Fußball SV Seedorf: Systemumstellung zeigt gewünschte Wirkung

Mit der Abwehrleistung zeigte sich Emanuele Ingrao, Trainer des SV Seedorf (Torhüter Marcel Bender, Kevin Hasimovic und Marvin Rot – von links), zufrieden, allerdings dürfte seine Mannschaft im Derby beim SV Zimmern noch stärker gefordert werden.
Jürgen SchleehDie Akzente setzte der TuS Ergenzingen wie schon im WFV-Pokal und doch musste sich der Aufsteiger auch diesmal geschlagen geben. Wieder reichte dem SV Seedorf ein Treffer durch Harut Arutunjan, um als Sieger vom Platz zu gehen.
Klar erkennbar nach den ersten drei Pflichtspielen: Defensiv überzeugt der SVS, lässt wenig für den Gegner zu, so dass ein Treffer reichen kann, um als Sieger vom Platz zugehen. Fußball ist nun mal ein Ergebnissport, hob Ingrao hervor, „dass wir zu Null gespielt haben“.
Aufgrund der Videoanalyse die der SVS-Coach mit seiner Mannschaft in den Trainingseinheiten betrieb, „wussten wir ganz genau, wo die Räume sind, wie Ergenzingen agiert. Wenn sie genau dieses System wie im Pokal spielen – und genau das haben sie gemacht. Da haben wir dann zugestochen.“
Nach Führung SV Seedorf zu passiv
Daraus resultierte für Ingrao auch die schnelle und frühe Führung. Doch was danach ablief, gefiel dem Trainer nicht sonderlich. „Ich bin auf der Bank schier verrückt geworden. Wir haben uns fallen lassen, zu passiv agiert.“, erkannte Emanuele Ingrao, warum der TuS Ergenzingen in der Folge über weite Phasen der Partie zu einer optischen Überlegenheit kam.
Viel Ballbesitz für TuS
Für ihn die logische Konsequenz: „Wir mussten unser System komplett umstellen, um sie zuzumachen, da Ergenzingen voll auf Ballbesitz spielt. Es blieb nur die Alternative, entweder wir ändern unser Spiel und wir stellen uns auf Ergenzingen um, oder wir machen trotzdem unser Ding. Was wir dann auch gemacht haben“, sah sich Ingrao für die 3-5-2-Variante letztlich bestätigt und betont: „Die hatten auch keine Torchancen, da wir wenig zugelassen haben, obwohl Ergenzingen viel Ballbesitz hatte.“
Dennoch kritisierte der SVS-Trainer, „dass unser Verhalten im Ballbesitz nicht gut war, bestimmte Aktionen nicht sauber ausgespielt haben. Nachdem wir dann umgestellt haben, was auch unser Plan war, war es ein ganz anderes Spiel. Ergenzingen konnte uns vorn nicht mehr pressen, uns nicht zu machen. Wir hatten immer wieder Überzahl und so auch mehr Räume.“
Seltene Konter gefährlich
Trotz seiner kontrollierten Defensive kam der SV Seedorf nur selten zu guten Kontermöglichkeiten. Aber diese hatten das Potenzial, „um den Sack früher zuzumachen“, führte der Trainer kritisch an.
Letztlich zählt für Emanuele Ingrao mit Blick auf das schwere Auftaktprogramm, „dass wir gewonnen haben, mit einem Sieg gestartet sind. Ich muss der Mannschaft ein Riesenlob aussprechen, wie sie gearbeitet hat und wie diszipliniert sie trotzdem geblieben ist. Aber wir müssen gucken, dass wir bestimmte Aktionen besser ausspielen und effektiver werden.“ Dazu hat der SV Seedorf schon am kommenden Samstag Gelegenheit, wenn es zum Derby beim SV Zimmern geht.
TuS-Trainer: Müssen schnell lernen
Für Florian Schwend, Trainer des TuS Ergenzingen, war die erneute Niederlage gegen den SV Seedorf nicht nur bitter, sondern vermeidbar. Auch wenn der Aufsteiger spielerisch sehr gut in der Landesliga mithalten kann, hapert es entscheidend an der Effektivität vor dem gegnerischen Tor.
„Wir müssen schnell lernen, aus unserer Überlegenheit auch den möglichen Ertrag zu erzielen und uns belohnen“, so der TuS-Trainer. Daran zu arbeiten hat der TuS Ergenzingen nun zwei Wochen Zeit, dann steht das erste Heimspiel gegen den SV Zimmern am 23. August an.