Fußball-Oberliga BW
: Holzhausen gewinnt Derby – Balingen steckt in der Krise

Die TSG Balingen verliert das Oberliga-Derby gegen den FC Holzhausen mit 1:3. Während die Gäste jubeln, wächst bei den Balingern nach der nächsten Heimniederlage der Druck.
Von
Marcel Schlegel
Balingen
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GER, TSG Balingen vs. FC Holzhausen, Fussball, Oberliga Baden-Wuerttemberg, 10. Spieltag, Spielzeit 2026/2027, 09.10.2026: Jonas Braendle (TSG Balingen Fussball, #11) reklamiert,

GER, TSG Balingen vs. FC Holzhausen, Fussball, Oberliga Baden-Wuerttemberg, 10. Spieltag, Spielzeit 2026/2027, 09.10.2026

Foto: Eibner-Pressefoto/Kirsten Jaeger

Jonas Brändle (re.) von der TSG Balingen reklamiert im Oberliga-Derby gegen den FC Holzhausen, das die Gastgeber am Ende mit 1:3 in der heimischen Bizerba-Arena verloren.

Eibner-Pressefoto/Jäger
  • FC Holzhausen gewann bei TSG Balingen mit 3:1 – Derby am Freitagabend vor über 900 Fans.
  • Balingen vergab viele Chancen und leistete sich defensive Fehler, Holzhausen nutzte sie.
  • Trainerstimmen: Schilling betonte verpasste Tore, Seemann lobte Pressing und Intensität.
  • Vochatzer traf zum 1:0, Djermanovic erhöhte auf 2:0, Neff verkürzte, Steinhilber entschied spät.
  • Balingen wartet seit vier Pflichtspielen auf einen Sieg und rutschte nach dem elften Spieltag ab.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zwar hatte keiner der Verantwortlichen beider Vereine dies im Vorfeld so geäußert, dennoch ging es am Freitagabend (9.10)  im Fußball-Oberliga-Lokalderby zwischen der TSG Balingen und dem FC Holzhausen auch ein wenig um die Vorherrschaft in der Region.

Das begründet sich zum einen in den lediglich rund 30 Fahrtkilometern, die zwischen den beiden Klubs liegen und zum anderen darin, dass insbesondere beim FC Holzhausen fast schon traditionell eine Menge früherer Balinger eine neue Heimat gefunden haben. Mehr und mehr scheinen sich die Machtverhältnisse mittlerweile nun vom vormaligen Südwest-Regionalligisten aus dem Zollernalbkreis hin zum Dorfklub aus dem Sulzer Teilort zu verschieben: Mit 3:1 (0:1) setzte sich Holzhausen, das zu dieser Saison in die Oberliga zurückgekehrt ist, bei der TSG durch.

Es war der zweite Sieg der Sulzer in den vier Duellen beider Prestige-Rivalen der vergangenen Jahren. Auch in der Tabelle der baden-württembergischen Fünftliga-Staffel hat der FCH den vermeintlich großen Bruder nach dem fünften Saisonsieg weiter distanziert: Der Absteiger aus Balingen, der seit vier Pflichtspielen auf einen Dreier wartet, ist nach dem elften Spieltag auf Platz x abgerutscht[1] , weist weiter nur zwölf Punkte auf und kommt dem Tabellenkeller immer näher. Die Gäste haben sich derweil auf Rang sieben verbessert[2] – und stehen als Aufsteiger mit 17 Punkten recht komfortabel da.

TSG lässt zahlreiche Chancen liegen

Dass die Gastgeber auch das dritte Freitagabend-Heimspiel dieser Saison verloren haben, mussten sie sich vor allem selbst ankreiden. Vorne ließen sie etliche Großchancen ungenutzt. Und hinten leisteten sich die Balinger abermals haarsträubende Aussetzer, die der FC Holzhausen mit unbarmherziger Präzision auszunutzen verstand. Er wolle und könne seinem Team keinen Vorwurf machen, sagte TSG-Trainer Michael Schilling nach dem Flutlichtspiel vor über 900 Zuschauern.

„Die Jungs haben alles versucht, hatten extrem viele Torchancen“, sagte der Deutsch-Schweizer. „Wir haben jedoch das Wichtigste im Fußball vermissen lassen: die Tore.“ Man werde indes so weitermachen, schon gar „nicht aufgeben“ und dann würde, so Schilling, auch der Erfolg wieder in die Bizerba-Arena zurückkehren.

Vochatzer und Seemann loben die Intensität

Dass die TSG spielerisch als auch in Sachen Chancen ein Übergewicht hatte, wollte nun Leander Vochatzer gar nicht leugnen. „Aber wir haben die Fehler des Gegners durch unser gutes Pressing auch erzwungen und unsere Gelegenheiten genutzt“, sagte der Angreifer des FCH, der gegen seinen Ex-Klub vor der Halbzeit das zwischenzeitliche 1:0 erzielte.

Wir haben jedoch das Wichtigste im Fußball vermissen lassen: die Tore.
Michael Schilling
Trainer TSG Balingen

„Das ist am Ende dann eben auch Qualität.“ Das sah auch Daniel Seemann so. Der Trainer des FCH, der selbst schon das Balinger Trikot trug, meinte, seine Elf sei zwar mit etwas Dusel zur Pausenführung gekommen. „Ein solches Spielglück braucht man jedoch ab und zu einfach und das hatten wir gerade in den vergangenen Wochen nicht immer“, so Seemann. „Was die Jungs aber an Intensität abgeliefert haben, war wieder einmal ausgezeichnet.“

Schmitz spricht Balinger Schwächen offen an

Tacheles sprach nach dem Derby derweil der Balinger Kapitän, Matthias Schmitz. Er wies auf ein generelles Problem der Schilling-Elf hin: „Wir machen hinten einfache Fehler und schießen vorne einfach keine Tore. Heute hätten wir vielleicht sieben machen können“, so der Abwehrchef, der in der 71. Minute das 0:2 durch den Ex-Balinger Vladan Djermanovic ebenso wenig verhindern konnte wie die Entscheidung zum 3:1 durch Tim Steinhilber in der 97. Minute.

Zwischenzeitlich hatte Noah Neff das Spiel mit dem 1:2 in der 93. Minute nochmals spannend gemacht gehabt. Schmitz nun blieb nach dem Prestige-Duell und vor dem Auftritt am Sonntag (15 Uhr) beim 1. FC Mühlhausen optimistisch. Spielerisch sei das stellenweise glänzend, was seine Teamkollegen bisher zeigen, fand der Ur-Balinger und ergänzte mit einem Schmunzeln: „Ich verliere generell nicht gerne und gegen Holzhausen schon gar nicht.“