Landesliga Fußball
: Ingrao: Wurden unter Wert geschlagen

Umstrittenen Foulelfmeter sieht Trainer Ingrao als entscheidend, für die 0:4-Niederlage bei der SG Empfingen.
Von
Jürgen Schleeh
Oberndorf
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Noah Scheurenbrand (Mitte) war einer der Aktivposten der SG Empfingen, bedrängt Mario Grimmeißen, der mit einem Pfostentreffer an der Führung des SV Seedorf scheiterte.

Jürgen Schleeh

SVS-Trainer Emanuele Ingrao musste sich erst mal sammeln, bis er Worte für das enttäuschende Ergebnis fand, als er versuchte, die Niederlage einzuordnen.

„Ich bin sprachlos, das Ergebnis wird dem Spielverlauf nicht gerecht. Die erste Halbzeit war überragend von uns. Da hat alles perfekt gepasst, so wie wir es besprochen hatten“, sah der SVS-Coach, wie seine Mannschaft aus einer gut organisierten Defensive das Spiel nicht nur offenhielt, sondern die SG Empfingen nicht zur Entfaltung kommen ließ.

Mario Grimmeißen scheitert am Pfosten

Das hat im ersten Durchgang gut funktioniert. „Empfingen hat da zweimal aufs Tor geschossen, besser gesagt, neben das Tor, sonst haben wir nichts zugelassen“, so Ingrao.

Linus Haag (SV Seedorf) findet keine Anspielstation – Noah Scheurenbrand und Marius Tittjung (links) machen die Räume eng.

Foto: Jürgen Schleeh

Die größte Chance, den SV Seedorf in Führung zu bringen, hatte Mario Grimmeißen nach gut einer halben Stunde, der jedoch am Pfosten des von Kevin Fritz gehüteten SGE-Kastens scheiterte. „Den hab ich schon drin gesehen, wenn wir da in Führung gehen, das wäre nicht unverdient gewesen“, so Ingrao. Es wäre auch nach dem Plan des SVS-Trainer gewesen, die Gastgeber dann mehr herauszulocken, um die Räume für Konter zu haben. Mit dem 0:0 zur Pause waren die Gäste dennoch auf dem halben Weg ihrer Vorgaben.

Ballverlust im Spielaufbau mit Folgen

Denis Bozicevic erzielte drei Tore beim 4:0 der SG Empfingen gegen den SV Seedorf.

Foto: Jürgen Schleeh

Auch noch in den ersten Minuten nach Wiederbeginn. Doch ein Fehler im Spielaufbau leitete die Niederlage ein. „Wir spielen uns in der Offensive fest, anstatt zu verlagern, verlieren den Ball und kassieren den Konter“, beschreibt Ingrao die entscheidende Situation und fügt an: „Obwohl wir wussten, dass Empfingen stark im Konterspiel ist. Die gehören zu den stärksten Mannschaften, wollen aufsteigen, haben aber nicht viel für das Spiel gemacht. Sie mussten nur auf unsere Fehler lauern.“

Für Ingrao Fehlentscheidung

Dennis Rebmann (SG Empfingen) und Luis Holzer (SV Seedorf) im Kampf um den Ball. Links Sandro Mihic, rechts Harry Föll.

Foto: Jürgen Schleeh

Denis Bozicevic von der SG Empfingen wurde in der 52. Minute von David Benne regelwidrig zu Fall gebracht und Schiedsrichter Nico John entschied auf Strafstoß. Aus Sicht der Gäste eine klare Fehlentscheidung. „Das Foul passierte außerhalb, haben mir meine Spieler beteuert“, so Ingrao. Marvin Roth, Kapitän des SV Seedorf, ging noch zum Linienrichter, der auf Höhe der Situation war, um beim Schiedsrichter zu intervenieren. Doch dem fehlte wohl der Mut, so dass Nico John bei seiner Entscheidung blieb.

Keine Rücksprache

Verwunderung beim SV Seedorf, „dass es in solch entscheidenden Situationen keine Rücksprache zwischen Schiedsrichter und Linienrichter gibt.“ Da genau zur Halbzeit ein Gewitter mit Starkregen einsetzte und für eine 45-minütige Unterbrechung sorgte, mit ein Grund, dass die Linien des Strafraums nicht mehr klar zu erkennen waren, zumal das Spielfeld in Empfingen ohne Flutlicht ist.

SVS-Trainer: Elfmeter hat uns das Genick gebrochen

Timmy Haag (am Boden) vom SV Seedorf, musste wieder einiges einstecken. Sergen Erdem sieht von Schiedsrichter Nico John die Gelbe Karte.

Foto: Jürgen Schleeh

Emanuele Ingrao: „Der Elfmeter hat uns definitiv das Genick gebrochen.“ So war der SV Seedorf in Rückstand selbst gezwungen, die Defensive zu lockern, mehr nach vorn zu spielen. „Wir mussten reagieren. Dadurch sind auch die Tore zum 2:0 und 3:0 nach Kontern entstanden, hat Empfingen seine Qualitäten ausgespielt“, musste der SVS-Trainer anerkennen. Das 0:2 kam zu schnell, so dass dies nach nicht mal einer Stunde die Vorentscheidung bedeutete.

Harut Arutunjan fällt aus

Vier Spiele und lediglich zwei eigene Treffer, die Harut Arutunjan erzielte. Auch wenn Emanuele Ingrao nicht gern hört, dass der SV Seedorf in der Offensive, insbesondere bei der Chancenverwertung, noch Luft nach oben hat, die Statistik lügt nicht.

Vier Gegentore kassiert – Marcel Bender, Keeper des SV Seedorf, war bedient.

Foto: Jürgen Schleeh

Und ausgerechnet Arutunjan konnte in Empfingen aufgrund von muskulären Problemen nicht mitwirken. „Auch wenn ich meiner Mannschaft wenig Vorwürfe machen kann, das Ergebnis ist schon enttäuschend und wenn man vier Gegentore bekommt, muss man auch etwas falsch gemacht haben“, so Ingrao selbstkritisch. „Wir müssen das schnell aus den Köpfen bekommen und uns auf das nächste Spiel konzentrieren, wenn am Sonntag Croatia Reutlingen nach Seedorf kommt“, richtet der SVS-Coach den Blick nach vorn.

Dreifacher Torschütze selbstkritisch

Kritisch beurteilte Denis Bozicevic, der dreifache Torschütze der SG Empfingen den letztlich klaren Sieg seiner Mannschaft: „In der ersten Halbzeit waren wir überhaupt nicht da, haben viele Zweikämpfe und zweite Bälle nicht gewonnen aber in der zweiten Hälfte lief es dann deutlich besser. Wir haben schnell einen Elfmeter bekommen und die Chance auch genutzt. Nach dem 1:0 hatten wir deutlich mehr Zugriff und Chancen im Spiel.“

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