SG Empfingen: Desolate zweite Halbzeit lässt Aufstiegstraum platzen

Nach dem 3:2-Siegtreffer für den TSV Köngen waren die Empfinger Enttäuschung und Fassungslosigkeit gleichermaßen riesig.
WagnerSG Empfingen – TSV Köngen 2:3 (2:0). „Solche Geschichten schreibt nur der Fußball“, bediente sich Alexander Eberhart kurz nach dem Abpfiff in Wachendorf einer vielzitierten Fußball-Floskel. Leider war seine Mannschaft an diesem Nachmittag auf der falschen Seite dieser Floskel. „Wir haben heute erfahren müssen, wie bitter der Fußball sein kann. Die Enttäuschung ist jetzt natürlich groß“, so der Empfinger Cheftrainer nach dem gerade zu unglaublichen Ausscheiden in der Relegation.
Personelle Rückschläge
Denn eigentlich lief trotz der kurzfristigen Ausfälle von Sandro Mihic und Paul Wössner sowie der frühen, verletzungsbedingten Auswechslungen von Tim Göttler und Denis Bozicevic bis in die zweite Halbzeit hinein alles nach Plan für die SGE. Top-Torjäger Pascal Schoch hatte mit einem Doppelschlag in der 25. und 28. Minute – ein Kopfball nach Freistoßflanke und ein Flachschuss aus 15 Metern – einmal mehr seine Klasse unter Beweis gestellt. Die Empfinger hatten das Spielgeschehen weitestgehend unter Kontrolle, ließen kaum einen gefährlichen Angriff des TSV Köngen zu. Und dann musste der Vizemeister der Landesliga 2 ab der 52. Minute auch noch in Unterzahl agieren, nachdem sich der zur Halbzeit erst eingewechselte Michael Rüttinger zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ.
Plötzlich steht es 2:2
Doch obwohl alle Zeichen auf einem erneuten Erfolg und dem kommenden Entscheidungsspiel gegen Rottenburg standen, brach die SG Empfingen in der Folge komplett ein. Zunächst erzielte Simon Prinz im Anschluss an einen Freistoß aus spitzem Winkel den 1:2-Anschlusstreffer für den TSV. Dann war es zehn Minuten später Toni Panne, der einen herrlichen Chip-Pass von Kapitän Max Schlotterbeck sehenswert verarbeitete und zum Ausgleich einschob.
Aus dem Nichts war in Wachendorf also wieder alles offen. „Mit dem 2:0 und der Überzahl im Rücken – da hast du dann plötzlich viel zu verlieren“, suchte Eberhart nach einer psychologischen Erklärung für den Einbruch seiner Mannschaft. „Du machst hier und da diesen einen Schritt weniger. Wir haben die Intensität, die uns gegen Löchgau noch ausgezeichnet hat, heute vermissen lassen“, so der SGE-Coach. Letztendlich kam jedoch auch er zu einem zentralen Schluss: „Der Fußball ist manchmal nicht erklärbar.“ Und Eberhart ergänzt: „Genau deswegen lieben wir ihn ja.“
Liebe für den Fußball war wenig später aufseiten der SGE nicht mehr zu spüren. Stattdessen flossen die Tränen über die schockierten und ungläubigen Gesichter. Auf der anderen Seite hingegen kannte der Jubel keine Grenzen. Nicht nach dem 3:2-Siegtreffer durch Schlotterbeck, der im Zentrum durchstartete und einen Konter sowie eine Hereingabe von Kimi Hindennach mustergültig verwertete. Und erst recht nicht nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter David Schmid, der das bittere Saisonaus für die SGE besiegelte.
Trotzdem schöner Abschied
Trotz dieser kuriosen Enttäuschung wollte Alexander Eberhart, der vorerst zum letzten Mal im Empfinger Dress an der Seitenlinie stand, nicht von einem bitteren Abschied sprechen. „Es ist trotzdem ein schöner Abschied. Wir haben eine super Saison und eine grandiose Relegationspartie am Mittwoch gespielt“, so der 51-Jährige. „Die Jungs sind jetzt natürlich zurecht unendlich enttäuscht. Aber ich bin mir sicher, dass nach ein oder zwei Nächten Schlaf der Stolz über eine starke Runde überwiegen wird“, fiel sein Fazit auch in diesem Moment positiv aus.
Empfingen: Fritz, D. Rebmann, Scheurenbrand, Schüssler, Schoch, Bozicevic (33. Tittjung), Kress (76. Zug), N. Rebmann, Schlecht, Erdem, Göttler (22. Ramic). Köngen: Vogelmann, Durst, Panne (84. N. Hindennach), Schlotterbeck (90.+1 Schäberle), Herz, Hiller (46. Prinz), Schadt (46. Rüttinger), K. Hindennach, Lander, Brück, Dobler. Tore: 1:0 Schoch (25.), 2:0 Schoch (28.), 2:1 Prinz (56.), 2:2 Panne (66.), 2:3 Schlotterbeck (88.). Schiedsrichter: David Schmid.
