Aus in der Verlängerung
: „Skandalspiel“ – SC Lahr ärgert sich über krasse Fehlentscheidung im Pokal

Kampf, Last-Minute-Tore und das Weiterkommen des Underdogs: Das Pokalspiel zwischen dem SC Lahr und dem SV Schapbach hatte viel zu bieten. Am Ende jedoch stand vor allem eine eklatante Fehlentscheidung der Schiedsrichter im Mittelpunkt.
Von
Felix Paschke
Schapbach/Lahr
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Linienrichter: ARCHIV - 12.04.2025, Nordrhein-Westfalen, Bochum: Fußball: Bundesliga, VfL Bochum - FC Augsburg, 29. Spieltag, Vonovia Ruhrstadion: Der Schiedsrichter-Assistent hält seine Fahne in der Hand. In Wuppertal streiken am Wochenende die Schiedsrichter (zu dpa: «Schiedsrichter streiken: Kreisliga-Spiele fallen aus») Foto: David Inderlied/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Eine falsche Abseitsentscheidung in der 120. Minute sorgte beim SC Lahr nach dem Pokalaus für Frust.

David Inderlied/dpa (Symbolfoto)
  • Pokalspiel SC Lahr gegen SV Schapbach endete mit umstrittener Abseitsentscheidung.
  • Lahr führte in der Verlängerung 2:1, Ausgleich fiel in der 121. Minute per Standard.
  • Livestream-Bilder zeigen: Ein Schapbacher hob das Abseits deutlich auf, Fahne war oben.
  • Lahr kritisiert „Skandalspiel“, Beschwerde möglich, Pokalaus bleibt bestehen.
  • Müller lobt Teamgeist, mahnt Punkte in der Liga ein – nächstes Spiel beim SC Konstanz-Wollmatingen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Pokalspiele haben nicht selten ihren ganz eigenen Reiz. Hier treffen Teams aufeinander, die im normalen Ligabetrieb normalerweise nichts miteinander zu tun haben. Man spielt auf Plätzen, die man ansonsten nur aus Erzählungen kennt. Das Spiel des SC Lahr am Mittwochabend in Schapbach hatte all das – und wurde am Ende doch von einer haarsträubenden Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns überschattet.

Stein des Anstoßes war die Entstehung des Schapbacher 2:2-Ausgleichs in der 121. Minute, der dem unterklassigen Verein aufgrund der südbadischen Sonderregelung zum Weiterkommen reichte. „So etwas habe ich in 30 Jahren nicht erlebt“, sagte Petro Müller über eine Abseitsentscheidung kurz vor dem 2:2.

Was war passiert? Der SC Lahr, der sich dank eines Treffers von Alberto Mohamad Nouri in der 90. Minute in die Verlängerung gerettet hatte, stand in der 120. Minute kurz vor dem Weiterkommen. Denn kurz vorher hatte Jamie Stopp (114.) zum 2:1 für die Gäste getroffen.

Schapbach wirft alles nach vorne – Lahr kontert

Der SV Schapbach musste also nachlegen und warf nun alles nach vorn. Auf dem extrem kleinen Platz in Schapbach, der keinen Raum für Kombinationsfußball bot, konterte nun der SC Lahr. Nach einem Ball in die gegnerische Hälfte hob plötzlich der Linienrichter die Fahne und entschied auf Abseits.

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Bilder aus dem Livestream zeigen klare Fehlentscheidung

Allerdings: Wie auf den Bildern des Livestreams klar ersichtlich ist, hob ein Schapbacher Spieler das Abseits auf – um gut zehn Meter. Laut Müller räumte der Linienrichter, der direkt vor der Lahrer Bank stand, ein, dass er den betreffenden Spieler in der Schapbacher Hälfte übersehen hatte. Dem Hauptschiedsrichter, der die Fehlentscheidung aufgrund der Deutlichkeit der Nicht-Abseitsstellung auf dem Feld ebenfalls hätte sehen können, teilte er das jedoch offensichtlich nicht mit.

So gab es einen Freistoß kurz hinter der Mittellinie für Schapbach. Der Ball flog lang in den Lahrer Strafraum, Julian Krauths Aufsetzer von links setzte tückisch auf und ging ins lange Eck. „Skandalspiel“, nannte Müller am Donnerstagmorgen die Geschehnisse tief in der Verlängerung auf dem Schapbacher Platz.

Am Pokalaus lässt sich nichts ändern

Denn ob der Ausgleich ohne die Schiedsrichterentscheidung gefallen wäre, darf zumindest bezweifelt werden. „Das geht nicht“, ärgerte sich der Lahrer Sportvorstand über die Fehlentscheidung der Schiedsrichter. Er deutete an, dass man sich darüber beschweren werde. Doch auch Müller war klar, dass am Pokalaus nichts zu schütteln sein wird: „Das kann man nicht rückgängig machen.“

Lob für die Mannschaft

Mit der Leistung der Spieler war der sportliche Leiter dagegen einverstanden. „Die Mannschaft hat einen guten Charakter gezeigt und alles gegeben“, lobte Müller und sprach von einem „Glücksspiel“ auf dem kleinen Platz, auf dem jeder Einwurf zu einer Flanke in den Fünf-Meter-Raum wurde. So konnte der Verbandsligist seine individuellen Stärken kaum ausspielen. Denn die Wege waren kurz: Sobald ein Gegner ausgespielt war, kamen zwei weitere auf den Ballführer.

Die Szene, über die danach alle redeten: Im Hintergrund hebt der Linienrichter die Fahne – obwohl ein Schapbacher mehrere Meter weiter links steht.

Die Szene, über die danach alle redeten: Im Hintergrund hebt der Linienrichter die Fahne – obwohl ein Schapbacher mehrere Meter weiter links steht.

Staige.tv (Screenshot)

„Im Moment haben wir das Glück nicht gepachtet“, sagte Müller mit Blick auf den holprigen Saisonstart. In der Liga verloren die Lahrer ihre beiden ersten Spiele. Am Mittwoch folgte nun das Pokalaus gegen einen Landesligisten.

Wird der „Aufsteigerfluch“ gebrochen?

Und bereits am Samstag wartet die nächste große Aufgabe: Um 16 Uhr geht es beim SC Kontanz-Wollmatingen gegen einen Aufsteiger. Eine Disziplin, in der der Sportclub in der Vergangenheit oft schwächelte. Trainer Sascha Schröder sprach jüngst gar mit einem Augenzwinkern von einem „Aufsteigerfluch beim SC Lahr“.

Tabellenführer hat schon sechs Punkte Vorsprung

Diesen Fluch sollten die Kicker von der Dammenmühle am Samstag allerdings brechen, um in der Verbandsliga nicht noch weiter an Boden zu verlieren. Bereits jetzt ist mit dem Oberliga-Absteiger FC Denzlingen ein potenzieller Konkurrent um die vorderen Plätze sechs Punkte enteilt. „Wir wissen, dass wir jetzt Punkte holen sollten“, weiß auch Müller.

„Die Leistung aus Schapbach lässt hoffen“, so der Sportvorstand weiter. Auch wenn der Pokalfight, der diesen Namen definitiv verdient gehabt hätte, von Diskussionen über eine bittere Fehlentscheidung der Schiedsrichter überschattet wurde.