Auszeit der Gäste nach knapp 54 Minuten brachte keine Wende mehr. Die Löwen stellten auf sieben Feldspieler um – und boten dem HBW damit weitere Möglichkeiten auf das leere Tor.

Gaugisch traf zum 32:27 und später zum 33:28. Friederich erhöhte auf 34:29, ehe Selinka endgültig den Deckel draufmachte: Der Balinger Topscorer erkannte das verwaiste Tor und traf über das gesamte Feld zum 35:29. Der letzte Löwen-Treffer mit der Schlusssirene war nur noch Ergebniskosmetik.

Elfmal hatte Selinka an diesem Abend getroffen. Doch eine der bemerkenswertesten Personalien war Louis Mann. Eigentlich im Rückraum zu Hause, half er aufgrund der angespannten Situation auch am Kreis aus – und überzeugte auf beiden Positionen.

Die ungewohnte Rolle war bereits Anfang der Woche vorbereitet worden. „Da haben wir so trainiert, dass ich mal wieder am Kreis war“, erzählte Mann. Ganz neu war das für ihn nicht. Schon in der vergangenen Saison hatte er dort mehrfach ausgeholfen. „Ich habe auch gute Pässe von meinen Mitspielern bekommen. Deswegen ist das echt gut gelaufen.“

Eine dauerhafte Umschulung braucht Thiemann dennoch nicht einzuplanen. „Meine Lieblingsposition ist schon eher der Rückraum“, stellte Mann klar. Wo er letztlich eingesetzt werde, sei für ihn aber zweitrangig: „Ich freue mich einfach, dass ich der Mannschaft helfen kann, egal ob am Kreis oder im Rückraum.“

Genau diese Flexibilität half dem HBW II zum ersten doppelten Punktgewinn in der noch jungen Saison.