Karla Borger beendet ihre Karriere: Als die Ex-Villingerin mit ihrem Team die Hoptbühlhalle zum Beben brachte

Unvergessliche Zeiten beim TV Villingen: Karla Borger (hinten, Mitte) galt in 2009 als Transfercoup. Mit dem Villinger Team schaffte sie nur ein Jahr später den Aufstieg in die 2. Bundesliga- Heimspiele in der Hoptbühlhalle wurden – dank auch der späteren Weltklasse-Beachvolleyballerin – vor durchschnittlich über 1000 Zuschauern zu großen Events.
Marc Eich- Karla Borger wird bei der DM in Dortmund offiziell in den Ruhestand verabschiedet.
- Die zweifache Olympiateilnehmerin gewann in 18 Jahren 72 Medaillen bei 250 Turnieren.
- Mit dem TV Villingen stieg sie 2010 in die 2. Bundesliga auf – volle Hoptbühlhalle inklusive.
- Erfolge: FIVB- und CEV-Siege, zwei deutsche Meistertitel, Vizeweltmeisterin 2013, World-Tour-Finals 2021.
- Sie übernahm eine Mentorenrolle, förderte u. a. Svenja Müller und engagiert sich für Athleten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
An diesem Wochenende finden in Dortmund die deutschen Meisterschaften im Beachvolleyball statt. Karla Borger, die seit 2011 quasi zum Inventar der nationalen Ausscheidung im Sand gehört, wird in diesem Jahr nicht aktiv ins Geschehen eingreifen. Die zweifache Olympia-Teilnehmerin wird an diesem Freitag von Markus Diekmann, dem Präsidenten des Deutschen Volleyball-Verbandes, sowie von Hendrik Wüst, dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, offiziell in den Ruhestand verabschiedet.
„18 Jahre lang war Beach-Volleyball mein Leben, eine unvorstellbar wertvolle Zeit für mich. Ich habe mehr dabei erreicht, als ich es mir jemals hätte denken können“, sagt Borger. „Ich habe über 50 Länder gesehen, habe Freundschaften überall auf der Welt geschlossen. Und gerade die ganzen Hintergrundgeschichten im Umfeld der Turniere auf der World-Tour haben mich geprägt und vieles werde ich nie vergessen“, fasst es die scheidende Top-Volleyballerin zusammen – mit Tränen in den Augen. „Die höchsten Höhen, die tiefsten Tiefen habe ich dabei erlebt. Und ich bin oft an meine Grenzen gebracht worden, aber ich hatte auf diesem Weg unheimlich viel Unterstützung aus den verschiedensten Richtungen, und diesen Menschen bin ich zutiefst dankbar.“
Unvergessliche Zeiten beim TV Villingen
Karla Borger schrieb auch mit dem TV Villingen eine große Volleyball-Geschichte. Von 2009 bis 2012 trug sie das Trikot des Villinger Team, schaffte mit den TVV-Mädels zusammen in 2010 den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Neben ihrem Engagement im Schwarzwald baute die gebürtige Heppenheimerin damals schon ihre spätere Weltklasse-Karriere als Beachvolleyballerin auf.

