Fußball-Oberliga BW
: TSG Balingen: Gute Ansätze, zu wenig Ertrag

Die TSG Balingen spielt guten Fußball, belohnt sich aber zu selten und leistet sich zu viele Fehler. Beim 1. FC Mühlhausen soll am Sonntag die Wende gelingen.
Von
Marcel Schlegel
Balingen
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Christian Derflinger, (TSG Balingen, #27), am Ball, 


TSG Backnang vs. TSG Balingen, Fussball, Oberliga Baden Wuerttemberg, 7. Spieltag, Saison 2026/2027, 12.09.2026,

Eibner-Pressefoto/Andreas Ulmer

Christian Derflinger soll der jungen TSG Balingen mit seiner Erfahrung mehr Stabilität verleihen.

Eibner-Pressefoto/Andreas Ulmer
  • TSG Balingen spielt dominant, erzielt aber zu wenig Tore und macht zu viele Fehler.
  • Späte Gegentreffer kosten Punkte: Reutlingen, Oberachern, Karlsruhe und zuletzt Holzhausen.
  • Christian Derflinger fordert mehr Cleverness, sieht Einsatz, Zusammenhalt und Qualität im Team.
  • Verantwortliche setzen auf Lernprozess nach Umbruch – „Böcke“ müssen dringend abgestellt werden.
  • Nächstes Spiel am Sonntag beim 1. FC Mühlhausen, Ziel ist die Wende und drei Punkte.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Eine neue Liga, ein neues Trainerteam, eine neue Mannschaft – aber die alten Probleme: So lassen sich die bisherigen elf Punktspiele der TSG Balingen beschreiben. Die von Michael Schilling trainierte, äußert junge Mannschaft, spielt im Grunde einen kombinationsstarken und dominanten Fußball mit allerhand Offensivdrang.

Doch vorne machen die Schwaben, mit zwölf Punkten nur auf Platz zwölf, die „Kisten“ nicht. Und hinten fangen sie sich Gegentore ein, bei denen sie nicht selten auch selbst mithelfen. Die gleiche Dynamik, die von den Verantwortlichen in der vergangenen Regionalliga-Saison noch beschwichtigend entschärft worden war, führte die Balinger unter Ex-Coach Murat Isik (beim SSV Ulm kürzlich als Sportdirekt freigestellt worden) am Ende in die Abstiegszone. Und schließlich zurück in die Oberliga Baden-Württemberg.

Haarsträubende Fehler

In ersten Tendenzen scheint sich dieser Teufelskreis nun zu wiederholen. So auch zuletzt im Derby gegen den FC Holzhausen. Das ging mit 1:3 verloren, nachdem die TSG sich vor dem 0:1 und dem 0:2 zwei haarsträubende Fehler geleistet hatte. „Das war schon ein wenig ein Sinnbild der bisherigen Saison“, meint auch Offensiv-Allrounder Christian Derflinger vor dem Sonntagsspiel (15 Uhr) der TSG beim Tabellenelften 1. FC Mühlhausen. „Wir spielen einen guten Fußball, haben die Spielkontrolle und viele Chancen. Aber wir belohnen uns nicht“, so der langjährige Profi.

„Das ist nun leider mehrfach so gewesen, gerade in der Schlussphase kassieren wir oft vermeidbare Gegentore.“ Gegen Reutlingen (1:2, 94. Minute), gegen Oberachern (1:1, 94.), in Karlsruhe (1:2, 95.) und nun gegen Holzhausen, als die Schilling-Elf durch den Treffer von Noah Neff in der 93. Minute nochmals am Punktgewinn schnupperte, um vier Minuten später den endgültigen Knock-Out einstecken zu müssen. „Pfosten, Latte, abgefälscht, knapp vorbei, dazu die späten Treffer“, zählt Derflinger auf. „Wir haben bisher nicht gerade das Spielglück auf unser Seite.“ Sicher sei er sich aber, „dass sich das im Laufe einer Saison ausgleichen wird“, so der ehemalige U-Spieler des FC Bayern München. „So lange wir auch weiter überlegen sind und uns Chancen herausspielen, bin ich sehr zuversichtlich.“

Die Fahrigkeit oder Unkonzentriertheit in den entscheidenden Situation und Spielphasen, diese lässt sich mit der Unerfahrenheit des teils jugendlichen Kaders erklären. Auch deshalb mahnen die Verantwortlichen der TSG zu Geduld. Dennoch, so Derflinger, müssten diese „Böcke“ nun abgestellt werden, und das dringend. „Wir müssen cleverer sein, dürfen in der Schlussphase nicht mehr in Konter laufen“, sagt der 32-jährige Österreicher, der im Sommer eben geholt worden war, um dem jungen Team Erfahrung und Stabilität zu verleihen.

Der für ihn entscheidende Faktor: „Die Einsatzbereitschaft ist da, der Zusammenhalt stimmt, die Spielqualität ebenso.“ Die aktuelle Phase sei ein „Lernprozess“, den die Württemberger nun einfach durchmachen müssten und der grundsätzlich nach einem Umbruch nicht ungewöhnlich sei. „Es kommen auch wieder andere Zeiten.“ Gleichwohl müsse man die Punkte nun „einfach auch ein Stück weit erzwingen“, so Derflinger, der gegen Holzhausen zu den Aktivposten zählte.

Auswärtsspiel in Mühlhausen

Die nächste Gelegenheit dafür bietet sich den Balingern am Sonntag im Waldstadion in Mühlhausen, das zwischen Bruchsal und Heidelberg liegt.

Die Gastgeber, in der Tabelle mit vier Punkten Vorsprung direkt vor der TSG platziert, haben zuletzt ebenfalls zwei Spiele in Folge verloren: mit 0:2 gegen den 1. FC Pforzheim und vor Wochenfrist mit 2:3 beim Karlsruher SC 2. Als Aufsteiger spielen die Kraichgauer dennoch eine ordentliche Runde. Das findet auch Derflinger. „Wir fahren dort hin, um die drei Punkte mitzunehmen. Leicht wird das nicht, aber wir sollten nun einfach zwei oder drei Spiele in Folge gewinnen. Denn die Tabelle gefällt uns derzeit nicht.“