Gesichtsmasken statt Medaillen
: Großer Waldbrand stoppt Schwarzwälder Biathleten in Belgien

Der Waldbrand im deutsch-belgischen Grenzgebiet hat am Wochenende auch die belgischen Biathlon-Meisterschaften getroffen – zumindest indirekt. Vom Rennabbruch aufgrund der Belastung durch den Rauch waren auch Schwarzwälder betroffen.
Von
red/pm
Elsenborn
Jetzt in der App anhören
Waldbrand im Hohen Venn - Waimes: HANDOUT - 17.08.2026, Belgien, Waimes: Das von VHP zur Verfügung gestellte Foto zeigt Feuerwehrleute im Einsatz beim Großbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn (Hautes Fagnes). Foto: -/Images VHP via Belga/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

Feuerwehrleute im Einsatz beim Großbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn (Hautes Fagnes). Vom Waldbrand in Belgien waren auch  Biathleten betroffen.

Images VHP via Belga/dpa
  • Waldbrand im Grenzgebiet traf belgische Biathlon-Meisterschaften indirekt – Rennen abgebrochen.
  • Rauch belastete die Luft; Veranstalter überwachten die Werte und schickten alle nach Hause.
  • Start der Senioren mit Thierry Langer und Lotte Lie fiel aus, der Prolog am Samstag fand statt.
  • Langer aus Kirchzarten schildert Reizungen von Hals und Augen und lobt das Krisenmanagement.
  • Viele Zuschauer kamen trotzdem nach Elsenborn, auch Gäste aus Deutschland und Frankreich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zum Start der Senioren-Klassen mit den Weltcup-Startern Thierry Langer und Lotte Lie kam es gar nicht mehr. Langer lebt in Kirchzarten und trainiert am Bundesstützpunkt Notschrei in der Trainingsgruppe von Roman Böttcher.

Zum wiederholten Male hatte er zu den belgischen Meisterschaften Gäste aus der Wahlheimat in die Heimat mitgebracht: Auch Mareike Braun, Charlotte Gallbronner, David Schmutz (alle DAV Ulm), Johanna Lehnung (SV Grün-Weiß Pirna) und Linus Kesper (SC Willingen) waren aus dem Schwarzwald ins ostbelgische Elsenborn gereist, wo mit dem Langlauf- und Biathlonzentrum Herzebösch das einzige Biathlon-Stadion des Königreichs liegt.

„Einfach ein großer Brand“

Langer verbringt nach den abgebrochenen Meisterschaften noch ein paar Tage in Elsenborn. Er schildert die Situation: „Im Moment ist es ein bisschen nass geworden, also es hat geregnet. Das hilft natürlich.“ Auf der deutschen Seite sei das Feuer deutlich näher an bewohntes Gebiet gekommen als in Belgien. „Aber die deutsche Grenze ist ja nicht so weit weg. Ich sehe jetzt mal nicht die Gefahr für meine Heimat oder für das Stadion in Elsenborn. Aber es ist einfach ein großer Brand, das kann man nicht kleinreden.“

Die Veranstalter in Elsenborn lobt Langer: Mit Messgeräten hätten sie das ganze Wochenende über die Luftqualität im und rund um das Stadion im Blick behalten. Der Prolog, ein Sprintwettkampf über fünf Kilometer, konnte am Samstag noch durchgeführt werden. Langer und Braun holten bei den Siegen von Sam Parmantier und Lotte Lie jeweils den zweiten Platz.

Schwabo Powerplay
Freitag um 12.00 Uhr
Die sportlichen Highlights der Woche und die Top-Events für das Wochenende auf einen Blick.

In den Augen gebrannt

Am Sonntag wurde die Lage jedoch merklich kritischer. „Ich bin am Vormittag eine Runde joggen gegangen und nur ein bisschen in die Himmelsrichtung des Qualms gelaufen. Da hat man dann gemerkt, dass es ein bisschen trocken wurde im Hals und gekratzt hat.“ Unterwegs war er mit Landsmann Marek Mackels. „Da habe ich ihm auch schon gesagt: So ganz gesund fühlt sich das nicht an. So richtig Spaß macht das auch nicht“, sagt er: „Als wir dann zum Wettkampf gegangen sind, war es noch deutlich schlimmer und hat in den Augen gebrannt.“

Ab diesem Zeitpunkt habe es einfach keinen Sinn mehr ergeben, sich draußen aufzuhalten. Das realisierten auch die Veranstalter und schickten Athleten wie Zuschauer schnell heim. „Es wurde dann auch teilweise empfohlen, Masken zu tragen.“ Die haben viele Leistungssportler auch nach der Corona-Pandemie ohnehin noch im Standardgepäck.

Viele Zuschauer

Dem Zuschaueraufkommen tat der Waldbrand in rund vier Kilometern übrigens keinen Abbruch: Eine gute dreistellige Zahl war gekommen – eine stattliche Summe für das Tausend-Einwohner-Dorf in der Biathlon-Diaspora Belgien. Neben Langers deutschen Trainingskollegen waren auch Athletinnen und Athleten aus Frankreich angereist.