Nach klarer Führung
: Ottenheimerinnen geben sicher geglaubten Sieg aus der Hand

Gegen die SG Degmarn-Oedheim schien zur Pause bereits alles klar. Auch sechs Tore Vorsprung nach 40 Minuten sollten den TuS-Damen jedoch nicht reichen.
Von
Thorsten Mühl
Ottenheim
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Trainer Nico Baumann hatte mit seinem Team einiges zu besprechen.

Trainer Nico Baumann hatte mit seinem Team einiges zu besprechen.

Horst Künstle
  • TuS Ottenheim verliert nach 17:11-Führung gegen SG Degmarn-Oedheim mit 20:21.
  • Wende nach Minute 40: Burgert enger gedeckt, Abschlüsse scheitern an der Torfrau.
  • TuS Altenheim siegt 25:14 gegen BSV Phönix Sinzheim – Entscheidung kurz nach der Pause.
  • SG Scutro unterliegt SG Maulburg/Steinen 22:33, zweite Halbzeit klar vergeben.
  • TuS Helmlingen und SG Altdorf/Ettenheim trennen sich 23:23 – Punkt nach Zeitstrafe gerettet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Oberliga, Damen: TuS Ottenheim – SG Degmarn-Oedheim 20:21 (12:7). Erwartet hatte Nico Baumann im Vorfeld der Begegnung eine richtig schwere Aufgabe. Den Fortlauf der Ereignisse bei der Heimniederlage seiner Mannschaft hätte der TuS-Coach aber ganz sicher nicht vorhersehen können. Ein bereits gewonnen geglaubtes Spiel vergeigte der TuS in Halbzeit zwei angesichts eines eigenen Einbruchs, aber auch einer sich immens steigernden SG. Die Startphase gestaltete sich für den TuS nicht einfach, da die Gäste einige sichere Treffer landeten. Doch der TuS besann sich, kam in der Abwehr zu mehr Griffigkeit und traute sich offensiv einiges zu. Über das 9:6 in Minute 24 standen zur Pause vermeintlich sichere fünf Treffer Vorsprung. „Wir hatten das Spiel bis zu diesem Zeitpunkt gut im Griff und hatten auch Zugriff in der Abwehr“, skizzierte Trainer Nico Baumann. An der Ottenheimer Überlegenheit änderte sich bis zur 40. Minute und einem Zwischenstand von 17:11 nichts. Dann aber trat die große Wende ein: TuS‑Topschützin Alica Burgert wurde etwas offensiver, wenngleich nicht kurz, gedeckt, die Abschlüsse wurden stumpfer und scheiterten mehrfach an der SG‑Torfrau. „Die Wende kam subtil, aber dafür umso markanter“, befand Baumann. Nervenflattern kam auf. „Das war teilweise Unerfahrenheit geschuldet. Es fehlte komplett der Mut, mit Bestimmtheit in Richtung SG-Tor zu ziehen“, zeigte Baumann auf. Die TuS-Moral brach und über 19:19 in Minute 57 ging die Partie noch verloren. „Daran werden einige mit Sicherheit zu kauen haben“, war sich der Trainer gewiss.
TuS Ottenheim: Viertel; M. Weide, Günther 2, R. Weide 4/1, Weiser, Matuschyk, Wanjek 2, Burgert 7, Kindlein 2, Spinner 1, Makelko 2, Baumann.

ALTENHEIM. Landesliga, Damen: TuS Altenheim – BSV Phönix Sinzheim 25:14 (13:6). Einen sicheren Heimsieg verbuchten die Gastgeberinnen gegen Sinzheim. Gegen die bevorzugt langsam vorgetragenen Gästeangriffe musste Altenheim taktische Disziplin wahren, auf Ballgewinne warten und seine Chancen umgehend in Tore umwandeln. Mit dem 6:3 in Minute 14 verlief die Begegnung einseitig. „In der heutigen Verfassung hat es uns Sinzheim einfacher gemacht als erwartet. Wichtig war, unsere Chancen zu nutzen, um frühzeitig davon zu ziehen“, merkte TuS-Trainer Lukas Schade an. Gerade die ersten Minuten der zweiten Hälfte sorgten für die schnelle Entscheidung, als Altenheim mit schnellen Beinen und sicheren Abschlüssen auf 19:7 in der 42. Minute entschwand. Schade wechselte sein Personal ab diesem Zeitpunkt zunehmend durch. Von den „Feuervögeln“ kam längst nicht mehr viel. „Für den Kopf war das ein enorm wichtiger Erfolg. Auch das Tempospiel war wieder einen Tick besser“, befand Schade.
TuS Altenheim: Teufel 1, Begerow; Kienzle, Hörnig 5/1, Heini 4, Boos 1, Wolf, Sterner 3, Jägle, Ackermann, Oertel 7, Schade 4, Mannßhardt, Kießle, Fahner, Schick.

