Igor Matanović vom SC Freiburg
: Warum der Derby-Matchwinner eigentlich gar nicht spielen sollte

Mit seinem Doppelpack wurde Igor Matanović zum Derbyheld für den SC Freiburg. Dabei war sein Kaderplatz 24 Stunden vorher überhaupt nicht geplant.
Von
Felix Paschke
Oberndorf
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Jan-Niklas Beste (rechts) jubelt mit Igor Matanović ­über dessen ersten Treffer für den SC Freiburg.

Tom Weller/dpa

Es war der Nachmittag der Premieren im Freiburg. Vor dem Spiel wollte sich Sebastian Hoeneß noch nicht in die Karten schauen lassen, gut 75 Minuten vor Anpfiff war dann klar: Die beiden offensiven Last-Minute-Neuzugänge Badredine Bouanani und Bilal El Khannouss spielen in ihrer ersten Bundesliga-Partie direkt von Beginn für den VfB Stuttgart. „Beide ordentlich“ – so bewertete der VfB-Trainer das Debüt der Offensivkräfte.

Auf der Gegenseite beorderte Julian Schuster, Trainer des SC Freiburg, Jan-Niklas Beste auf dem rechten Flügel in die Startaufstellung. In seinem ersten Spiel von Beginn an seit seinem Winterwechsel machte Beste seine Sache ordentlich und dürfte sich damit für weitere Einsätze empfohlen haben.

Ähnliches dürfte bei den Freiburgern vor allem für einen gelten: Igor Matanović. Dass der Doppelpacker am Samstag im Derby überhaupt auf dem Feld stand, war 24 Stunden zuvor noch überhaupt nicht eingeplant. „Eigentlich war der Plan, ihn gar nicht in den Kader zu nehmen. Er hatte nur vier Trainingseinheiten“, sagte Schuster auf der Pressekonferenz schmunzelnd über den kroatischen Nationalspieler.

Stürmer betreibt im Training Werbung in eigener Sache

Woher dann der Sinneswandel? „Im Abschlusstraining hat er dann jeden Ball reingemacht, da wäre es fahrlässig gewesen, ihn nicht mitzunehmen“, so Schuster, der Matanović nach 78 Minuten aufs Feld schickte. Dort brauchte er nur drei Minuten, um in seinem ersten Pflichtspiel auch sein erstes Tor zu schießen.

Und wie: „Andere reißen sich dabei das Innenband“, kommentierte Teamkollege Maximilian Eggestein das mehr als sehenswerte Tor von der Strafraumkante. „Bei dieser Power war es meine Aufgabe, dem Ball nur noch die richtige Richtung zu geben“, lobte Matanović die Hereingabe von Lukas Kübler und stellte generell den mannschaftlichen Erfolg in den Vordergrund.

Nach Verletzung nun wieder bereit

„Wir sind wirklich eine Einheit“, schwärmte der ehemalige Frankfurter, der sich wenige Tage vor dem DFB-Pokalspiel verletzte und mehrere Wochen pausieren musste. „Vor einer Woche war ich noch in der Reha, heute war ich auf dem Platz“, sagte Matanović , der bei der Eintracht nur selten über die Rolle des Jokers hinausgekommen war.

„Heute war natürlich ein guter Start, den ich mir so selber nicht hätte vorstellen können“, sagte der 22-Jährige über seine ersten Pflichtspielminuten im neuen Trikot. Denn seinem Premierentreffer in Minute 81 – der „Dosenöffner“, wie mehrere SC-Akteure sagten – lies der groß gewachsene Stürmer per Elfmeter ein zweites Tor folgen. Es war die Entscheidung in einem am Ende emotionalen Derby.

Für den Matchwinner soll das aber nur der Anfang sein. „Heute kann man sich abfeiern lassen, aber morgen ist schon wieder Training“, sagte er. Und dann geht’s für den SC Freiburg nach Bremen. Gut möglich, dass Matanović dann auch sein Debüt in der Startelf feiern kann.

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