Klassenerhalt wäre „Überraschung“
: SV Oberschopfheim zwischen Realismus und Perspektive

Die Saison ist jung, aber nach dem 1:3 gegen Sulz ist die Bilanz des SVO in der Bezirksliga erschütternd. Die Chancen in der Liga werden ehrlich bewertet.
Von
Wolfgang Künstle
Oberschopfheim
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Felix Studer erzielt das 1:0 für die Sulzer. Torwart Justin Durban ist geschlagen.

Felix Studer erzielt das 1:0 für die Sulzer. Torwart Justin Durban ist geschlagen.

Wolfgang Künstle
  • SV Oberschopfheim verliert 1:3 gegen FV Sulz, bleibt Letzter mit einem Punkt aus elf Spielen.
  • Spielverlauf: Studer trifft früh, Durban patzt vor dem 0:2, Kuhnigk legt nach, Schwend per Elfer zum 1:3.
  • Team zeigt Moral und Druck nach der Pause – trotz Pfostentreffern kaum klare Chancen.
  • Verein im Umbruch: viele Routiniers weg, sechs A-Junioren im Kader, Offensive schwach.
  • Leitung setzt auf Jugend und Trainer Kalt, Klassenerhalt wäre laut Klub eine Überraschung.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Bezirksliga: SV Oberschopfheim – FV Sulz 1:3 (0:2). Elf Begegnungen, ein Punkt, vier Tore: Der SV Oberschopfheim liegt abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz in der Fußball-Bezirksliga. Auch im Heimspiel gegen den FV Sulz gab es am Sonntag eine Niederlage.

Von Anfang an übernahmen die Gäste aus Lahr das Kommando. Zwei Eckbälle in den Anfangsminuten sorgten für erste Gefahr. Kurz darauf verpasste Spielertrainer Ümit Sen eine Hereingabe in aussichtsreicher Position nur knapp. Nach zehn Minuten stocherte Felix Studer dann ein Zuspiel von rechts am Oberschopfheimer Torwart Justin Durban vorbei zum 1:0 in die Maschen.

Die Gastgeber am Auberg waren bis zu diesem Zeitpunkt offensiv noch nicht in Erscheinung getreten. Dann wurde Luca Häußermann schön in Szene gesetzt, doch er machte sich viel zu halbherzig auf den Weg zum Sulzer Tor und wurde mühelos gestoppt. In dieser Szene war dem Tabellenschlusslicht die Verunsicherung anzumerken.

Immerhin befreiten sich die Oberschopfheimer nun mehr und mehr aus ihrer eigenen Hälfte. Die Begegnung verlagerte sich ins Mittelfeld. Aus heiterem Himmel fiel das 2:0 für die Gäste, als Torwart Durban bei einem Klärungsversuch den Ball vor die Füße von Michel Kuhnigk spielte, der dankend einschob.

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Nach Wiederbeginn fand der SV Oberschopfheim besser in die Begegnung. Spätestens, als in der 50. Minute ein Schuss von Anton Rees gegen den Sulzer Torpfosten klatschte, schöpften die Anhänger Hoffnung, doch im Gegenzug erhöhte Kuhnigk nach einer schönen Ballstafette zum 3:0 für die Sulzer.

Doch es zeichnet die Oberschopfheimer aus, dass sie auch nach diesem erneuten Rückschlag nicht aufsteckten, sondern weiter ihr Heil in der Offensive suchten. Nach einem Foul an Nico Beiser zeigte Schiedsrichter Jannik Braun auf den Punkt und Kapitän Timo Schwend verkürzte zum 1:3. In der Schlussphase übernahm die Mannschaft von Karsten Kalt weiter die Initiative, generierte jedoch kaum Torgelegenheiten. Einen Pfostenschuss durften beide Mannschaften noch für sich notieren und dann war Schluss. Trotz der Niederlage spendeten die Zuschauer der Heimmannschaft Beifall.

