Skiinternat Furtwangen: Wie vier neue Biathlon-Talente den ersten Schultag erleben

Neu-Skiflerin Mia Kasper (Nummer 141) und Clara Weisser beim Rennen in Schönwald.
Gloria Gatti-Müller- Vier 16-Jährige ziehen ins Skiinternat Furtwangen ein und starten am Otto-Hahn-Gymnasium.
- Am Mittwoch folgt der erste Deutschland-Pokal in Willingen – der Schulstart fiel auf Montag.
- Mia Kasper wechselt aus Bayern, lebt 200 km von zuhause und fährt nicht jedes Wochenende heim.
- Hanna Beck ist seit der 10. Klasse am Internat und macht jetzt Abi, sie war Athletensprecherin.
- Trainer betonen Struktur: mehr Zeit für Training, Schule und Leben, aber oft Reisen zu Wettkämpfen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Ich glaube, das wird eine echt coole Zeit hier die nächsten drei Jahre“, sagt der Säckinger Biathlet Yves Kupferer. Mit seiner Vereinskollegin Elena Mayr, Janne Schnabel (St. Märgen) und Mia Kasper (DAV Ulm) ist er über die Ferien am Skiinternat Furtwangen eingezogen.
Am Montagmorgen stand für alle vier 16-Jährigen der erste Schultag am Otto-Hahn-Gymnasium an. Einer von zweien in dieser Woche, denn am Mittwoch geht es schon Richtung Willingen zum ersten Deutschland-Pokal der Saison.
Aus Bayern nach Furtwangen
Am Internat haben sie sich schon ein wenig eingelebt: „Wir haben die letzten drei Ferienwochen einen Lehrgang gehabt, da haben wir uns schon eingewöhnt“, sagt Mia Kasper, die wohl den größten Schritt macht. 200 Kilometer weg von zuhause, dazu vom bayerischen ins baden-württembergische Schulsystem. Jedes Wochenende heimfahren, das ist für die 16-Jährige aus Illertissen nicht drin. Auch deshalb hat sie sich den Wechsel gut überlegt, ehe sie Mitte der vergangenen Saison bei ihren Eltern mal mit dem Wunsch ankam.
Eine, die das kennt, ist Hanna Beck. Die 18-Jährige ist so etwas wie die Dienstälteste am Skif und war im vergangenen Schuljahr Athletensprecherin. Sie geht in ihr viertes Jahr, da sie schon zur 10. Klasse von Ulm in den Schwarzwald gewechselt ist. Jetzt steht das Abi an: „Es ist schon Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergangen ist.“ Sie erinnert sich gut daran, wie sie lange darüber nachgedacht hat, ob sie wirklich so früh von zu Hause ausziehen soll. „Es hat sich gelohnt, denn sonst hätten Schule und Sport auf keinen Fall so gut geklappt, wie es hier der Fall ist“, so Beck.
Athleten oft unterwegs
Der Zusammenhalt am Internat, den loben alle aktuellen und ehemaligen Schüler. Nur echte Freundschaften mit den anderen, externen Schülerinnen und Schülern zu knüpfen, das sei schon eher schwierig, sagt auch Hanna Beck: „Wir sind einfach oft weg wegen Wettkämpfen und Lehrgängen.“ Und an den Wochenenden geht es meist nach Hause oder es wird eben trainiert. Abends weggehen, das ist erst später drin, wenn überhaupt.
Im Vergleich zu daheim hat man trotzdem viel mehr Zeit“, sagt Hanna Beck. Mehr Zeit für konzentriertes Training, mehr Zeit für die Schule. „Vor allem auch mehr Zeit für das Leben außerhalb von Training und Schule“, so Beck.
Dies sei extrem wichtig für die Jugendlichen, wie auch die Trainer Steffen Hauswald und Ina Metzner bestätigen. Nur Sport und Schule, das geht selten gut. Auch was das angeht, werde man eingenordet am Internat. „Und sie lernen, ihr Leben selbst zu organisieren“, sagt Ina Metzner und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Die meisten zumindest.“

