DM im Tauziehen: Böllen schluckt viel Staub und wird Dritter

Das Podest bei der Deutschen Tauzieh-Meisterschaft in der 640-Kilogramm-Klasse belegten (von links) die Mannschaften von Eschbachtal, Goldscheuer und Böllen.
Karl-Heinz Rümmele- Deutsche Meisterschaft in Schönau: Goldscheuer gewann die 640-kg-Klasse, Eschbachtal wurde Zweiter.
- Gastgeber Böllen holte Bronze nach Sieg im Wiesental-Duell um Platz drei.
- Vorrunde: Wieden-Siegelau führte vor Böllen und Eschbachtal; Halbfinals gingen jeweils über drei Züge.
- Jugend am Sonntagvormittag: Dream Team Siegelau siegte in der 450-kg-Klasse, Böllen wurde Zweiter.
- Turnierleitung durch Pia Asal – Siegerehrung durch den Sportdirektor des Verbands.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es hat schon Tradition, dass die deutsche Tauzieh-Elite in der 640 Kilogramm-Klasse im Oberen Wiesental um den Meistertitel kämpft. Diesmal stellten Temperaturen jenseits der 30 Grad und eine Menge Staub die Tauziehmannschaften vor große Herausforderungen.
Kraft allein reicht nicht. Wer beim Tauziehen auf höchstem Niveau bestehen will, braucht Technik, Ausdauer und vor allem acht Athleten, die am Seil wie eine Einheit funktionieren. Genau das bekamen die Zuschauer am Sonntag auf dem Oberfeld in Schönau zu sehen.
Schönau eine traditionsreiche Adresse
Gastgeber waren die Tauziehfreunde Böllen, die seit vielen Jahren zu den traditionsreichen Adressen des deutschen Tauziehsports zählen. Für sie bedeutete die Meisterschaft vor heimischem Publikum nicht nur einen sportlichen Höhepunkt, sondern auch eine organisatorische Herausforderung.
Schon beim Wiegen wurde deutlich, was die Bezeichnung „640 Kilogramm“ bedeutet: Die acht Athleten einer Mannschaft dürfen gemeinsam diese Gewichtsgrenze nicht überschreiten. Danach entscheidet am Seil nicht der einzelne Kraftprotz, sondern das Zusammenspiel der gesamten Mannschaft. Rhythmus, Körperhaltung und der richtige Moment für den gemeinsamen Angriff sind entscheidend.
Auf dem Wettkampplatz in Schönau entwickelten sich entsprechend intensive Duelle. Zentimeterweise versuchten die Teams, den Gegner auf ihre Seite zu zwingen. Immer wieder schien das Seil minutenlang nahezu stillzustehen, ehe eine Mannschaft mit einem gemeinsamen Kommando den entscheidenden Vorteil herausarbeiten konnte.
Wechselspiel der besondere Reiz des Tauziehens
Für die Zuschauer ist gerade dieses Wechselspiel der besondere Reiz des Tauziehens. Die Athleten lehnen sich weit zurück, die Schuhe graben sich in den Boden, und jeder Fehler kann eine zuvor mühsam erarbeitete Position innerhalb weniger Sekunden zunichtemachen.
Das Turnierwochenende im Oberfeld startete am Samstag mit einem gutbesuchten Hobbyturnier. Neun Mannschaften zogen um den Sieg. Der Vormittag gehörte am Sonntag der Jugend. Sieben Teams zogen in der 450 Kilogramm-Klasse um den Titel. Am Ende jubelten die starken Jungs des Dream Teams Siegelau über den Titelgewinn. Den Silberplatz erzog sich Gastgeber Böllen. Auf den weiteren Plätzen folgten TZC Eschbachtal, TZC Horben, Sportfreunde Goldscheuer, TZFr Pfahlbronn und TZFr Dietenbach. Die Mannschaften auf den ersten beiden Plätzen erhielten Pokale.
Die Turnierleitung lag an beiden Tagen in den Händen von Pia Asal. Markus Weis hieß der Hauptkampfrichter. Unterstützt wurde er von Ralf Bräuninger. Mit dabei waren auch zwei Kampfrichter-Kollegen aus der Schweiz.
Der Höhepunkt folgte dann am Nachmittag, als es in der 640-Kilogramm-Klasse um den Deutschen Meistertitel ging. Nach der Vorrunde hatte die TG Wieden-Siegelau die Nase mit zehn Punkten vorne. Auf den weiteren Plätzen folgten Böllen, Eschbachtal, Allgäu-Power Zell, die TZFr Bleifuß Dietenbach und Pfahlbronn.
Im Halbfinale verlor Böllen nach drei spannenden Zügen gegen Goldscheuer, Ebenfalls drei Züge brauchten die Eschbachtaler, um sich gegen die Zuggemeinschaft Wieden-Siegelau die Finalteilnahme zu erkämpfen.
Wiesental-Duell um Platz drei
Das Wiesental-Duell um Platz drei entschied Böllen zu seinen Gunsten. Gold und der deutsche Meistertitel ging an Goldscheuer, das sich am Ende eindrucksvoll gegen das Eschbachtaler Team durchsetzte. Platz fünf erzog sich Allgäu-Power Zell, Platz sechs ging an die TZFr Dietenbach und Siebter wurde Pfahlbronn.
Die Siegerehrung in der 640-Kilogramm-Klasse wurde von Corsin Wörner, Sportdirektor des Deutschen Rasenkraftsport- und Tauziehverbandes, vorgenommen. Es gab für die Mannschaften auf den Plätzen eins bis drei neben den Medaillen Gold, Silber und Bronze auch noch Pokale und Nadeln. Die Nationalhymne und viele Gratulationen rundeten die Deutschen Meisterschaften in Schönau ab. Am kommenden Sonntag, 9. August, findet in Neuried der letzte Wettkampftag in der Landes-Liga-Baden (680 kg) statt.