OFV feiert Derbysieg
: SV Niederschopfheim holt Rückstand auf – und wird dann ausgekontert

Verbandsliga-Absteiger SV Niederschopfheim verpatzt den Saisonauftakt: Im Landesliga-Derby gegen den Offenburger FV unterlagen die Gastgeber mit 2:4 (0:2). Dabei wurde der SVN in der Schlussphase klassisch ausgekontert.
Von
Wolfgang Künstle
Hohberg
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Im Landesliga-Derby schenkten sich der SV Niederschopfheim (in Blau) und der Offenburger FV über 90 Minuten hinweg nichts.

Im Landesliga-Derby schenkten sich der SV Niederschopfheim (in Blau) und der Offenburger FV über 90 Minuten hinweg nichts.

Wolfgang Künstle
  • Landesliga-Derby: OFV gewinnt beim SV Niederschopfheim mit 4:2 nach 2:0-Pausenführung.
  • SVN gleicht nach Toren von Leist per Elfmeter und Gerasch zum 2:2 aus – danach kontert der OFV.
  • Treffer OFV: Baßler, Jäger, Martini, Yildiz. SVN-Torwart S. Süme hält später einen Foulelfmeter.
  • Frühverletzung bei SVN: T. Süme musste nach fünf Minuten raus, Verdacht auf Muskelfaserriss.
  • Trainerstimmen: Herdrich kritisiert fehlende taktische Disziplin, OFV lobt Widerstandskraft.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Des war aber anderscht geplant“, stellte eine SVN-Anhängerin Sekunden nach dem Schlusspfiff des Unparteiischen Josef Mourad ernüchtert fest. Trainer Jan Herdrich vermochte ihr nicht zu widersprechen. „Wir hätte das auch höher verlieren können. Die Offenburger waren heute spielerisch die reifere Mannschaft“, resümierte Herdrich – große Worte, wenn man bedenkt, dass der Übungsleiter eines Verbandsliga-Absteigers das junge Offenburger Team adelte, dessen Cheftrainer Michael Kovacs grippekrank im Bett das Derby nicht einmal miterleben durfte.

Kovacs wurde von Manuel Vollmer an der Seitenlinie vertreten, der nach Schlusspfiff natürlich begeistert war, zumal er nach wie vor auf ein gutes Dutzend verletzte oder anderweitig verhinderte Spieler verzichten musste. „Eine solche Verletztenmisere habe ich noch nie erlebt – weder als Spieler noch als Trainer“, sagte er.

Was übrigblieb von den jungen Wilden von der Badstraße demonstrierte, dass sie durchaus gewillt sind, die steile Entwicklung der vergangenen Saison auch in dieser Spielzeit fortzuführen. Zu Beginn kontrollierten die Gastgeber die Partie, die Offenburger warteten zunächst ab.

Frühe Verletzung zwingt Herdrich zum Wechsel

Herdrich musste schon nach fünf Minuten auswechseln, nachdem sich Timurhan Süme nach einem Laufduell entlang der Seitenauslinie an den Oberschenkel griff und schreiend gegen die Bande rollte. „Eine drei Wochen alte Zerrung hat sich wieder bemerkbar gemacht, ich fürchte aber, dieses Mal ist es schlimmer“, so Süme in der Halbzeitpause. Der Physio habe eine Lücke im Muskel gespürt, die einen Faserriss bedeuten könnte.

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Danach passierte nicht viel. In der 13. Minute prüfte Jakob Geiler OFV-Schlussmann Dominik Jurkovic aus 18 Metern. In der 23. Minute scheiterte Nukan Yildiz aus spitzem Winkel an Sinan Süme im SVN-Tor, doch die gute Gelegenheit war der Auftakt einer Reihe ausgezeichneter Gästechancen. Lucas Martini scheiterte gleich doppelt (25./26.), Erik Baßler hingegen traf per Flachschuss ins kurze Eck zur mittlerweile verdienten Führung.

