Speerwerfer aus Offenburg: Johannes Vetter sagt Start bei der deutschen Meisterschaft ab

Johannes Vetter von der LG Offenburg verzichtet auf den Start bei den deutschen Meisterschaften am Wochenende.
Andreas Gora/dpa- Speerwerfer Johannes Vetter sagt die deutschen Meisterschaften am 25./26. Juli ab.
- Er begründet dies mit fehlender körperlicher Bereitschaft, obwohl Kopf und Herz bereit sind.
- Die EM in Birmingham im August verpasst er sehr wahrscheinlich – das tut ihm weh.
- Nach langer Verletzungsgeschichte und OP am Ellenbogen setzt er die Wettkampfpause fort.
- Vetter will weiter trainieren, ohne Drama und mit Freude am Speerwerfen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es war der 6. September 2020, als Johannes Vetter die internationale Leichtathletikszene zum Staunen brachte. In Polen warf der Speerwerfer, der für die LG Offenburg startet, sein Sportgerät 97,76 Meter weit. Es war der zweitweiteste Wurf aller Zeiten und nah dran an den fast unerreichbar geltenden 98,48 Metern von Jan Železný aus dem Jahr 1996.
Es folgte Vetters beste Zeit in seiner Karriere. Fast nach Belieben gewann er die Wettbewerbe, bei denen er antrat, regelmäßig knackte er die 90-Meter-Marke und einmal warf er den Speer 96,29 Meter weit.
Zu Olympia 2021 in Tokio reiste er dementsprechend als haushoher Favorit. Die ersehnte Goldmedaille schien nur noch Formsache zu sein. Doch es kam anders: Mit 82,52 Metern wurde er Neunter und scheiterte bei für seine Technik schwierigen Bedingungen im Stadion früh.
Nach Olympia in Tokio folgt eine lange Leidenszeit
2024 in Paris wollte er erneut bei Olympia angreifen. Doch es kam anders: Bereits 2022 und 2023 verpasste er aufgrund von Verletzungen Großereignisse. Auch in Paris konnte er nicht antreten, denn im Juli 2024 unterzog er sich einer komplizierten Ellenbogen-Operation, die ihn lange beschäftigte. Beim Hallenmeeting in seiner Wahlheimat Offenburg feierte er Anfang dieses Jahres sein Comeback.
In diesem Sommer muss Vetter jedoch erneut einen Gang zurückschalten und legt eine Wettkampfpause ein. Bei den deutschen Meisterschaften der Leichtathleten am Wochenende des 25. und 26. Juli wird er daher nicht mit dabei sein. Das teilte der Speerwerfer in den sozialen Medien mit.
„Seit ich sechs Jahre alt bin, gehört die Leichtathletik zu meinem Leben. Mit 14 habe ich den Speer zum ersten Mal in die Hand genommen. Seitdem durfte ich bei mehr als zehn deutschen Meisterschaften starten – von der Jugend über die U23 bis zu den Aktiven. Deshalb fällt mir dieser Satz nicht leicht: Ich werde bei den deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid nicht an den Start gehen“, schreibt der zweifache deutsche Meister (2017 und 2020) Vetter.
Auch die EM im August steht auf der Kippe
„Im Leistungssport gibt es Momente, in denen Kopf und Herz längst bereit sind – der Körper aber eine andere Sprache spricht. Genau so ein Moment ist jetzt“, erklärt er seinen Followern. „Es bringt nichts, sich selbst oder anderen etwas vorzumachen“, so Vetter, der sich der sportlichen Konsequenzen dieser Entscheidung bewusst ist.
„Sehr wahrscheinlich“ bedeute seine Entscheidung auch die Nichtteilnahme an den diesjährigen Europameisterschaften, die vom 10. bis 16. August in der britischen Stadt Birmingham ausgetragen werden. „Das tut weh. Trotzdem weiß ich, dass es richtig ist“, schreibt der 33-Jährige. Der Weltmeister von 2017 will dennoch weiter positiv bleiben.
Vetter will weiter mit Freude am Speerwerfen trainieren
„Ich habe in meinem Sport gelernt, dass nicht jeder Schritt nach vorne auf einer Wettkampfanlage passiert. Manchmal besteht Fortschritt darin, einen Moment auszuhalten, den man sich anders gewünscht hätte“, schreibt er. Und: „Ich werde weiterarbeiten. Ohne Drama. Ohne Ausreden. Und mit der gleichen Freude am Speerwerfen wie am ersten Tag.“
