„Brutal effektiv“
: HBW II stürzt den ungeschlagenen TSV Neuhausen/Filder

Der HBW Balingen-Weilstetten II setzt ein Ausrufezeichen. Beim 36:34 in Neuhausen überzeugen die „Jung-Gallier“ vor allem in der Crunch-Time. Louis Mann führt sein Team mit neun Toren zum Auswärtssieg.
Von
Matthias Jedele
Neuhausen/Filder
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TSV Neuhausen/Fildern vs. HBW Balingen/Weilstetten II, Handball, 3.Liga Sued, 05.Ligaspieltag, Saison 2026/2027, 25.09.2026: Louis Mann (HBW Balingen/Weilstetten II, #23) am Ball im Zweikampf mit Lukas Fischer (TSV Neuhausen/Fildern, #33) und Tobias Haag (TSV Neuhausen/Fildern, #14)

TSV Neuhausen/Fildern vs. HBW Balingen/Weilstetten II,  Handball, 3.Liga Sued, 05.Ligaspieltag, Saison 2026/2027, 25.09.2026

Foto: Eibner-Pressefoto/Tobias Baur

Louis Mann (mit Ball) traf für seinen HBW Balingen/Weilstetten II neunmal und war somit maßgeblich am doppelten Punktgewinn beteiligt.

T. Baur/Eibner
  • HBW Balingen-Weilstetten II gewinnt 36:34 beim bis dahin ungeschlagenen TSV Neuhausen/Filder.
  • Louis Mann trifft neunmal – er setzt den Schlusspunkt vier Sekunden vor der Sirene.
  • Nach 21:18 zur Pause kippt das Spiel kurz, doch HBW II bleibt in der Crunch-Time stabil.
  • Schlüssel: Tempospiel und Effektivität vorn, trotz schwächerer Chancenverwertung in Halbzeit eins.
  • Trainer Micha Thiemann lobt die abgeklärte Schlussphase und sieht einen Entwicklungsschritt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Genau diese Momente hatten dem HBW Balingen-Weilstetten II in den ersten Saisonwochen noch Punkte gekostet. Enge Schlussphase, hoher Druck, jede Entscheidung zählt. Beim bis dahin ungeschlagenen TSV Neuhausen/Filder drehten die „Jung-Gallier“ den Spieß um. Sie blieben cool, waren vorn konsequent und feierten einen 36:34 (21:18)-Auswärtssieg.

„Was dann kommt, ist einfach richtig gut“, freute sich HBW-II-Trainer Micha Thiemann über die entscheidenden Minuten. Noch eine Woche zuvor hatte seine Mannschaft beim 35:37 in Horkheim einem katastrophalen Start hinterherlaufen müssen. Dieses Mal präsentierte sie sich von Beginn an auf Augenhöhe.

Ganz zufrieden war Thiemann mit der Anfangsphase dennoch nicht. Defensiv empfand der Coach den Auftritt als ordentlich, im Angriff fehlte zunächst die Konsequenz. „Vorn waren wir wieder ein wenig fahrig“, monierte er. Seine Mannschaft erspielte sich gute Möglichkeiten, ließ aber einige davon liegen.

HBW II übernimmt die Kontrolle

Trotzdem übernahm der HBW II zunehmend die Kontrolle. Louis Mann und Daan van Vliet prägten die Anfangsphase. Mann traf zum 5:4, 6:4 und 7:5. Nach zwölf Minuten legten Florian Bernhard und Lars Bänsch zum 9:6 nach.

Vor allem über das Tempospiel entwickelten die Balinger nun Druck. Van Vliet stellte auf 11:8, Laurin Friederich auf 12:8. Neuhausen kam wieder auf zwei Tore heran, doch der HBW II hatte die passende Antwort. Über 14:11 und 16:12 setzte sich Balingen erneut ab.

„Wir waren in der ersten Halbzeit vor allem über das Tempospiel schon dominant“, analysierte Thiemann. Einzig die Chancenverwertung verhinderte eine deutlichere Führung. Mehrfach bestand die Möglichkeit, den Vorsprung auf fünf Treffer auszubauen. „Das bekommen wir leider nicht hin“, ärgerte sich der Coach.

So blieb Neuhausen in Reichweite. Mann erhöhte zwar auf 18:14, Bänsch wenig später auf 19:15. Mit 21:18 für den HBW II ging es in die Kabinen.

Nach dem Wechsel änderte sich das Bild. Genau jene individuelle Qualität, vor der Thiemann im Vorfeld gewarnt hatte, bereitete den Balingern nun zunehmend Probleme. „Neuhausen kam mit seiner Zweikampfqualität immer mehr auf“, sagte der HBW-Coach.

Noch behaupteten die Gäste ihre Führung. Tim Römer traf zum 23:20, Bänsch zum 24:22 und David Selinka zum 25:23. Doch Neuhausen ließ nicht locker. Nach dem 26:24 durch Bänsch gelangen den Hausherren zwei Treffer in Folge – 26:26. Die Partie war wieder völlig offen und es ging hin und her.

Selinka brachte Balingen zwar erneut nach vorn, doch Neuhausen erhöhte den Druck. Beim 28:28 war wieder Gleichstand, wenig später lagen die Gastgeber beim 29:28 erstmals seit langer Zeit vorn. „Dann kippt das Spiel ein wenig rüber zu Neuhausen“, befand Thiemann. Genau hier zeigte sich der Fortschritt seiner jungen Mannschaft.

Selinka glich zum 29:29 aus. Mann besorgte das 30:29, wenig später stand es 30:30. Nun begann die entscheidende Phase – und diesmal leistete sich der HBW II nicht den einen Fehler zu viel. Selinka traf zum 31:30, Neo Wehrli zum 32:30.

Neuhausen kämpfte sich noch einmal heran. Nach Sem Banzhafs 33:32 glichen die Hausherren zum 33:33 aus. Gut fünf Minuten waren noch zu spielen.

Kalle Gaugisch übernahm und traf zum 34:33. Bänsch legte das 35:33 nach. Dann bot sich Neuhausen vom Siebenmeterstrich die große Chance zum Anschluss – doch der Wurf ging daneben.

Noch war die Partie nicht entschieden. Bernhard vergab auf der Gegenseite ebenfalls einen Siebenmeter. Lukas Fischer verkürzte elf Sekunden vor Schluss auf 34:35. Doch Balingen blieb ruhig. Mann setzte vier Sekunden vor der Sirene mit seinem neunten Treffer den Schlusspunkt zum 36:34.

„Wir waren vorn extrem effektiv“, lobte Thiemann. Und genau darin erkannte er einen wichtigen Entwicklungsschritt. In den ersten Saisonspielen hatte seine junge Mannschaft in engen Situationen noch zu häufig den entscheidenden Fehler produziert. „Jetzt waren wir in der Crunch-Time, auch vom Alter der Spieler her, wirklich brutal effektiv und ziehen das Ding durch.“