Jubel in Trondheim: Nathalie Armbruster trotzt dem Horror

Diese zwei werden dem Frauen-Weltcup auch in dieser Saison ihren Stempel aufdrücken: Nathalie Armbruster (links) und Ida Marie Hagen. Rechts die Dritte vom Freitag, Alexa Brabec (USA).
Geir Olsen/NTB/dpaDas war ein durchwachsener Auftakt für die deutschen Kombiniererinnen im norwegischen Trondheim.
Hinter Frontfrau Nathalie Armbruster aus Freudenstadt standen am Freitag im kurzfristig vom Individual-Compact- zum Gundersen-Wettbewerb umfunktionierten Rennen die Plätze 12, 13 und 14 für das durch Verletzungen ausgedünnte und verjüngte Team in der Endabrechnung, am Samstag waren es beim Massenstart die 10 (Jenny Nowak), 13 (Trine Göpfert) und 15 (Ronja Loh).
Aber es gibt ja noch die deutsche Gesamtweltcupsiegerin. Und auf Nathalie Armbruster war Verlass. Im Gundersen-Wettkampf hauchdünn geschlagen, zeigte sie auch im ungeliebten Massenstartrennen am Samstag ihre Klasse und holte sich nach Platz 2 am Freitag den dritten Rang am Tag danach.
Nathalie Armbruster hatte Bedenken
„Das würde ich definitiv mal einen gelungenen Saisonstart nennen. Ich bin mehr als zufrieden“, bekannte die 19-Jährige. Schließlich war das Rennen am Freitag „meine erste richtige Ausbelastung“ nach ihrem Infekt vor drei Wochen, „da hatte ich wirklich meine Bedenken“.
Doch läuferisch war das top, auch wenn sie sich tags darauf in der Loipe „nicht ganz so gut gefühlt“ hat: „Das war irgendwie einfach ein bisschen zäh.“ So legte die wieder entfesselt laufende Norwegerin Ida Marie Hagen rund 25 Sekunden zwischen sich und Armbruster.
Eine neue Freundschaft
Doch auf der Schanze lief es im Gegensatz zur Weltmeisterschaft im Frühjahr – inklusive Horror-Sonntag – rund bei der Freudenstädterin vom SV/SZ Kniebis. „Bekannterweise ist das nicht meine Lieblingsschanze hier“, bekannte Nathalie Armbruster, wie unsicher sie vor den Wettkämpfen im Granåsen-Skicenter war, aber: „Ich hab mich jetzt echt mit ihr angefreundet.“
„Ein kleines bisschen Brechstange“
So verkürzte sie beim Springen den Rückstand auf Ida Marie Hagen. Doch die eigentliche Sensation spielte sich dahinter ab: Die im Lauf nur auf Platz 13 ins Ziel gekommene Österreicherin Katharina Gruber setzte sich mit einem Monstersprung ganz nach vorn – vor die beiden Favoritinnen Hagen und Armbruster. Letztgenannte zeigte einen tollen Sprung auf 93,5 Meter, auch wenn sie selbst wieder „ein ganz kleines bisschen Brechstange“ gesehen hatte.
Auf jeden Fall geht die 19-Jährige mit „sehr viel Selbstvertrauen“ aus dem Wochenende in Trondheim, das nicht nur ihr gezeigt hat, dass die weggefallene Doppelbelastung Schule-Leistungssport sie auf der Schanze wieder an die Sicherheit herangebracht hat, die sie in Juniorinnenzeiten ausgezeichnet hat, als sie auch mal ganz nebenbei den deutschen Meistertitel bei den Spezialspringerinnen mitgenommen hatte.
Neuer Angriff in Ramsau
In zwei Wochen steht jetzt die Ramsau auf dem Programm, und nach diesem Doppel-Podest-Weltcup-Auftakt („mega cool“) geht nicht nur sie „sehr positiv gestimmt“ die weiteren Aufgaben an. „So kann’s weitergehen“, fasste Bundestrainer Florian Aichinger das Wochenende zusammen.
