Fußball Bezirksliga: Für SG Schramberg/Sulgen wird die Luft jetzt schon dünner

Entschlossen und ein Kämpfer, so kennt man Thomas Schondelmaier, der bei der SG Hardt/Lauterbach eine wichtige Rolle spielt.
Jürgen SchleehSomit hat sich die Lage für die SG aus Schramberg und Sulgen weiter zugespitzt. Auch wenn die Saison noch lange geht, die Kluft zum rettenden Ufer, sprich eine Platzierung jenseits der Abstiegszone, wird größer.
Der Abstand dürfte zumindest rechnerisch aktuell nicht das Problem sein, doch wann platzt bei der Mannschaft der Trainer Kajetan Kohlmann und Albijan Spahija der Knoten und startet zu einer Serie? Im Nachgang betrachtet, wäre ein Punkt zumindest so was wie ein „Mutmacher“ gewesen.
Kraftraubende Partie fordert ihren Tribut
Der schien nach der ersten Halbzeit noch möglich. Beide Teams lieferten sich eine intensive, kraftraubende Partie. Und die forderte ihren Tribut – bei der SG Schramberg/Sulgen. Der läuferische Aufwand ging an die Substanz. Nach Wiederbeginn waren die Gastgeber von der Konzentration nicht gleich wieder am erforderlichen Limit, während die SG Hardt/Lauterbach weiter powerte und die Chancen durch Fehler der Heim-SG gnadenlos ausnutzte. Innerhalb von fünf Minuten zu einer 3:0-Führung kam.
Wadenkrämpfe – physisch an die Grenzen gekommen
Dass einige Spieler der SG Schramberg/Sulgen auch physisch an ihre Grenzen kamen, wurde dadurch offensichtlich, dass nach einer Stunde mehrere Akteure Wadenkrämpfe erlitten. In dieser Verfassung war es kaum vorstellbar, dass die Gastgeber den Rückstand noch umbiegen können. Dennoch war bei Kajetan Kohlmann die Hoffnung noch da, zumal er seinem Team attestierte: „Wir haben in der ersten Halbzeit das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben.“ Defizite traten nach der Pause zutage. „In der zweiten Halbzeit haben wir dann durch zwei individuelle Fehler zwei Gegentore bekommen. Zum Ende des Spiels kommen wir noch an den Anschlusstreffer und haben noch die eine oder andere gute Chance, die wir leider nicht konsequent genug ausspielen“, musste Kohlmann feststellen.
1:3 hätte neue Kräfte freisetzen können

Albijan Spahija (gelbes Trikot) und die SG Schramberg/Sulgen, konnten Jonas Moosmann, Torhüter der SG Hardt/Lauterbach nur einmal überwinden.
Foto: Jürgen SchleehAls Ahmed Mohamed 20 Minuten vor Spielende auf 1:3 verkürzte, hätte dies durchaus nochmals Kräfte freisetzen können bei der SG Schramberg/Sulgen. Doch ein kindischer Streit um den Ball, für ein schnelles Anspiel, endete für Hidajet Licina mit der Roten Karte.
Damit schwächte er seine Mannschaft in dieser Phase und dürfte auch in den nächsten Spielen fehlen. Fatal, da der Kader derzeit personell eh nicht optimal aufgestellt ist. Mannschaftskapitän Justin Profft: „Damit haben wir uns ein Eigentor gelegt mit der Roten Karte. Das darf einfach nicht passieren. Man kann aber auch darüber streiten, ob es eine Rote Karte war, Gelb hätte da auch gereicht. Auch wenn das Spiel schwierig zu pfeifen war, der Schiri hat nur darauf gewartet. Es war ein Derby, da sind Emotionen drin. Der Schiedsrichter hatte das nicht unter Kontrolle.“ Kritisch beurteilt auch Kajetan Kohlmann den Unparteiischen. „Leider wurde das Spiel durch eine sehr schwache Leistung des Schiedsrichters stark beeinflusst.“
Es bleibt nur eine Alternative
Für Justin Profft bleibt der SG Schramberg/Sulgen nur die Alternative: „hart weiter zu arbeiten.“ Die Aufgaben werden jedoch nicht einfacher. Am Donnerstag geht es zum SV Bubsheim, der den mit drei Siegen gestarteten FC Hechingen mit 5:1 ausgebremst hat und zum nächsten Heimspiel wird der SV Winzeln in Sulgen erwartet.
Erleichterung pur natürlich bei der SG Hardt/Lauterbach, die sich nach dem Spiel ausgiebig als Derbysieger feierte, war nicht nur Spielertrainer Marco Lenz froh, „über die ersten Punkte. Wenn wir es sauber fertigspielen, können wir sogar höher gewinnen, haben es die Jungs ganz ordentlich gemacht.“
marco Lenz: Die drei Punkte geben Auftrieb
Dass es in einige Phasen, bzw. Situationen nicht optimal war, führte Lenz auch darauf zurück, dass die Heim-SG „viel mit langen Bällen spielte, was nicht immer gut zu verteidigen ist. Da ist man gleich 20 Meter vor dem Tor.“ Nachdem der Knoten geplatzt ist, ist für Marco Lenz wichtig, „dass gibt uns Auftrieb, wollen wir am Donnerstag nachlegen. Es sind jetzt viele Leute zurückgekommen, da sieht man auch, die helfen uns weiter“, blickt der Spielertrainer dem Heimspiel am Donnerstag (in Hardt) gegen den FC Grosselfingen zuversichtlich entgegen.
Schondelmaier ackert als Antreiber des Spiels
Es wäre nicht das erste Mal, dass man das Feld von hinten aufrollt. Der Kader der SG Hardt/Lauterbach ist besetzt mit Routiniers (Marc Haberstroh, Yannick Brohammer, Marco King) und Spielern, die schon höherklassig aktiv waren (Thomas Schondelmaier, Joshua Broghammer). Sowie dem Spielertrainer selbst, der allerdings wegen einer Verletzung derzeit passen muss.
Phänomen Schondelmaier, der „Dauerläufer“ und Antreiber des Spiels. In der vergangenen Saison erzielte er 33 Tore. „Leider ist er zurzeit etwas glücklos, hat diesmal kein Tor geschossen. Doch es ist wahnsinnig, was der ackert, holt sich hinten die Bälle und sorgt vorne für Gefahr. Ich würde es ihm gönnen, wenn er sich wieder belohnen könnte“, so Lenz.