Bisingen
: Endspurt um den Rathaus-Sessel

Bisingen wählt morgen den künftigen Bürgermeister. Beobachter sehen das Rennen als offen an.
Von
Volker Rath
Oberndorf
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Roman Waizenegger (links) und Matthias Warler (rechts) sind morgen die Kandidaten der Stichwahl um das Bürgermeisteramt. Der Gemeinderat hofft auf eine deutlich höhere Wahlbeteiligung als noch vor zwei Wochen.

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Bisingen - Die Bisinger ­W-Frage: Wer wird Bürgermeister, Waizenegger oder Warler? Morgen, Sonntag, gibt es die mit Spannung erwartete Antwort auf diese Frage.

Noch einmal sind rund 7330 Wahlberechtigte dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Zumindest zwei Bisinger können sich über den zweiten Wahlgang freuen: Sie sind innerhalb der vergangenen beiden Wochen 16 Jahre alt geworden und dürfen damit bei einer Kommunalwahl ihr Kreuz machen.

Eine Entscheidung wird es am Sonntag auf jeden Fall geben. In der Stichwahl genügt die einfache Mehrheit. Als Favorit geht der 27-jährige Roman Waizenegger (CDU) ins Rennen, der vor zwei Wochen mit 47,7 Prozent die absolute Mehrheit nur hauchdünn verfehlte. Als Herausforderer tritt der zweitplatzierte Matthias Warler (parteilos) an, der 34,4 Prozent holte. Auf dem Stimmzettel steht ferner der Dauerkandidat Jens Martinek von der "Nein"-Parteil (0,3 Prozent).

Kenner der Bisinger Kommunalpolitik sehen dem Ausgang mit Spannung entgegen. Waizenegger sei noch nicht am Ziel, heißt es. Eine Reihe von Aspekten spricht tatsächlich dafür, dass das Rennen offen ist und Überraschungen nicht ausgeschlossen sind. Der Vorsprung von Waizen­egger beträgt in absoluten Zahlen 448 Stimmen. Die Frage ist, wie sich die 460 Stimmen von Bernhard Schmitt und Harald Bessler neu verteilen; beide hatten nach dem ersten Wahlgang am 13. Oktober einen Rückzieher gemacht. Außerdem entfielen 236 Stimmen (5,6 Prozent) auf den Amtsinhaber Joachim Krüger. Darüber hinaus lässt die Wahlbeteiligung von 56,6 Prozent noch viel Luft nach oben.

Harald Schwabenthan, Vize-Bürgermeister und Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses, erhofft sich und erwartet eine weitaus höhere Wahlbeteiligung. "Es geht schließlich um die Möglichkeit, den neuen Bürgermeister zu wählen. Und es sind zwei Kandidaten mit Potenzial am Start", so Schwabenthan. Er rechnet mit zehn Prozent mehr Wähler als noch vor zwei Wochen.

Ein Grund für die vergleichsweise schwache Beteiligung im ersten Wahlgang könnte die Aufregung sein, die die anonyme Initiative "Mündige Bürger Bisingen" für den Amtsinhaber ausgelöst hat. Andererseits waren viele Bisinger ohnehin davon ausgegangen, dass es bei einem Feld von sechs Bewerbern zu einem zweiten Wahlgang kommt.

In einer Stichwahl entfällt solche Taktiererei. Es geht nur noch um Warler oder Waizen­egger. Die Frage ist, wer mehr Anhänger mobilisieren kann. So richtig in Fahrt scheint das Thema im Ort ohnehin erst seit dem 14. Oktober gekommen zu sein. Seit zwei Wochen diskutiert Bisingen eifrig die Vor- und Nachteile der beiden Kandidaten. Vor allem Waizenegger steht plötzlich in der Kritik. Seine Skeptiker bemängeln die fehlenden Berufspraxis und ein allzu konservativ-durchgestyltes Auftreten. Andererseits setze ihm Warler zu wenig entgegen. Während Waizenegger ein straffes Wahlkampf-Programm für die zwei Wochen vor der Stichwahl nachgelegt hatte, kam der Herausforderer vergleichsweise spät mit zwei weiteren Terminen. Der eine allzu volkstümlich, der andere etwas zu sehr distanziert?

Auf Unterstützung aus der Kommunalpolitik vor Ort konnten die Bewerber nicht setzen. Interessengruppen machen aus ihrer Vorliebe zwar kein Geheimnis. Der Gemeinderat hingegen blieb seiner Linie von Anfang an treu und verhielt sich quer durch die Fraktionen neutral. Auf eine Unterstützungskampagne für einen Bewerber, wie es über die Parteischiene nicht unüblich ist, wurde bewusst verzichtet. Das gemeinsame Ziel war es, einen Neuanfang zu schaffen und den Bisingern ein gutes Kandidatenfeld zu liefern. Das habe auf jeden Fall funktioniert. Jetzt hoffen sie auf eine deutlich höhere Wahlbeteiligung als vor zwei Wochen. Den Rest haben die Bisinger in der Hand.

u Für die Bürgermeisterwahl sind die Wahllokale am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Nach der Auszählung der Stimmen tritt der Gemeindewahlausschuss zusammen. Das amtliche Ergebnis wird für 19.30 Uhr erwartet. Im Rathaus wird wieder eine Leinwand aufgebaut. Allerdings soll der Beamer erst eingeschaltet werden, wenn das Gesamtergebnis feststeht.

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