Handball 2. Bundesliga
: Eine höllische Meisterleistung

Im letzten Spiel der Saison schießt der HBW Balingen-Weilstetten die SG BBM Bietigheim mit 36:22 (17:11) aus der Halle und holt sich so den Titel.
Von
Matthias Jedele
Oberndorf
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Magnus Grupe (am Ball) und der HBW Balingen Weilstetten zeigen im Topspiel des 34. Spieltages die mit Abstand beste Saisonleistung und sichern sich so die Meisterschaft.

Eibner/Andreas Ulmer

Ohne Druck konnten am 34. und letzten Spieltag der aktuellen Zweitliga-Saison die Mannschaften des HBW Balingen-Weilstetten und der SG BBM Bietigheim auflaufen. Beide Teams standen bereits im Vorfeld als Aufsteiger fest.

Die Meisterschaftsfrage musste allerdings noch geklärt werden, und hier hatten die Gäste aus Bietigheim einen leichten Vorteil, da ihnen neben einem Sieg auch ein Remis zum Titelgewinn gereicht hätte.

Die Partie begann ohne großes Abtasten. Beiden Mannschaften merkte man sofort an, dass es sich mit einer Meisterschale im Gepäck deutlich schöner aufsteigen lässt.

HBW sorgt für Stimmung

Auf die Führung der Gäste, die das Hinspiel klar gewonnen hatten, folgte ein 4:1-Lauf der Hausherren, der für ordentlich Stimmung in der restlos ausverkauften Mey Generalbau Arena sorgte. Doch richtig laut wurde es erst, als Yonatan Dayan, bei nur noch einem erlaubten Restpass und Anspiel von Magnus Grupe, sehenswert per Kempa zum 5:3 traf.

Die Akteure auf dem Spielfeld und die beiden Fanlager schenkten sich nichts und gaben allen Anwesenden schon mal einen Vorgeschmack auf die kommende Saison in der stärksten Liga der Welt.

Rebmann überragend

Nach etwas mehr als 20 gespielten Minuten führten die Hausherren mit 11:6. Besonders beeindruckend, weil man kurz zuvor fast komplette 120 Sekunden in doppelter Unterzahl agieren musste. Daniel Rebmann im Tor der Gastgeber erwischte jedoch einen Sahne-Tag und zeigte im ersten Abschnitt eine absolute Weltklasse-Leistung.

Iker Romero wird es zu bunt

Gästetrainer Iker Romero wurde es zu bunt, und er bestellte seine Schützlinge zum Rapport (21.). Besser wurde es aus Sicht der Gäste allerdings nicht. Ganz im Gegenteil: Nur drei Minuten nach seiner ersten Auszeit betätigte Romero unter dem großen Jubel der Balinger Fans das zweite Mal den roten Buzzer.

Gallier lassen es krachen

Zu diesem Zeitpunkt führten die „Gallier“ mit 14:7. Auch die zweite Auszeit zeigte bei den Gästen nur bedingt Wirkung. Der Tabellenführer konnte bis zur Pausensirene den Rückstand zwar um einen Treffer auf sechs Tore verkürzen, doch so richtig souverän sah das von der Romero-Truppe nicht aus. Die „Gallier“ blieben dran und konnten so eine 17:11-Halbzeitführung und die wahrscheinlich beste erste Saison-Halbzeit seit Langem mit in die Kabine nehmen.

Bietigheim gelingt wenig

Wer nach dem Seitenwechsel dachte, dass der Tabellenführer zur großen Aufholjagd blasen würde, wurde bitter enttäuscht. Trotz Überzahl zu Beginn des zweiten Abschnitts gelang Bietigheim kein einziger Treffer und die Hausherren sorgten mit einem 4:0-Lauf für eine Zehn-Tore-Führung. Romero nahm in der Verzweiflung seine letzte Auszeit (36.). Doch es mussten weitere 210 Sekunden vergehen, ehe Bietigheim in der 40. Spielminute der erste Treffer des zweiten Durchgangs gelang (23:12).

Mit offenem Visier

Im Anschluss spielten beide Mannschaften mit offenem Visier. Den Rückstand konnte der Tabellenführer allerdings nicht mehr verkürzen. Zehn Minuten vor dem Ende führte der HBW Balingen-Weilstetten mit 30:16 und am Ende leuchtete ein überragendes 36:22 für den HBW Balingen-Weilstetten auf den Anzeigetafeln auf, was zugleich den Titelgewinn bedeutete.

HBW Balingen-Weilstetten – SG BBM Bietigheim 36:22 (17:11)

HBW Balingen-Weilstetten: Rebmann (10 Paraden), Nagy (3 Paraden) – Ruggiero-Matthes, Raguse (1), Huber (4), Grupe (2), Strobel (4), Fuß (4), Grüner (1), Wente (3), Fügel (2), Heinzelmann (4), Pfattheicher (8/5), Dayan (3), Pöhle, Bauer.

SG BBM Bietigheim: Tomovski, Hrdlicka – Vlahovic (2), Bacani (2), Claus (3), Hadzimuhamedovic (1), Wolf, Nicolaus (5), Wiederstein (1), Orlov (4), Strosack, Pfeifer, M’Bengue, Fischer (1), Hermann (2), Prantner (1).

Zeitstrafen: 5 – 3.

Siebenmeter: 5/5 – 0/1.

Zuschauer: 2350 (ausverkauft).

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