Fußball-WM 2026: Die Mammut-WM – so läuft das Turnier der Extreme

Freunde fürs Leben? US-Präsident Donald Trump (li.), Fifa-Chef Gianni Infantino und der WM-Pokal.
IMAGO/ABACAPRESSGrößer, weiter, teurer – die Dimensionen der Mammut-WM in den USA, Kanada und Mexiko (11. Juni bis 19. Juli) scheinen keine Grenzen zu kennen. Wir bieten einen Überblick von den Teams über die Distanzen zwischen Spielorten und Anstoßzeiten bis hin zu horrenden Ticketpreisen.
Die Zahl der Teams Erstmals spielen 48 Mannschaften bei einer WM mit. Die wichtigsten Folgen: Es gibt nun zwölf Gruppen mit je vier Teams. Die acht besten Gruppendritten erreichen neben den zwölf Gruppensiegern und den zwölf Gruppenzweiten die K.o.-Runde. Erstmals gibt es bei einer WM nun ein Sechzehntelfinale im Anschluss an die Gruppenphase. Insgesamt steigen 104 Spiele statt wie zuletzt 64 bei der WM 2022 in Katar Das Turnier dauert 39 Tage statt bislang etwa einen Monat.
Die Distanzen Die Entfernungen zwischen den einzelnen Stadien sind enorm. Die Distanz zwischen Miami und Vancouver etwa beträgt mehr als 4500 Kilometer. Vor allem der Flugverkehr – genutzt von Mannschaften, Offiziellen, Medienvertretern und insbesondere den Fans - stellt die größte Quelle für CO₂-Emissionen dar.
Um extreme Reisewege zu vermeiden, sind die 16 Spielorte in drei regionale Zonen (Ost, Zentral, West) unterteilt. Dennoch sind team- und fanübergreifend inneramerikanische Flüge notwendig, was zu einem hohen CO₂-Ausstoß und stark steigenden Flug- und Ticketpreisen führt.
Um die extreme Nord-Süd-Ausdehnung (von Vancouver bis Mexiko-City) und Ost-West-Distanzen der USA logistisch zu bewältigen, hat die Fifa die Austragungsorte in diese drei Hauptzonen gegliedert
Westküste: Vancouver, Seattle, San Francisco, Los Angeles und Guadalajara
Zentrale Region: Kansas City, Dallas, Houston (Deutschland-Curacao am 14. Juni/19 Uhr MESZ), Monterrey, Atlanta und Mexiko-Stadt
Ostküste: Toronto (Deutschland-Elfenbeinküste am 20. Juni/22 Uhr), Boston, New York/New Jersey (Deutschland-Ecuador am 25. Juni/22 Uhr), Philadelphia und Miami
Die Zeitzonen Eine der größten Herausforderungen dieser WM sind die unterschiedlichen Zeitzonen, in denen die Spiele stattfinden werden. Die Partien werden in vier verschiedenen Zeitzonen ausgetragen: Pacific Standard Time Zone (PST), Mountain Standard Time Zone (MST), Central Standard Time Zone (CST) und Eastern Standard Time Zone (EST). Die Zeitzonen liegen sechs bis neun Stunden hinter der mitteleuropäischen Zeit. Heißt: Wenn es in Deutschland 20 Uhr ist, ist es am Spielort möglicherweise erst 11 Uhr vormittags.
Konkret heißt das: Es gibt bei dieser WM gefühlt fast schon unzählige Anstoßzeiten – in der mitteleuropäischen Sommerzeit von 0 bis 23 Uhr.
Die Ticketpreise Die enormen Kartenpreise stehen schon lange massiv in der Kritik. Am Beispiel der Fans der DFB-Elf lässt sich die Gemengelage anschaulich zeigen. So kostet ein sogenanntes „Basisrang-Ticket“ für das Auftaktspiel gegen Curacao am 14. Juni umgerechnet 51 Euro – diese Basisrang-Tickets machen aber stets nur zehn Prozent der dem DFB zur Verfügung stehenden Tickets aus.
Also geht es weiter mit 155 Euro; unter 200 Euro bleibt die untere Preisgrenze in der zweitgünstigsten Kategorie ansonsten nur beim zweiten Auftritt gegen die Elfenbeinküste in Toronto sechs Tage später. Ab einem möglichen Viertelfinale wird es für den Großteil der Fans dann richtig teuer.

Das Finalstadion der WM 2026 in New Jersey.
Foto: IMAGO/Ulrich HufnagelWer etwa eine der 4500 für den DFB verfügbaren Eintrittskarten für das mögliche Finale am 19. Juli 2026 ergattern will, muss mindestens 3580 Euro pro Ticket investieren – wenn er keines der Basisrang-Tickets ergattern kann.
Geradezu grotesk teuer sind die Preise auf der offiziellen Weiterverkaufsseite der Fifa. Da werden aktuell schon mal vier Finaltickets für rund acht Millionen Euro angeboten.
Die Anreise Auch die Anreise zu den Stadien sorgt für Ärger. Für Spiele in der Final-Arena MetLife Stadium in New Jersey (auch Schauplatz des dritten deutschen Gruppenspiels gegen Ecuador) etwa sollten Fans für eine 30-minütige Zugfahrt (hin und zurück) ursprünglich insgesamt knapp 130 Euro bezahlen. Nun werden es nach massiven Protesten „nur“ 84 Euro für die Hin- und Rückfahrt.
Extrem teuer bleiben die Parkplätze an den Stadien. Sie kosten mancherorts fast 200 Euro – pro Spiel, wohlgemerkt.