Handball in Rottweil
: Warum drei Frauen-Landesligisten zweimal in Österreich antreten müssen

Durch den neuen Verband bekommen die Handballteams neue Gegner. Kurios: Für die Frauen der HSG Rottweil, Dunningen/Schramberg und Albstadt geht’s zweimal nach Österreich.
Von
Felix Paschke
Oberndorf
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Der Handball-Landesligist HSG Rottweil (rote Trikots) muss in dieser Saison gleich zweimal nach Österreich.

Bernd Müller

Wenn sich die Damen der HSG Albstadt am Samstagmittag mit zwei Kleinbussen zu ihrem Auswärtsspiel aufmachen, sollten die Spielerinnen auch einen Personalausweis einpacken. Denn zum Saisonauftakt geht es für den Landesligisten ins Nachbarland Österreich zum Aufsteiger Alpla HC Hard.

Etwa zwei Stunden dauert laut Google Maps die Fahrt aus Albstadt nach Hard, eine Gemeinde am Bodensee in der Region Bregenz, nur wenige Kilometer entfernt von der deutsch-österreichischen Grenze.

Der Grund für die internationale Auswärtsfahrt, die neben der HSG Albstadt zwei Wochen später auch die Frauen der HSG Rottweil und im Laufe der Saison auch die SG Dunningen/Schramberg antreten müssen, liegt in der Fusion der drei Handballverbände. Durch die neu zugeschnittenen Bezirke gehören die Teams aus der Bodenseeregion – auch Friedrichshafen und Konstanz auf der deutschen Seite – nun zum Einzugsgebiet der Landesliga Staffel 5.

Die Teams treffen auf unbekannte Gegner

Für die Albstädter Trainerin Gülfidan Balci kein Problem. „Es ist einfach so, wie es ist – das gehört mit dazu“, sagt sie und muss schmunzeln, als unsere Redaktion sie auf die Auswärtsfahrten nach Österreich anspricht. Denn neben Hard ist der HC Lustenau der zweite österreichische Vertreter in der betreffenden Landesliga-Staffel.

Balci kennt zudem die Situation, dass deutsche Mannschaften im Ligabetrieb im Ausland spielen. „Das war schon immer mal wieder so“, erinnert sie sich. Mit der HSG Albstadt jedoch war sie bislang noch nicht in Österreich aktiv – der Samstag wird dahingehend also eine Premiere. Mit zwei Kleinbussen geht’s auf die zweistündige Fahrt, die gewissermaßen auch zu einem „Teamevent“ wird, so Balci.

Die Harder Männermannschaft ist Vizemeister in Österreich

Sie und viele andere Trainerkollegen eint dabei vor dem Saisonstart eines: die Ungewissheit über die Stärke der Gegner. Denn vor allem die Teams aus dem Raum Bodensee, die früher zum Südbadischen Handballverband gehörten, sind den Trainern aus der Region gänzlich unbekannt.

Daher dürfte auch der Saisonauftakt für die Frauen der HSG Rottweil schwer vorherzusagen sein. Mit der HSG Friedrichshafen-Fischbach kommt ein Team nach Rottweil, das in der Vorsaison in der Bezirksoberliga eines gänzlich anderen Bezirks spielte – zusammen mit den beiden österreichischen Landesligisten Hard und Lustenau. Beide spielen deshalb in Deutschland, weil sie geografisch näher an den deutschen Teams liegen.

Die Männermannschaft des HC Hard dagegen spielt übrigens in der österreichischen ersten Liga – der HLA Meisterliga. In der Vorsaison wurde das Team, das vom ehemaligen Bundesliga-Spieler und Ex-Trainer der SG BBM Bietigheim gecoacht wird, Vizemeister in Österreich.

Die Harder Halle fasst mehr als 2000 Zuschauer

Seine Heimspiele trägt der siebenmalige österreichische Meister in der Sporthalle am See aus, die mehr als 2000 Zuschauer fasst. Und genau hier treten laut offiziellem Spielplan unter handball.net auch die HSG Rottweil, die SG Dunningen/Schramberg und am Samstag die HSG Albstadt bei internationalen Auswärtsspielen an.

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