OFV trifft noch vor der Pause zum 2:0

Wie reagiert der favorisierte SVN? Das war die Frage, die sich die 435 Zuschauer stellten. Doch es passierte kaum etwas. In der Schlussphase dieses ersten Durchgangs neutralisierten sich die Mannschaften im Mittelfeld, von den Gastgebern kam zu wenig, und so erhöhte Thomas Jäger nach genau 45 Minuten von der Strafraumgrenze auf 2:0.

Jan Herdrich reagierte in der Pause, nahm Tizian und Elias Möschle raus, Jonas Pies und Tim Gerasch kamen. „Beiden ging es gesundheitlich nicht so gut und sie fanden überhaupt nicht ins Spiel“, erklärte Herdrich. „So war es kaum möglich, mehr Druck auf den Ausgleich zu machen.“

Ex-OFV-Kapitän trifft zum Anschluss

Nach Wiederbeginn vergab zunächst erneut Martini aus guter Position. Der SVN kam nun besser in die Partie und bekam nach einem Foulspiel von Marc Feurer an Felix Weingart, der seine Kapitänsbinde mittlerweile an Torwart Sinan Süme abgetreten hat, einen Strafstoß zugesprochen. Maximilian Leist, Ex-OFV-Kapitän, verwandelte unaufgeregt.

Kurz sieht es nach der Wende aus

Als Tim Gerasch nach gut einer Stunde einen Dropkick aus gut 20 Metern wie einen Stein zum 2:2 versenkte, schien die Partie zu kippen. „Fast alle im Stadion hätten wohl gewettet, dass wir jetzt auch das 3:2 machen“, mutmaßte Herdrich – es wäre nicht das erste Mal gewesen, dass der SVN in Spiellaune gerät und noch einen klaren Heimsieg herausspielt.

Doch sie hatten die Rechnung ohne den OFV gemacht. „Wie wir heute zurückgekommen sind, war das Wichtigste an dem Spiel überhaupt“, so Aushilfstrainer Vollmer. Denn seine junge Elf ließ sich von dem schnellen Ausgleich überhaupt nicht beeindrucken und konterte souverän. Martini traf endlich zum 3:2, eine Viertelstunde vor Schluss schloss Nukan Yildiz abgebrüht zum 4:2 ab.

Jan Herdrich ärgert sich über die Gegentore

Und SVN-Trainer Herdrich war bedient. Saisonauftakt, Sponsorentreffen auf der Veranda des Sportheims, Derby – und dann das. „Sie haben zweimal das taktische Foul nicht gemacht, deshalb haben wir noch die Tore kassiert“, so Herdrich. „Das ärgert mich. Da waren wir taktisch nicht diszipliniert genug.“ Dabei ist dem erfahrenen Trainer bewusst, dass sogar ein mittleres Debakel drohte.

SVN-Keeper verhindert eine noch höhere Niederlage

Denn Sinan Süme parierte noch einen Foulelfmeter gegen Maximilian Kuolt in der 78. Minute, und wäre Leist beim Angriff kurz danach einen Augenblick später herangerutscht, hätte Martini aus wenigen Metern einschieben können. Auf der Gegenseite zeigte Weigand in der 82. Minute einen Seitfallzieher, doch Jurkovics Parade war nicht weniger sehenswert.

Während Herdrich seiner Elf nach Schlusspfiff noch im großen Kreis den Marsch geigte, feierten die Offenburger gemeinsam mit einigen Fans den Coup zum Saisonauftakt. „Wir haben großes Glück, dass wir so gute A-Jugend-Spieler haben“, sagt Vollmer. „Das macht echt Spaß.“

Die Statistik zum Spiel

SV Niederschopfheim: S. Süme, T. Möschle (46. Pies), Lehmann, Leidinger (80. Giedemann), Leist, Schaub, Geiler (72. Schillinger), Götz, T. Süme (7. Roche), E. Möschle (46. Gerasch), Weingart.

OFV: Jurkovic, Feurer, Kummer (85. Schultis), Martini, T. Jäger, Kuolt, Baßler (59. L. Jäger), Yildiz (90.+3 Isik), Brucker, Mayer, Kaba.

Tore: 0:1 Baßler (27.), 0:2 Jäger (45.+1), 1:2 Leist (53./FE), 2:2 Gerasch (62.), 2:3 Martini (67.), 2:4 Yildiz (76.).