Nach WM-Blamage: Fußballer in der Ortenau wollen Klopp statt Nagelsmann

Nationaltrainer Julian Nagelsmann erlebte bei der WM eine Blamage. Auch in der Ortenau wird er kritisch gesehen – und Jürgen Klopp wird gefordert.
Tom Weller/dpa- Nach dem WM-Aus gegen Paraguay wächst in der Ortenau die Kritik an Julian Nagelsmann.
- Mehrere Trainer und Spieler fordern einen Neuanfang – Jürgen Klopp gilt als Wunschlösung.
- Konstantin Fries bemängelt Taktik und fehlende Emotionalität, sieht Nagelsmann als Clubtrainer.
- Lucca Größer kritisiert Personal- und Positionsentscheidungen, wünscht mehr Zentralrollen für Wirtz und Musiala.
- Marius Haas spricht von fehlender Einheit und meint, Klopp könne das Team neu aufstellen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Aus der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale der WM gegen Paraguay kam überraschend und hat auch die Fußballer in der Ortenau schockiert. Nach der Blamage ist Nationaltrainer Julian Nagelsmann angezählt und der Ruf nach weiteren Konsequenzen ist groß. Unsere Redaktion hat in der Region nachgefragt, wie das WM-Debakel erlebt wurde und was jetzt sportlich passieren muss.
Konstantin Fries, Kapitän SC Lahr: Der Flügelflitzer der Dammenmühlen-Kicker hat das WM-Aus zu Hause zusammen mit Frau und Kind verfolgt. „Ich war sprachlos und enttäuscht. Danach konnte ich auch gar nicht einschlafen“, so der SCL-Kapitän. „Der Auftritt war viel zu leblos. Wir haben zu wenig Eins-gegen-Eins-Situationen gesucht und haben einfach langweilig gespielt. Der Dreieraufbau über Kimmich hat mir nicht gefallen. Erst mit Anton wurde es besser und es wurde auch mal hinterlaufen. Bei aller Kritik tun mir die Jungs nun aber auch leid“, so der 26-Jährige, der selbst seine Stärken im Eins-gegen-Eins hat. Bei der Beurteilung der Mannschaft sieht er die Nationalelf zu sehr ins Fegefeuer gestellt. „Die Zeiten, in der wir Gegner wir Paraguay regelmäßig aus dem Stadion geschossen haben, sind vorbei. Das Niveau im Weltfußball ist näher zusammengerückt. Aber natürlich müssen wir Paraguay schlagen.“ Nationaltrainer Julian Nagelsmann sieht Fries nicht mehr als den Richtigen an. „Er ist ein sehr guter Trainer, aber ein Clubtrainer. Wir brauchen einen, der mehr Mentalität in der Mannschaft und im Land entfacht. Einen Typ wie Jürgen Klopp“, so der Lahrer.
Lucca Größer, Trainer SV Rust: Der Aufstiegstrainer der Ruster hat das Ausscheiden von Deutschland beim Public Viewing in Freiburg gesehen. „Es fällt mir schwer, dazu etwas zu sagen, weil es noch wahnsinnig wehtut“, so der SVR-Coach am Tag danach. Er findet dann allerdings doch ein paar Worte. „Taktisch meine ich, dass es nicht das richtige Spiel für Deniz Undav von Anfang an war. Da hat Nagelsmann wohl auch dem öffentlichen Druck nachgegeben. Bei der Position von Kimmich wurde früher immer gefordert, er sollte Rechtsverteidiger spielen und jetzt heißt es, er sollte ins Zentrum. Da halte ich für schwierig. Schlussendlich bräuchte es einen Weg, wie Wirtz und Musiala beide zentraler agieren können“, fasst Größer aus taktischer Sicht zusammen. Mental sah er Deutschland im Spiel. „Wir wollten nicht weniger als der Gegner. Aber mehr Emotionalität war auf der anderen Seite“, führt der Trainer aus. Größer ist nun für einen neuen Nationaltrainer. „Jürgen Klopp schießt mir da als erster Name durch den Kopf. Er ist bei den Spielern hoch angesehen und bringt gerade diese Emotionalität rein. Unsere individuelle Qualität ist da“, hält Größer fest.
Marius Haas, Trainer TuS Mahlberg: Nach der Niederlage in der Relegation gegen Hornberg ging es für den Trainer der Kicker aus dem Stauferstädtchen nach Mallorca. „Am Ballermann habe ich dann auch das Aus der DFB-Elf gesehen. Es war eine große Enttäuschung“, so Haas und nennt ohne weitere Nachfrage gleich die Lösung für Besserung: „Jürgen Klopp ist jetzt der richtige Mann.“ Zwei Mal – mit dem Wechsel zu Hansi Flick wie auch zu Julian Nagelsmann – habe es beim DFB einen Neuanfang gegeben, der aber nicht funktioniert hat. „Klopp würde den Laden jetzt einmal auf links drehen. Es brennt an allen Ecken und Enden. Wir sind keine Einheit auf dem Platz“, so der Spielertrainer des B-Ligisten.

