Start mit Derby
: Erstes Spiel überhaupt der SG Mahlberg/Orschweier ein Erfolg

Aus dem SC Orschweier und dem TuS Mahlberg ist eine Gemeinschaft geworden. Im Bezirkspokal wurde gegen Grafenhausen die nächste Runde gebucht.
Von
Wolfgang Künstle
Mahlberg
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Kevin Gießler (in Blau) erobert für die neue SG Mahlberg/Orschweier den Ball gegen den Grafenhausener Killian Kölble.

Kevin Gießler (in Blau) erobert für die neue SG Mahlberg/Orschweier den Ball gegen den Grafenhausener Killian Kölble.

Wolfgang Künstle
  • SG Mahlberg/Orschweier gewann ihr erstes Pflichtspiel im Bezirkspokal 3:2 gegen Grafenhausen.
  • Frühe 3:0-Führung durch Braunstein und zweimal Metzger, danach Anschlusstreffer Hiller.
  • Schiessle traf aus rund 30 Metern zum 3:2 – danach blieb es trotz Chancen spannend.
  • Trainer Reichmann betont: Fusion sei pragmatisch, „Dorfdenken“ spiele keine Rolle mehr.
  • Kurzfristige SG-Gründung überrascht, Kader wird künftig gezielt verstärkt; Ziel langfristig Kreisliga A.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bezirkspokal, Qualifikationsrunde: SG Mahlberg/Orschweier - SV Grafenhausen 3:2 (3:2). Mit einem 3:2-Erfolg über den SV Grafenhauen zog die SG Mahlberg/Orschweier – nach einem überragenden Start in die Begegnung – noch mit Hängen und Würgen in die erste Hauptrunde des Bezirkspokals ein. Schon nach gut zehn Minuten verkündete der Stadionsprecher nicht ohne Stolz das „erste Tor der neugegründeten SG Mahlberg/Orschweier“. Joshua Braunstein hatte soeben die Führung für die Gastgeber im Baggerlochstadion erzielt. Die Gäste aus dem kaum einen Steinwurf entfernten Nachbardorf verweigerten die ersten 15 Minuten jegliche Teilnahme am Spielgeschehen. Karl Metzger wurde kaum die Möglichkeit gelassen, bei den Toren Nummer zwei und drei das Grafenhausener Gehäuse zu verfehlen.

So schien nach 17 Minuten die Messe bereits gelesen. Umso größer war die Überraschung, als die plötzlich erwachten Gäste in Person von Jonas Hiller postwendend zurückschlugen. Es bedurfte einiger schneller Schritte nach dem Wiederanpfiff plus einen Abschluss und es stand 1:3. Ein Sonntagsschuss von Kai Schiessle, der aus nahezu 30 Metern den Ball sehenswert im Winkel versenkte, folgte und bei der ersten Trinkpause stand es bereits 3:2. Die Zuschauer dieses durchweg recht ansehnlichen Fußballspiels zweier B-Kreisligisten hegten Hoffnung auf einen Torreigen.

Diese sollte sich jedoch nicht erfüllen, obwohl beide Mannschaften hierfür reichlich Gelegenheit hatten. Leidenschaftliche Zweikämpfe im Mittelfeld ließen ein schnelles Spiel und teils schön vorgetragene Angriffe zu, wobei das Chancenplus knapp auf Seiten der Gastgeber lag. Die Lattenunterkante verhinderte im zweiten Durchgang die Entscheidung in einem Derby, das über weite Strecken fair verlief. Zwischen den Bänken, die zu allem Überfluss im Baggerloch recht nahe beieinanderstehen, wurden einige Nettigkeiten ausgetauscht. Grafenhausens Trainer Tobias Zeiser hatte im zweiten Abschnitt bezüglich eines Balls, der vielleicht im Aus war, eine andere Sicht auf die Dinge als der Mahlberger Linienrichter, doch der Schiedsrichter glättete die geschwollenen Halsvenen zügig. Spielentscheidend war die Situation sowieso nicht.

