Nordische Kombination
: Nathalie Armbruster – der Tag der Wahrheit

Es geht um alles oder nichts: Das Internationale Olympische Komitee hebt oder senkt am Dienstagabend den Daumen über die Zukunft einer ganzen Sportart.
Von
Peter Flaig
Lausanne
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NORDIC SKIING - FIS WC Seefeld SEEFELD,AUSTRIA,03.FEB.24 - NORDIC SKIING, NORDIC COMBINED, CROSS COUNTRY - FIS World Cup, 5km, compact race, ladies. Image shows Nathalie Armbruster GER. PUBLICATIONxNOTxINxAUTxSUIxSWE GEPAxpictures/xMathiasxMandl

Wird sich Nathalie Armbruster am Ende des Tages so freuen können?

IMAGO/GEPA pictures
  • IOC entscheidet am Dienstagabend über die Zukunft der Nordischen Kombination.
  • Zwei Optionen: Frauen ab 2030 dabei oder komplette Streichung aus dem Programm.
  • Nathalie Armbruster kritisiert den Ausschluss 2026 und fordert Gleichberechtigung.
  • IOC verweist auf globale Attraktivität und begrenzte Athletenzahl – Kommerz wird befürchtet.
  • Zeichen für Verbleib gibt es, doch Unsicherheit bleibt trotz positiver Signale aus 2026.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nathalie Armbruster ist gut drauf. Jedenfalls postete die Freudenstädterin auf ihrem Instagram-Kanal Fotos von unbeschwerten Urlaubstagen in Inzell an der Seite ihres Freundes Nico Zarucchi – und mit ihrer gesamten Familie.

In ihrem Inneren sind aber nach wie vor Zweifel. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat für Dienstag eine Entscheidung über das Olympia-Programm 2030 angekündigt. Und dabei geht es auch um einen möglichen Ausschluss der Nordischen Kombination aus dem olympischen Programm.

Frauen rein? Alle raus?

Im Grunde gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder werden die Frauen endlich in das Programm aufgenommen und dürfen 2030 erstmals um olympische Medaillen kämpfen. Oder die ganze Kombination wird gestrichen. Beides ist sehr gut möglich.

„Ich könnte mir hier meinen Kindheitstraum erfüllen“, sagte die Sommer-Grand-Prix-Siegerin und deutsche Meisterin während der Spiele im Frühjahr mit ernster Stimme, „aber ich kann’s nicht. Und ich sitze zu Hause vor dem Fernseher. Es tut wahnsinnig doll weh.“

„Eine Sauerei“

„Eine Sauerei“ hat Nathalie Armbruster die Entscheidung genannt, Frauen für 2026 nicht zuzulassen. Und US-Star Annika Malacinski wurde deutlich: „Wir schreiben das Jahr 2026. Dass so etwas immer noch passiert, ist inakzeptabel. Wir bitten nicht um Gefälligkeiten. Wir fordern Gleichberechtigung.“ Das „haben wir uns verdammt noch mal verdient“, ergänzte Nathalie Armbruster.

Die Zeichen, dass die Kombination bleibt, hat IOC-Präsidentin Kirsty Coventry selbst gesetzt. Bei den Spielen 2026 zeigte sie sich bei den Kombinations-Wettbewerben begeistert vom Geschehen auf der Schanze und in der Loipe.

Global attraktiv?

Auch der neue IOC-Sportdirektor Pierre Ducrey soll Zeichen gesendet haben, dass die Kombination erhalten bleibt. Doch bei den Beratungen der IOC-Exekutive am Dienstag soll über eine globale Attraktivitätsstudie mit 14 Indikatoren beraten werden, die die Beliebtheit der Sportart bewerten soll. Was da drinsteht, weiß keiner.

„Glaubt man den Buschtrommeln, gibt es eine kleine Mehrheit, die dafür ist, dass die Kombination olympisch bleibt“, erklärt Ex-Bundestrainer Hermann Weinbuch. Aber auch nur vom Hörensagen.

„Kommerzielle Interessen“

Denn auch er weiß, dass kaum sportliche Bewertungsmaßstäbe angelegt werden. „Letztendlich sieht es so aus, als würden kommerzielle Interessen überwiegen“, gibt er zu.

Dass die Sportart nicht überall auf der Welt präsent sein kann – eines der IOC-Argumente gegen die Kombination –, ist logisch. Doch die Argumente bleiben Scheinargumente. Mangelnde Universalität? Was ist denn mit Bob und Rodeln? Mangelnde Abwechslung auf dem Siegerpodest? Was ist denn mit Langlauf? „Die Argumente zählen nicht mehr“, schrieb die 2025 so erfolgreiche Nathalie Armbruster den Herren des IOC ins Stammbuch, „sonst müsstet ihr ja gleich viel mehr Disziplinen ausschließen.“

Damoklesschwert Nummer 2

Doch es gibt noch ein anderes Damoklesschwert über der Kombination. Kirsty Coventry will die Spiele insgesamt verkleinern. Die Sommerspiele 2032 sollen erheblich schrumpfen, denn das permanente Wachstum hat dazu geführt, dass die Spiele immer teurer wurden.

Das gilt auch für den Winter. Und deshalb soll auf keinen Fall die Zahl der Athletinnen und Athleten wachsen. Im Gegenteil. Und ob es ein gutes Zeichen für die Kombination ist, dass die Randsportart Skibergsteigen, die wohl weniger Fans hat als die Kombination, auf jeden Fall im Programm bleibt, ist fraglich. Es darf jedenfalls gezittert werden.