Auf Sand machte Karla Borga eine Weltkarriere.
IMAGO/Justus StegemannZwei Olympiateilnahmen – insgesamt 72 Medaillen
Nun zieht die 37-Jährige einen Schlussstrich unter eine Karriere, die es in sich hatte. In ihren 18 Jahren im Sand hat sie an 250 internationalen und nationalen Turnieren der höchsten Kategorie teilgenommen und dabei 72 Medaillen gewonnen. Also quasi bei jedem dritten Turnierstart baumelte im Anschluss Metall um ihren Hals.
„Die höchsten Höhen, die tiefsten Tiefen habe ich dabei erlebt. Und ich bin oft an meine Grenzen gebracht worden, aber ich hatte auf diesem Weg unheimlich viel Unterstützung aus den verschiedensten Richtungen, und diesen Menschen bin ich zutiefst dankbar.“ Die beeindruckende Bilanz von Karla Borger: Sechs internationale FIVB-Turniere (Weltverband) gewonnen, drei internationale CEV-Turniere gewonnen (Europäischer Verband), zwei deutsche Meisterschaften gewonnen. Weitere viele Silber- und Bronzemedaillen. Unzählige Top-Ten-Platzierungen auf der World-Tour. Studentenweltmeisterin 2010, Universiadesiegerin 2011, Vizeweltmeisterin 2013, „best server“ auf der World Tour 2014, Olympia 2016 in Rio de Janeiro, Olympia 2021 in Tokio, World-Tour-Final-Siegerin 2021.
Ihre Rolle als Mentorin
Neulich, in der Trainingsgruppe am Bundesstützpunkt Stuttgart, wurde ihre Spieltechnik auf Video aufgenommen. Für Lehrzwecke. Sie kann es eben immer noch. Aber die entsprechenden Zielsetzungen fehlen. „Es kommt nicht überraschend. Ich bin schon vergangenes Jahr kürzergetreten, habe in engem Kontakt mit den Zuständigen im Verband gestanden und eine Mentorenrolle übernommen, um junge Spielerinnen an die Spitze heranzuführen“, erklärt die langjährige Nationalspielerin, die sich damals beim TV Villingen sehr w
So wie sie zur Corona-Zeit die junge Svenja Müller unter ihre Fittiche nahm, die jetzt mit Cinja Tillmann Deutschlands Team Nr. 1 bildet, hat sie seinerzeit auch die 336-fache Nationalspielerin Margareta Kozuch auf dem Weg von der Halle in den Sand begleitet und zuletzt die 16-jährige Stuttgarterin Zoe Neboh.
Viele treue Begleiter
Nun ist der Sand zum letzten Mal von der Haut abgeklopft – Zeit, ein wenig zurückzublicken und den Menschen zu danken, die ein wichtiger Teil Borgers Karriere waren. Da sind zunächst die jeweiligen Partnerinnen ihrer Karriere, vor allem Britta Büthe („mein Herzensmensch“) mit der sie die größten Erfolge eingefahren hat und heute noch eng befreundet ist. Da sind die vielen Trainer, mit denen sie gearbeitet hat. Die Ärzte und Physiotherapeuten („big player in meinem Leben“), und die langjährigen Unterstützer nicht nur im finanziellen Bereich. „Seit 2009 bin ich Sportsoldatin bei der Bundeswehr. Adidas ist seit über 13 Jahren an meiner Seite.
Zudem ist die Athletin dankbar für die Unterstützung der Verbände wie dem Deutschen Volleyball-Verband (DVV), dem Volleyball-Landesverband Württemberg (VLW), dem Landessportverband Baden-Württemberg (LSVBW), „aber auch allen Medienschaffenden, die mich begleitet haben mit Video, Foto und Stift.“
„Karla ist nicht zuletzt wegen ihrer Fairness, und ihrer Fähigkeit, sich für eine Sache einzusetzen und zu kämpfen, bei ihren Mitschülern und Lehrern sehr beliebt.“
Dieser Eintrag befindet sich in ihrem Zeugnis der vierten Klasse der Grundschule in Darmstadt. Und seitdem hat sich daran nichts verändert.
Schon während ihrer aktiven Karriere setzte sie sich für die Belange von Athleten ein. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern von Athleten Deutschland e.V., war von 2021 bis 2025 deren Präsidentin.
Und in der großen Sportfamilie wird es weitergehen. Aus ihrer Tätigkeit im Kuratorium der FISU-World University Games 2025 in RheinRuhr folgte ihr Einsatz im Projektteam Olympiabewerbung KölnRheinRuhr. Außerdem begeistert sie junge Sportlerinnen und Sportler bei ihren Einsätzen für „Jugend trainiert für Olympia“ oder bei den Special Olympics Deutschland. „Ich habe viel Freude daran, mein Wissen und meine Erfahrung weiterzugeben“, sagt Karla Borger. „Diese Karriere war das Größte, was mir passieren konnte. Dafür bin ich extrem dankbar. Und ich nehme jeden Moment und jede Begegnung für immer mit.“


Was für ein Wechselbad der Gefühle: Villingen kämpft Singen im Elfmeterschießen nieder. Wie die Protagonisten mit diesem Pokalspektakel umgehen, verdient allerhöchsten Respekt und ist zur Nachahmung empfohlen, meint Sportredakteur Gunter Wiedemann.