Fußball SpVgg Schiltach
: Die Jungs sind „fußballverrückt“

Unter ihrem neuen Spielertrainer Nino Eisensteck befinden sich die Fußballer der SpVgg Schiltach im Höhenflug.
Von
Jürgen Schleeh
Oberndorf
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Der gesamte Kader der SpVgg Schiltach, die bislang eine bemerkenswerte Rolle in der Kreisliga A Süd im Bezirk Offenburg spielt.

SpVgg

Über die äußerst positive Entwicklung bei den Fußballer der SpVgg Schiltach gibt Nino Eisensteck, der neue Trainer des A-Ligisten im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten einen Einblick.

Die SpVgg Schiltach ist Tabellenführer der Kreisliga A Süd, nicht zu vergleichen, mit der Vorsaison. Was ist passiert, außer dass Du seit dieser Saison Trainer bist?

Ich denke, dass es einfach einen neuen Impuls von außen gebraucht hat, um das sportliche Potenzial auch abzurufen. Mit mir sind nun neue Blickwinkel, neue Ansprachen, neue sportliche und soziale Inhalte dazugekommen, die insgesamt dann auf die gute vorherige Arbeit von Mathias Stehle und Co aufbauen. Das Gesamtergebnis ist nun die aktuelle Tabellenführung und darüber dürfen wir uns zurecht auch freuen. Dennoch ist allen bewusst, dass unsere gemeinsame Entwicklung noch andauern wird und wir sportlich und auch im Verein noch viel zu tun haben.

Hat sich der Kader gegenüber der Vorsaison verändert?

Der Kader ist größtenteils unverändert. Wir haben mit Till Bleile und Thorin Wagner zwei A-Jugendliche dazubekommen. Zusätzlich bauen wir mit Lars Harter und Lauri Hübner sukzessive zwei weitere Talente aus der A-Jugend ein.

Was zeichnet den Kader, die einzelnen Mannschaftsteile, aus?

Die Jungs sind vollkommen „fußballverrückt“ und haben rund um die Uhr nur Fußball im Kopf. Das ist sehr besonders und überhaupt nicht selbstverständlich. Die Jungs treffen sich auch in ihrer Freizeit auf dem Sportplatz, gehen morgens trainieren, wenn sie Spätschicht haben oder steigen aufs Fahrrad wenn sie verletzt oder angeschlagen sind. Wenn diese Einstellung zum Sport beibehalten wird, wird der Erfolg kommen.

Und insgesamt eine gute Mischung aus jungen sowie routinierten Spielern. Eine perfekte Harmonie?

Ja, die Mischung ist super. Wir haben einen Altersdurchschnitt von 25,4, wobei mit mir, Daniel Schmieder und Marcel Schmid drei Mid- bzw. Enddreißiger den Durchschnitt weit nach oben ziehen :-)

Mit Jan Adler und Lauri Harter hat die SpVgg zwei junge Offensivspieler, die zusammen 11 der 19 Tore erzielten. Was zeichnet deren Spielfreude aus?

Die zwei sind komplett unterschiedliche Spielertypen. Der eine eher schmächtig und flink, aber mit einem sehr guten Abschluss und Torriecher, der andere körperlich sehr robust und trotzdem spielerisch stark. Die Kombination ist super.

Absolut bemerkenswert, nach vier absolvierten Punktspielen steht immer noch die Null – Torhüter Marcel Schmid musste noch keinen Gegentreffer hinnehmen. Das spricht für eine besondere Qualität der Defensive.

Die Arbeit gegen den Ball stand bisher absolut im Fokus und ist auch weiterhin unser Ansatz. Hier sehen wir die größte Entwicklung bisher, was sich dann auch bei den Gegentoren widerspiegelt. Allgemein haben wir in vier Spielen lediglich zwei echte Torchancen zugelassen. Das ist sehr gut.Es hat jeder verstanden, dass alle defensiv arbeiten müssen.

Umso länger die Serie hält, desto motivierter werden die Gegner, den ersten Gegentreffer gegen die SpVgg Schiltach zu erzielen. Merkt man das?