Dorfdenken gehört der Vergangenheit an

In den Schlussminuten musste die Spielgemeinschaft zum ersten Mal seit ihrer Gründung, angesichts guter Grafenhausener Gelegenheiten, zittern, ehe der erste Pflichtspielsieg feststand. So herrschte am Ende Zufriedenheit in der Stauferstadt angesichts des Einzugs in die erste Bezirkspokalrunde. Der Erfolg ließ sich gemeinsam feiern, wie Felix Reichmann, einer von zwei Spielertrainern neben Marius Haas-Kern, berichtete. Es sei nie von Bedeutung gewesen, wer Orschweierer oder Mahlberger ist. „Die meisten kennen sich ja schon aus der A-Jugend und sind Kollegen“, so Reichmann. Das Dorfdenken gehöre – zumindest an dieser Stelle – längst der Geschichte an. Insgesamt gehe es ja auch um die Vereine abseits des Spielfelds. „Es wird beispielsweise immer schwerer, Helfer zu finden“, sagt Reichmann.

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Sicher sei indessen, dass der TuS Mahlberg der „große Bruder“ in dieser Fusion sei. „Der Impuls ging von Orschweier aus“, erklärt Reichmann. „Sie haben einige Spieler verloren und hätten wohl Probleme gehabt, eine Mannschaft zu stellen.“ Doch von groß oder klein wollen die Trainer, die beide vom TuS Mahlberg kommen, nichts wissen. „Das Thema wurde schon vor einigen Jahren diskutiert – damals war Orschweier obenauf“, erinnert sich Reichmann.

Grafenhausens Trainer Tobias Zeiser sah ein umkämpftes  Derby, das sein Team knapp verlor.

Grafenhausens Trainer Tobias Zeiser sah ein umkämpftes Derby, das sein Team knapp verlor.

Wolfgang Künstle

Am Sonntagabend standen drei Orschweierer Spieler in der Startelf, drei saßen auf der Bank. „Wir haben von Orschweier durchaus Spieler bekommen, die uns weiterhelfen“, stellt Reichmann klar. Er rechnet vor: „Vergangene Saison waren wir Zweiter und nun haben wir noch fünf bis sechs gute Spieler dazubekommen.“ Ein Saisonziel werde man erst am Ende der Vorbereitung nennen. „Sicher soll es langfristig wieder die Kreisliga A werden“, sagt Reichmann schon jetzt.

Zunächst aber freut er sich über gleich vier Plätze in beiden Orten, auf denen man nun trainieren könne, und die besseren Perspektiven in der Jugend. „Wenn du mit vier bis fünf Vereinen eine SG hast, fällt kaum jemand für dich ab“, weiß Reichmann.

Der Spielertrainer leugnet nicht, dass er von dem Zusammenschluss überrascht worden war. „Wir hatten unsere Kaderplanung eigentlich bereits abgeschlossen“, sagt er. Dank der Kurzfristigkeit habe man auch nicht mehr die Gelegenheit gehabt, weitere Spieler anzuwerben, die den Verein hätten verstärken können.

Trotzdem sei es eine gute Sache, die von vielen Seiten Zuspruch bekommen habe. „Sonst hätten wir es ja nicht gemacht“, hebt der Trainer heraus. Im kommenden Jahr wolle man sich bei der neuen SG indessen rechtzeitig auf dem Spielermarkt umsehen.

SG Mahlberg/Orschweier: Allramseder; Metzger, H. Günther, Kollmer, Gießler (46. Lachow), Hienerwadel (90. Panther), Haas-Kern, Reichmann, M. Günther (71. Kiesel), Braunstein, da Costa Blust.
SV Grafenhausen: Mahmuti; Mohamad, Lungu, Hiller (46. Lange), Kölble, Schiessle (58. Saliev), Joseph (64. Omorov), Herr, Chorobaev, Oswald (46. Kreuter), Sannert.
Tore: 1:0 Braunstein (11.), 2:0 Metzger (13.), 3:0 Metzger (17.), 3:1 Hiller (18.), 3:2 Schiessle (23.).