Freiburger Machtdemonstration gegen Gladbach: Des einen Freud ist des anderen Leid

Der SC Freiburg stürzte Borussia Mönchengladbach mit einer 5:0-Machtdemonstration noch tiefer in die Krise.
IMAGO/Steinsiek- Freiburg besiegte Borussia Mönchengladbach mit 5:0 und stürzte die Gäste tiefer in die Krise.
- Gladbach trennte sich seit Sonntag mit sofortiger Wirkung von seinem Cheftrainer.
- Ein Platzverweis für Tim Kleindienst früh nach der Pause beschleunigte den Einbruch der Borussia.
- Doppelpacker Yannik Engelhardt und Igor Matanović prägten das Spiel – Ginter gab zwei Assists.
- Freiburg überzeugte mit starker Kollektivleistung, bleibt nach sechs Pflichtspielsiegen im Flow.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
So berauschend der Nachmittag für den SC Freiburg war, so niederschmetternd fühlten sich Fans, Spieler und Verantwortliche im Gladbacher Lager nach dem Abpfiff. Auf der Pressekonferenz nach der Partie richtete sich ein Großteil der Fragen an Gäste-Trainer Eugen Polanski, der dabei merkliche Schwierigkeiten hatte, passende Worte zu finden. „Ich kann die Fans komplett verstehen“, kommentierte der 40-Jährige die „Wir haben die Schnauze voll“-Sprechchöre der nach Freiburg mitgereisten Gladbacher Fans.
Schlussstrich in Gladbach
Seit Sonntag steht nun fest: Die Borussia trennt sich mit sofortiger Wirkung von ihrem Cheftrainer – und das im zweiten Jahr in Folge nach dem dritten Bundesliga-Spieltag. Die 0:5-Klatsche im Europa-Park-Stadion war der Tropfen, der das Fohlen-Fass letztendlich zum Überlaufen brachte. Tropfen? Wohl eher Sintflut. Die Borussia wurde an diesem Nachmittag deklassiert. Schon die Freiburger 2:0-Führung zur Halbzeitpause war mehr als verdient. Der Platzverweis für Kapitän Tim Kleindienst kurz nach dem Seitenwechsel war schon früh der letzte Nagel im Sarg einer völlig überforderten Gladbach-Elf.
Während die Gäste Schritt für Schritt mehr in sich zusammenfielen, spielte sich der aktuelle Tabellenführer der Fußball-Bundesliga (!) in einen regelrechten Rausch. Yannik Engelhardt, der erstmals in seiner Profi-Karriere einen Doppelpack erzielte, scherzte nach der Partie, dass auch sein Kollege Igor Matanović, der andere zweifache Torschütze, die Auszeichnung zum Spieler des Spiels verdient gehabt hätte. „Aber er wird noch ein paar mehr Doppelpacks erzielen als ich in meiner Karriere. Also geht das heute schon in Ordnung“, so der einmal mehr überragende Freiburger Mittelfeldmotor lachend.
Zahlreiche Sonderlobe
Doch nicht nur Engelhardt und Matanović überzeugten auf voller Linie. Jordy Makengo und Derry Scherhant beackerten den linken Flügel und bereiteten dabei jeweils einen Treffer vor. Abwehrchef Matthias Ginter sammelte sogar zwei Assists und war gegen den Ball der altbekannte Fels in der Brandung. Sein Nebenmann Philipp Lienhart hatte ebenfalls einen erheblichen Anteil daran, dass Kleindienst selbst vor seiner gelb-roten Karte im Grunde nicht stattfand – ebenso wie die gesamte Gladbacher Offensivabteilung. Die Routiniers Vincenzo Grifo, Lucas Höler und Lukas Kübler fügten sich nach ihren Einwechslungen ebenso nahtlos ins Freiburger Gebilde ein wie Cyriaque Irié und Keisuke Goto.
Die Liste der starken Einzelleistungen ist also lang – und dennoch war der beeindruckendste Aspekt des Freiburger Auftritts einmal mehr die geschlossene Mannschaftsleistung. Im Gegensatz zum knappen 1:0-Erfolg in Paderborn, der unter dem Strich ein klassischer Arbeitssieg war, schafften es die Breisgauer diesmal, das offensive Feuerwerk am Leben zu erhalten und einen deutlichen Sieg einzufahren.
Ein echtes Spitzenteam
Ist die Fähigkeit, solche Spiele auf verschiedene Arten zu gewinnen, besonders erfreulich für einen Trainer? „Definitiv! Für mich zeigt sich Qualität gerade in diesen unterschiedlichen Situationen“, so Julian Schuster. Doch beinahe im selben Atemzug bemängelt der Freiburger Chefcoach eine zugelassene Borussia-Chance unmittelbar nach dem Treffer zum 2:0. Auch nach sechs Pflichtspielsiegen zum Saisonauftakt lassen sich für Schuster und Co. also noch Kleinigkeiten finden, die es zu verbessern gilt. Genau diese Einstellung ist es, die den SC Freiburg dieser Tage ausmacht.