Diese besondere Serie wird sicherlich irgendwann reißen. Das wird dann aber höchstwahrscheinlich an uns liegen. Natürlich wollen wir den Zeitpunkt solange es geht, hinauszögern. Ich mag es, wenn die Gegner motiviert sind - das steigert unsere Konzentration und Leistungsstärke automatisch.

Jetzt steht am Sonntag das Spitzenspiel gegen den TGB Lahr an. Zweiter gegen Erster. Könnte die bislang schwerste Partie für die SpVgg werden?

Die TGB Lahr war von Anfang an der Topfavorit auf die Meisterschaft und wenn man so eine Mannschaft zusammenstellt, muss man auch aufsteigen. Uns dagegen hatte niemand auf dem Schirm. Den Titel „Spitzenspiel“ haben wir uns jetzt schon erarbeitet und wir freuen uns sehr darauf. Schwer ist so gut wie jedes Spiel, nur anders gelagert. Ich denke, dass uns ein spielstarker Gegner eher liegt als eine robuste Kämpfertruppe wie Welschensteinach. Daher wird es sicher schwer, aber eben anders.

Das Spiel findet in Lahr statt. Ein Nachteil, die Serie zu halten?

Das macht für uns keinen Unterschied.

Mit Rodilson Dias, Mike Gbajie und Alexandru Nicola hat der TGB Lahr drei gefährliche Stürmer. Ist der Gegner somit schwerer auszurechnen?

Ich kenne diese Jungs nicht, sollen aber zu den Topspielern der Liga gehören. Allgemein gibt es in jeder Liga mittlerweile Spieler, die höherklassig bis in den Profibereich unterwegs waren. Auch diese Spieler brauchen eine Mannschaft. Wir konzentrieren uns voll auf uns.

Ohne die Taktik zu verraten, wie bereitet sich die SpVgg Schiltach auf das Top-Spiel vor?

Wir machen nichts anderes wie sonst auch. Dienstag und Donnerstag ist Training, danach Mannschaftssitzung im Sportheim.

Hast Du Dich über den Gegner entsprechend informiert, den TGB Lahr schon beobachten können oder vertraut man einfach auf die eigenen Stärken?

Nein, ich halte auch nichts davon, sich zu viele Gedanken über den Gegner zu machen. Mein Fokus liegt ausschließlich auf uns und wie ich uns als Mannschaft und im Einzelnen weiterentwickeln kann. Zu unserem Prozess gehört auch die psychische Stärke, z.B. ein „Gewinnermindset“ und eine Art Urvertrauen zu etablieren.

Du bist 2011 von der SpVgg Schiltach nach Schramberg gewechselt. Hast dort, wie auch beim SV Zimmern, Landesligaerfahrung gesammelt. Zuletzt beim FC Hardt als Spielertrainer gute Arbeit geleistet. Zurück zu den Wurzeln, was ist Deine Mission, welche sportlichen Ambitionen hast Du mit Deinem Heimatverein?

Ich bin 2011 von der SpVgg Schiltach zur 08 Schramberg gewechselt. Damals von der Landesliga in die Bezirksliga, was viele nicht verstanden haben. Für mich war es privat wie sportlich goldrichtig, auch wenn es eine unglaublich schwierige Entscheidung war. Nach drei Jahren in Schramberg, bin ich dann 2014 wieder zum SV Zimmern, mit dem wir später dann in die Verbandsliga aufgestiegen sind. 2020 kam dann meine erste Station als Spielertraining beim FC Hardt, wo wir ebenfalls den Aufstieg in die Bezirksliga feiern durften und danach sensationell die Liga bis zuletzt halten konnten.

Nun „back to the roots“ nach Schiltach - eine echte Herzensangelegenheit für mich. Ich wünsche mir, dass dieser tolle Verein mittelfristig wieder in die Bezirksliga aufsteigt. Das hat der Verein, das Städtle und alle SVS-ler verdient. Genauso wichtig ist mir, dass das Vereinsleben wieder auflebt und das Sportheim wieder zur Begegnungsstätte wird, vielleicht nicht wie früher, aber eben anders.

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Freitag um 12.00 Uhr
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