Skispringen Hinterzarten: Auch Martin Schmitt staunt – das gibt es nur einmal auf der Welt

Der „weltweit einzigartige“ Skisprung-Simulator in Hinterzarten ist eröffnet.
KunerDie vom Olympiastützpunkt Freiburg und dem Schwarzwälder Skiverband letztendlich initiierte und mit Landesmitteln finanzierte Anlage wurde im Beisein von Olympiasieger Martin Schmitt und Horst Hüttel (DSV-Sportdirektor) eröffnet. Manuel Faißt und Finn Braun agierten als „Testflieger“.
Bereits in dieser Woche soll Skiflugweltmeister Karl Geiger gemeinsam mit Bundestrainer Stefan Horngacher die Anlage testen. Weitere nationale und internationale Trainingsanfragen liegen bereits vor.
Dies gibt Manfred Kuner, der Präsident des Schwarzwälder Skiverbandes (SVS), auf unsere Nachfrage preis.
Die Mitteilung
Zudem heißt es in einer Pressemitteilung: „Die Anlage ist komplett über Landesmittel und regionale Drittmittel finanziert. Die Gesamtkosten liegen bei ca. 500 000 Euro, wobei 300 000 Euro über Landesmittel und der Rest über regionale Förderer, wie die Renate und Waltraut Sick-Stiftung, den Badischen Sportbund Freiburg und Naturenergie, erbracht wurden.“
Die Anlage
Die neue Anlage wird von zwei großen Ventilatoren betrieben, die einen Luftstrom mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Stundenkilometern erzeugen – genug, um vor allem junge Skispringer in der Luft zu halten.
In einem „Windfenster“ von 2,5 x 1,25 Metern wird der Athlet gesichert, in Position gebracht und „aufgehängt“. Dort kann er seine Haltung und Technik verbessern – und das über mehrere Minuten. Zum Vergleich: Ein Skisprung dauert drei bis fünf Sekunden. Hier sind also die Möglichkeiten der Korrektur wesentlich geringer.
Die Besonderheit
Vor allem für junge Springer sei dies ein großer Vorteil. Weiter heißt es: „Eine große Besonderheit ist die unmittelbare Nähe zur Schanze. Dadurch kann das im Simulator Erarbeitete direkt in den Sprung umgesetzt werden – und umgekehrt.
Wenn der Luftstrom durch eine Fehlstellung der Ski tatsächlich abreißt, was in der Realität einen Sturz zur Folge hätte, bedeutet das im Simulator lediglich ein verletzungsfreies Ruckeln.“
Einzigartig
Vier Schalldämpfer würden dafür sorgen, dass sich die Schanzen-Nachbarn nicht durch Lärm belästigt fühlen.
„In ihrer Gesamtheit ist die Anlage weltweit einzigartig. Durch die besondere Konstruktion ermöglicht sie eine Nähe zum realen Sprung, der an anderen Anlagen nicht gegeben ist. Die Nähe der Simulationsanlage zur Schanze ermöglicht einen unmittelbaren Transfer des Erlernten in den Sprung, der derzeit an keinem anderen Standort stattfinden kann.“
Manfred Kuner
„Mit der neuen Flugsimulationsanlage verfügt unser Bundesleistungszentrum Skisprung in Hinterzarten über ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal, das sicherlich ganz erheblich zu einer gewaltigen Leistungssteigerung unserer Skisprungathletinnen und -athleten (Schwarzwald und Baden-Württemberg, Anm. d. Red.) führen wird. Mit dieser Anlage – direkt an den vier Schanzen gelegen – kann direkt im Training, faktisch unmittelbar nach einem Trainingssprung, ein optimiertes – beziehungsweise verbessertes – Flugverhalten simuliert werden. Damit haben unsere hoffnungsvollen Talente, welche die Anlage übrigens als einzige kostenfrei nutzen können, einen riesigen Trainings- und Wettbewerbsvorteil gegenüber der nationalen und internationalen Konkurrenz. Nach Abschluss der nun begonnenen Erprobungs-und Optimierungsphase soll mittelfristig auch eine touristische Nutzung über die Gemeinde Hinterzarten angeboten werden, was natürlich die Attraktivität des Schwarzwaldkurortes Hinterzarten nachhaltig verbessern würde“, betont Manfred Kuner gegenüber unserer Redaktion.
