Kunstturnen: Die Spannung bleibt für die Balinger Turnerinnen bis zum Schluss

Einen guten Wettkampf zeigten die Balinger Turnerinnen in Nürtingen.
HrivatakisDie Balinger Mannschaft startete in Nürtingen am Schwebebalken. „Am Balken anzufangen ist immer so eine Sache – das kann gut sein, weil man das Zittergerät gleich hinter sich bringt, oder eben auch besonders schwierig, weil man am Anfang eines Wettkampfes noch mit größerer Nervosität zu kämpfen hat. Diesmal war es kein Vorteil für uns. Wir haben im Vergleich zum ersten Wettkampf fast drei Punkte schwächer geturnt“, so das Trainerteam.
Nervöser Start am Boden
Fürwahr, zeigte das Team zum Auftakt doch etwas Nervosität und musste mehrere größere Wackler und zwei Stürze vom Gerät mit in die Wertung nehmen. Am Ende kamen Anna-Maria Netzer (9,85), Luisa Schneider (9,20), Sonja Lubitz (9,90) und Luise Heim (10,35) auf insgesamt 39,35 Punkte und blieben damit unter ihren Möglichkeiten.
Netzer zeigt den Doppelsalto
Danach ging es für die Balingerinnen an den Boden. Dort zeigte Anna-Maria Netzer erstmals ihren Doppelsalto in der 3. Liga, musste bei der Landung jedoch auf den Boden greifen und einen Punkt Abzug in Kauf nehmen. Mit der immer noch hohen Wertung von 10,20 Punkten zeigte sie aber, welches Potenzial in ihrer Übung steckt. „Es ist völlig normal, dass es etwas mehr Wettkampfroutine braucht, um einen Doppelsalto im Wettkampf in den Stand zu turnen. Der Anlauf ist leicht anders, die Matte, die ganze Umgebung – da brauchen wir noch ein bisschen Geduld. Anna-Maria kann einfach wahnsinnig stolz sein“, war das Trainerteam zufrieden mit der 16-Jährigen, die einen Vierkampf geturnt hat.
Die zweite Vierkämpferin des Teams, Luisa Schneider, zeigte am Boden ebenfalls neue Elemente und wurde mit 10,45 Punkten belohnt. Lani Gruber, die erstmals nach ihrem Kanada-Aufenthalt einen Ligawettkampf geturnt hat, zeigte ihre neue Choreographie und erturnte starke 10,80 Punkte. Teamkapitänin Florine Wörz stand ihren Teamkolleginnen in nichts nach und steuerte 10,75 Punkte bei. Cosima Lork, die ihr Debüt in der 3. Liga gab, machte ihre Sache super und steuerte starke 10,35 Punkte bei – eine starke Leistung für den ersten Auftritt in der dritthöchsten Liga. Das Gesamtergebnis von 42,350 Punkten entsprach den Erwartungen .
Dennoch machen sich im Trainerteam auch Sorgen breit: „Wir sehen mittlerweile einfach, dass alle anderen Mannschaften deutlich höhere Anforderungen erfüllen und am Boden mehr punkten. Wir haben schöne Choreographien, mit denen wir viele Jahre aufgefallen sind. Doch das haben andere Mannschaften mittlerweile auch. Gleichzeitig wissen wir auch, dass wir durch unsere begrenzten Möglichkeiten hier keine wahnsinnig großen Schritte in Sachen Schwierigkeitsgrad machen können, das ist frustrierend.“
Sprung ist das Steckenpferd
Während sich der Boden zur Achillesferse der Balingerinnen entwickelt hat, wurde der Sprung in dieser Saison zum Steckenpferd. Mit Schneider (12,20), Netzer (12,25) Wörz (12,0) und Gruber (12,05) knackten vier Turnerinnen die 12er-Marke, und mit dem grandiosen Ergebnis von 48,50 Punkten hielt die TSG ganz oben mit und überbot sogar den alles überragenden TV Waging (48,10). „Der Sprung war wichtig für uns. Er hat unseren Turnerinnen Selbstbewusstsein gegeben und auch die Sicherheit, in der Liga mithalten zu können“, so die Coaches.
Stufenbarren als Stütze
Zum Abschluss ging es für die TSG-Turnerinnen an den Stufenbarren. Dieser war in den vergangenen Jahren immer ein großes Problem für die Eyachstädterinnen – dem ist aber mittlerweile nicht mehr so. Das Trainerteam zeigt sich stolz über die Entwicklung: „Wir haben hart gearbeitet und unsere Turnerinnen zeigen immer mehr Handstände und Anforderungen wie Flieger oder Griffwechsel in der Übung. Zudem sind wir am Barren mittlerweile sehr sicher. Wir lassen die Mädels im Training oft und regelmäßig das ganze Programm turnen, das hilft.“
Auch dieses Mal war der Barren eine wichtige Stütze: Katharina Bisinger kam gut durch ihre neue Übung und steuerte 8,45 Punkte bei. Netzer lieferte 8,75 Punkte, Sonja Lubitz kam auf starke 9,25 Punkte und Luise Heim zog 9,40 Punkte für das Team. Mit respektablen 35,85 Punkten belegte die TSG an diesem Gerät Rang vier.
Enge Tabellenkonstellation
In der Endabrechnungen belegten die Balingerinnen mit 166,05 Punkten Rang sechs, womit sie zunächst einmal sehr zufrieden sein konnten. Doch das erste Gefühl von Sicherheit in Sachen Klassenerhalt trügt: Der TV Kempten trumpfte mit einer österreichischen Turnerin auf, die als beste Vierkämpferin des Wettkampfs das Team auf den dritten Platz katapultierte. Auch der SSV Ulm, der in der Tabelle noch hinter der TSG lag, trat wieder in voller Besetzung an und belegte nach einem starken Wettkampf den vierten Platz.
Das Trainerteam resümiert: „Der sechste Platz ist eine starke Leistung. Dennoch sind wir in der Tabelle nun punktgleich mit Kempten und Ulm. Der letzte Wettkampf am 16. November in Esslingen wird also sehr spannend. Das dortige Ergebnis wird entscheiden, wer von uns drei am Ende absteigt. Natürlich ist das frustrierend, da wir eine gute Saison geturnt haben und noch nie auf dem achten Platz gelandet sind. Aber wir müssen das Ergebnis akzeptieren und am letzten Wettkampftag noch mal alles geben. Wir hoffen, dass viele Fans nach Esslingen fahren, um uns zu unterstützen.“