SCHUTTERN. Verbandsliga, Damen: SG Scutro – SG Maulburg/Steinen 22:33 (13:15). Nichts zu erben gab es für die Damen der SG Scutro am Samstag in eigener Halle. Bis zum 3:3 in Minute neun herrschte Ausgeglichenheit auf dem Feld, auch wenn Scutro-Coach Oliver Kronenweitter erneut bemängeln musste, dass seine Mannschaft zu viele Gelegenheiten liegenließ. Auffällig war, wie konsequent die Gäste gegnerische Fehler bestraften. „Wir haben uns allein in Hälfte eins vier Gegentreffer über Gegenstöße eingefangen. Baar hat das ohne viel Federlesen durchgezogen“, befand Kronenwitter. So geriet seine Mannschaft, die auch noch den Ausfall Lea Künstles (Knieverletzung) verkraften musste, über 5:8 in Minute 19 in Rückstand. Bis zur Pause wurde der Rückstand immerhin noch im Rahmen gehalten. „Die Leistung war bis hierhin okay“, so der Scutro-Coach. Doch in den zweiten 30 Minuten rieben sich die Gastgeberinnen an der konsequenten Baar-Abwehr zunehmend auf. Die Genauigkeit im Abschluss fehlte und aufgrund mangelnder Rückraum-Alternativen schwanden auch die Kräfte. Die Gäste wirbelten während der zweiten Hälfte zunehmend nach Belieben durch die Halle. Am Ende stand eine deutliche Klatsche für Scutro. „Das hatte Züge eines Klassenunterschiedes“, merkte Kronenwitter an.
SG Scutro: Reichenbach, Decker; Isenmann, Tafa 3, Künstle, Martin, Zimmermann 1, Bläsi 4, Friedrich 7/3, Bix 2, Ruder 2, Orana 3.

RHEINAU. Verbandsliga, Damen: TuS Helmlingen – SG Altdorf/Ettenheim 23:23 (12:14). Beim Absteiger nahmen die SG-Damen am Sonntag einen verdienten Punkt mit. Bei schwierigen Bedingungen in einer kalten, mitunter kaum beleuchteten Halle kamen die Gäste recht gut ins Spiel, taten sich aber gegen die eingespielte TuS-Abwehr schwer. Nach dem 7:7 in der 18. Minute kam Altdorf/Ettenheim besser zurecht. Zur Pause blieb man vorn, allerdings deutete sich zu diesem Zeitpunkt bereits ein Erstarken der Helmlingerinnen an. „Wir hatten wieder viel mehr Möglichkeiten, als dann tatsächlich verwertet wurden. Allerdings sollte man auch die spielerische Klasse des Gegners nicht außer Acht lassen“, sagte Gästetrainerin Sabrina Chaloupka. Dennoch überwanden die Gäste eine starke Helmlinger Phase bis zum 16:16 in Minute 39. Das Fundament der starken SG-Leistung war die Abwehr, hinter der Torfrau Alina Trinidad einen guten Tag erwischte. Beim 20:23 in Minute 54 schienen die Siegchancen Altdorf/Ettenheims günstig. Doch zweieinhalb Minuten vor dem Ende kassierte man eine Zeitstrafe, die Helmlingen zum weiteren Verkürzen nutzte. „Dann unterläuft uns offensiv ein Fehler, Helmlingen gleicht aus und wir mussten mit allem Elan den Punkt noch verteidigen“, fasste Chaloupka zusammen.
SG Altdorf/Ettenheim: Trinidad, Jebelli; Haffner, Wagner 4/1, Fucilli 1, H. Maurer 2, Bender, P. Maurer, Blank 1, Thomann, Stubert 8, Huck 1, Burger 1, Braun 5/2.

WILLSTÄTT. Landesliga, Damen: HSG Willstätt/Hanauerland – HSG Dreiland 21:30 (11:12). Die junge Gastgeberinnen-Mannschaft war über volle 60 Minuten ein weiteres Mal noch deutlich von Punkten entfernt. Gegen einen bis dato ebenfalls noch sieglosen Kontrahenten erwischten die Gastgeberinnen zwar einen vernünftigen Start. Dann aber schlichen sich ohne Not eigene Fehler ein. Zudem reagierte der Gast mit einem eigenen Lauf zum 9:11 in Minute 27. HSG-Trainer Martin Valo tat sich schwer bei der Beurteilung des Verlaufs. „Wir haben uns bei guten Ansätzen den Boden unmittelbar selbst wieder weggezogen. So viele einfache technische Fehler dürfen einfach nicht passieren. Das sind handballerische Grundlagen, ohne die es schwierig wird, in jedem Spiel zu bestehen“, sagte er. Die Gastgeberinnen blieben trotz eminent hoher Fehlerquote noch lange im Spiel und glichen beim 19:19 elf Minuten vor dem Ende nochmals aus. Dann ließ Valo wieder überwiegend die junge Garde aufs Feld, wonach sich die Verhältnisse schnell wieder relativierten. „Wir wollen auf die jungen Spielerinnen setzen. Dann müssen wir ihnen auch entsprechende Spielzeiten einräumen“, legte Valo dar.
HSG Willstätt/Hanauerland: Güner; Baldner 3, Christeleit, Waag, E. Joner 10/3, C. Joner 2, Bühler 1, Stahl 1, Skibba, Schwörer, Qasmi, Wilhelm, Port 1, Kambou 3.