Landesliga 3: Das Landesliga-Topspiel steigt in Nagold

Endlich mal wieder einen Sieg bejubeln wollen die Albstädter Spieler am Sonntag in Tübingen.
KaraVfL Nagold – TSG Balingen II (Samstag, 15.30 Uhr). Die Landesliga-Fußballer der TSG Balingen führen aktuell mit 55 Punkten aus 23 Spielen die Tabelle der Staffel drei souverän an.
Am kommenden Samstag geht es für den Meisterschafts- und Aufstiegskandidaten zum Tabellenvierten nach Nagold, der bei sieben Punkten Rückstand auf den Zweiten Empfingen und deren elf Zählern Rückstand auf den Primus die wohl letzte Chance hat, irgendwie noch in den Aufstiegskampf einzugreifen.
Die junge Balinger Truppe, um ihren Cheftrainer Philipp Wolf, kommt dabei nicht nur ausgeruht in Nagold an, da man am vergangenen Wochenende spielfrei war, sondern auch mit der Empfehlung von fünf Siegen aus den fünf Punktspielen im Kalenderjahr 2026.
Dennoch ist für die Wolf-Truppe Vorsicht geboten, denn die Nagolder stellen mit 56 erzielten Treffern die drittbeste Offensive und mit 37 Gegentoren die sechstbeste Defensive der Liga. Dies zeigte sich auch bei der Balinger 0:2-Niederlage gegen den VfL in der zweiten Runde des WFV-Pokals. Zudem kam der Tabellenführer im Hinspiel nicht über ein 1:1-Unentschieden gegen Nagold hinaus und ist somit gleich mehrfach gewarnt.
1:1 hieß es auch zuletzt für den VfL im Duell mit dem abstiegsbedrohten Balinger Lokalrivalen FC 07 Albstadt. „Das war einfach viel zu wenig. Wir hätten drei Punkte gebraucht. Leider ist es nur einer geworden“, blickt der Nagolder Trainer Marcel Schuon zurück.
Balingen II, zuletzt spielfrei, hatte pikanterweise eine Woche zuvor mit 2:0 gegen den FC Albstadt gewonnen. Dabei hatte Torjäger Mirhan Inan sein 21. Saisontor erzielt. Er, Noel Feher und Noah Neff (beide neun Tore) haben über die Hälfte der Balinger Tore erzielt. Dahinter folgt der Ex-Nagolder Christos Thomaidis (5). Am Samstag gibt es ein Wiedersehen – und die Frage, ob etwas dran sein könnte, dass Thomaidis in der nächsten Saison wieder im VfL-Trikot zu sehen sein wird.
VfL Mühlheim – TSV Harthausen/Scher (Sonntag, 15 Uhr). Vor einer schwierigen, aber nicht unlösbaren Aufgabe stehen die Landesliga-Fußballer des TSV Harthausen/Scher.
Am kommenden Sonntag geben sie ab 15 Uhr ihre Visitenkarte beim Tabellen-Zehnten VfL Mühlheim ab. Hier will die Bach-Elf an den wichtigen 2:1-Heimerfolg gegen den SSC Tübingen vom vergangenen Wochenende anknüpfen und weitere Punkte im Abstiegskampf sammeln.
Diese sind auch dringend nötig, denn der Abstand zum Relegationsplatz-Inhaber SSC Tübingen beträgt nach dessen Niederlage im Nachholspiel am Mittwoch beim SC 04 Tuttlingen weiterhin sechs Punkte. Und wie es der Zufall so viel treffen die Unistädter am Sonntag auf den FC 07 Albstadt, der wie der TSV Harthausen/Scher aktuell 19 Punkte auf dem Konto hat.
Im Idealfall könnte der Rückstand für die beiden Zollern-Teams also auf drei Punkte zusammenschmelzen und nochmals für richtig Spannung im Abstiegskampf sorgen. Die Scher-Kicker reisen allerdings mit einer gehörigen Portion Respekt in die Donaustadt, verloren sie doch das Hinspiel auf eigenem Terrain doch deutlich mit 0:4. Mit 33 Punkten nimmt der Aufsteiger derzeit den zehnten Tabellenplatz ein. Das Team um VfL-Spielertrainer Sören Lurz musste zuletzt aber einen Dämpfer hinnehmen; beim VfB Bösingen setzte es eine 2:6-Klatsche. So ist mit einer spannenden Partie zu rechnen.
SSC Tübingen – FC 07 Albstadt (Sonntag, 15 Uhr). Am 27. Spieltag der Fußball-Landesliga steht für den FC 07 Albstadt ein fast historisches Duell an: Erstmals in der 100-jährigen Vereinsgeschichte gastieren die Blau-Weißen aus dem Zollernalbkreis beim SSC Tübingen.
Doch von einem Einlagespiel zum Jubiläum kann keine Rede sein: Es geht um nicht weniger als den Klassenerhalt und damit um den Verbleib in der Liga. Die gastgebenden „Kiezkicker“ aus dem Tübinger Norden, bekannt für ihren kleinen Kunstrasenplatz und die lautstarken Anhänger, rangieren mit 25 Punkten aktuell auf dem Relegationsplatz.
Albstadt, unmittelbarer Tabellennachbar, liegt derzeit mit 19 Zählern und einem Spiel weniger auf dem ersten direkten Abstiegsplatz. Es ist ein klassisches Sechs-Punkte-Spiel, in dem beide Mannschaften zuletzt nur bedingt Konstanz zeigen konnten: Tübingen kassierte unter der Woche eine 1:3-Niederlage in Tuttlingen und musste damit bereits die fünfte Niederlage in Serie hinnehmen, während Albstadt seit drei Spielen ohne Sieg ist, zuletzt aber mit einem 1:1 gegen das Spitzenteam aus Nagold ein kleines Ausrufezeichen setzte. Für Albstadt steht damit acht Spieltage vor Schluss eine immens wichtige Partie im Kampf um den Klassenerhalt an: verlieren verboten, gilt es für beide Kellerkinder am Sonntag (15 Uhr). „Die Mannschaft hat den Abstiegskampf angenommen. Wir haben bis zum Saisonende nur noch Endspiele und das Kellerduell in Tübingen müssen wir gewinnen“, stellt FC07-Spielertrainer Akbaba vor der richtungsweisenden Partie klar.
FC-07-Spielertrainer Samed Akbaba blickt mit gemischtem, aber zuversichtlichem Fazit auf die jüngste Partie zurück: „Der eine Punkt zuletzt gegen Nagold war enorm wichtig für unsere Moral, er gibt uns Kraft und Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben. Entscheidend ist aber, dass wir jetzt in Tübingen mit einem Dreier nachlegen“, erklärt er.
Mit Blick auf die prekäre tabellarische Situation ergänzt er: „Uns ist bewusst, was auf dem Spiel steht. Wir werden alles daransetzen, um unsere Leistung in Tübingen auf den Platz zu bringen. Es wird eine harte Aufgabe, aber wir glauben an uns und treten als geschlossene, kampfbereite Einheit auf.“