Obwohl die Situation, in der sich der SV Oberschopfheim sportlich befindet, aussichtslos erscheint, überwiegt eine beeindruckende Gelassenheit am Auberg. „Wir wussten schon vor der Saison, dass es schwierig werden würde“, sagt Benjamin Benz, der im Sommer das Amt des langjährigen Sportlichen Leiters Reiner Fautz übernommen hat. Zu schwer wiegt die große Zahl an Routiniers, die den Verein zum Ende vergangener Spielzeit verlassen haben. Neben Spielertrainer Edi Jung verabschiedeten sich auch Andreas Bürkle, Simon Fünfgeld, Dimitri Holm, Kapitän Jonathan Riehle, Felix Baral und Steven Larouche. Dafür wurden sechs Spieler aus der A-Jugend in den Bezirksligakader übernommen.

Doch insbesondere in der Offensive zeigt sich die Mannschaft derzeit nicht konkurrenzfähig in der Bezirksliga. Das vierte Saisontor fiel am Sonntag am elften Spieltag gegen Sulz – und es war ein Strafstoß.

Mehr als 20 Jugendspieler wollen angreifen

Trotzdem sieht Benz für den SV Oberschopfheim eine gute Perspektive. „Ich bin froh, dass wir die Bezirksliga in der Vorsaison gehalten haben. So können unsere jungen Spieler noch mehr lernen“, sagt er. In den kommenden zwei Jahren sollen mehr als 20 Spieler aus der Jugend übernommen werden. Sorgen, dass viele von ihnen zum ambitionierten SG-Partner nach Niederschopfheim abwandern, hat Benz nicht. „Sie identifizieren sich sehr stark mit dem Verein und würden teils jetzt schon gerne mit den Aktiven spielen“, sagt der Sportliche Leiter. Mithilfe der breiten Jugend soll auch die zweite Mannschaft wiederbelebt werden, die derzeit als Spielgemeinschaft mit dem SV Diersburg an den Start geht.

Doch zunächst einmal werden kleinere Brötchen gebacken. „Es wäre eine Überraschung, wenn wir die Liga halten“, sagt Benz realistisch – was natürlich nicht heißen soll, dass man sich in Gedanken bereits aus der Bezirksliga verabschiedet hat. „Vielleicht gelingt uns ja in der Rückrunde eine Serie.“ Voll des Lobes ist er für Trainer Karsten Kalt, der ebenfalls zum Saisonbeginn zum SV Oberschopfheim stieß und hervorragende Trainingsarbeit leiste. „Er hat einen super Draht zu den Spielern“, bescheinigt Benz. Die Stimmung in der Mannschaft sei top – trotz des momentanen Misserfolgs.

Mit Zukäufen zu versuchen, den Klassenerhalt zu schaffen, widerstrebt dem 30-Jährigen ganz grundlegend. „Das ist nicht unsere Philosophie. Ganz im Gegenteil – wir setzen künftig wieder verstärkt auf Spieler aus der eigenen Jugend. Dann kommen Zuschauer, weil man einander kennt“, ist er überzeugt.

Nicht ganz so überzeugend war die Stimmung an diesem Spieltag beim FV Dinglingen, der nicht an die Leistung aus der Partie in Ettenheim anknüpfte und zu Hause eine schmerzliche 1:6-Packung gegen den SV Mühlenbach kassierte. Claudius Bührer bezwang die Dinglinger beinahe im Alleingang. Er steuerte seine Saisontreffer zehn bis 13 für die Mühlenbacher bei, was ihn zwischenzeitlich zum Topscorer der Liga macht.

Auch Michael Schwanz vom FC Ettenheim/Altdorf gab beim Gastspiel in Elgersweier den Alleinunterhalter und stellte mit vier Treffern den 4:0-Sieg sicher. Mitte der ersten Hälfte traf er innerhalb von zehn Minuten dreimal und nach knapp einer Stunde legte er noch einen Treffer nach. Sparsamer ging es dagegen bei der TGB Lahr zu, die gegen den TuS Oppenau nicht über ein enttäuschendes 1:1 hinauskam. Yven Kraut erzielte in der 36. Minute die Führung und Marek Huber glich in der 79. Minute für die Renchtäler aus.