Reaktionen nach dem Derby
: Erleichterung beim SC Freiburg – Enttäuschung beim VfB Stuttgart

Während der SC Freiburg nach dem 3:1-Sieg feierte, war Trainer und Spielern des VfB Stuttgart die Enttäuschung über die Niederlage anzumerken.
Von
Felix Paschke
Oberndorf
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Philipp Lienhart und seine Kollegen des SC Freiburg können aufatmen: Im Derby gegen Stuttgart gab’s den ersten Saisonsieg.

Tom Weller/dpa

Es war die 86. Minute, in der im Freiburger Europa-Park-Stadion alle Dämme brachen. Und das nicht nur auf der Tribüne. Denn als der nach gut einer Stunde für Vincenzo Grifo eingewechselte Derry Scherhant zum 2:1 für den SC Freiburg traf, gab es auch für Trainer Julian Schuster kein Halten mehr. Aus seiner Coaching-Zone sprintete er bis fast zur Grundlinie vor der Südtribüne und schrie seine Freude über den Führungstreffer heraus.

„Für uns war heute natürlich ein wichtiges Spiel“, sagte Schuster und lieferte damit einen Grund für seinen überschwänglichen Jubel nach dem 2:1 durch seinen Joker, der seinen ersten Treffer für die Freiburger zu einem denkbar günstigen Zeitpunkt feiern durfte.

Scherhant wurde dabei mustergültig von Johan Manzambi auf der linken Seite bedient, scheiterte jedoch zunächst an dem Stuttgarter Keeper Alexander Nübel. Danach war der SCF-Neuzugang gedankenschneller als die VfB-Hintermannschaft und brachte das Stadion zum Kochen. „Ich habe nicht lange nachgedacht und den Ball einfach reingemacht“, sagte der Ex-Herthaner nach der Partie über sein Tor.

Bis zur 80. Minute steht Stuttgart stabil

Scherhant wurde dabei zu einem von zwei Gesichtern des ersten Freiburger Bundesliga-Siegs in dieser Saison. Das zweite war Stürmer Igor Matanović. Der Neuzugang feierte am Samstag im Derby sein Pflichtspieldebüt für den Sport-Club. Den Saisonauftakt hatte er verletzt verpasst, am Samstag kam er nach 78 Minuten für den weitgehend abgemeldeten Lucas Höler in die Partie.

Zu diesem Zeitpunkt hatten der VfB Stuttgart defensiv alles im Griff, Kapitän Atakan Karazor nahm gar das Wort „Weltklasse“ in den Mund, um die Abwehrarbeit seiner Mannschaft bis zur 80. Minute zu beschreiben. Und sein Teamkollege Ermedin Demirovic „dachte, dass es eins der Spiele ist, wo man dreckig so ein Ding über die Ziellinie zieht“, sagte der Ex-Freiburger enttäuscht.

Erneut trifft Ermedin Demirovic

Wie schon in der Vorsaison – damals im ersten Spiel der Bundesliga-Saison – brachte er den VfB in einer ansonsten äußerst ereignisarmen ersten Halbzeit (20.) in Führung. Und das sehenswert: Mit dem Rücken zum Tor kam der Stürmer im SC-Strafraum an den Ball, behauptete sich und traf kunstvoll mit der Hacke in rechte untere Eck zur Führung für die Schwaben.

Danach sah es lange so aus, als würden die Stuttgarter sich defensiv den Sieg verdienen. Die Freiburger versuchten zwar viel, lange fehlte jedoch die letzte Effizienz. Dann kam Matanović. Eine flache Hereingabe von Lukas Kübler nahm der Stürmer aus 16 Metern direkt mit links. Vom rechten Innenpfosten ging der Ball unhaltbar für Nübel ins Tor (81.).

Das sagen die Trainer zum Derby

Die Gäste wirkten danach verunsichert, erst Scherhant (86.) und noch mal Matanović (90.+2) per Elfmeter (Finn Jeltsch hatte Manzambi, der wenig später nach grobem Spiel mit Rot vom Feld flog, gefoult) sorgten für den verdienten Derbysieg der Breisgauer.

„Wir sind nicht zufrieden“, sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß. „Unser Offensivspiel hat uns nicht die Entlastung gebracht, um die Freiburger zu beschäftigen. Unterm Strich waren es zu wenig Dinge, die wir mit dem Ball kreiert haben“, war Hoeneß auf der Pressekonferenz sichtlich unzufrieden.

Ganz anders Schuster. Ihm und den Freiburgern war die Erleichterung über den ersten „Dreier“ der Saison anzumerken. Den Grundstein dafür habe man in den Tagen zuvor gelegt. „Die Mannschaft hat die Länderspielpause gut genutzt, wie sie in den Austausch gegangen ist“, sagte Schuster. Er selbst hatte ein glückliches Händchen, als er beide Matchwinner einwechselte.

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