Finale um die Nations League
: DFB-Frauen wollen den Titel, gibt es ein „Klara-Bühl-Spiel“?

Nach dem 0:0 der DFB-Frauen gegen Spanien steigt bereits am Dienstag im „Metropolitano“ das Rückspiel. Klara Bühl könnte zum entscheidenden Faktor werden.
Von
Pascal Kopf
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Bundestrainer Christian Wück gibt die Richtung vor. Für ihn ist vor dem entscheidenden Spiel klar: „Wir wollen unbedingt diesen Titel holen!“

Uwe Anspach/dpa

Es war das spielerisch beste Länderspiel der DFB-Frauen seit langer Zeit – beim 0:0 im Finalhinspiel der Nations League gegen Spanien fehlten einzig und allein die Tore. Nach der Partie wurde – auch aus diesem Grund – viel über Klara Bühl gesprochen.

Der Name der 24-Jährigen fiel auch bei den Fragen der spanischen Medienvertreter auffallend oft. Vergangenen Sommer gab es konkretes Interesse des FC Barcelonas an der Flügelspielerin, am Freitagabend brachte sie die Defensive des Weltmeisters dann mehrmals ins Schwitzen – allein, es fehlte an der finalen Aktion.

Qualität verbessern

Bundestrainer Christian Wück erklärte: „Ich habe schon mehrfach erwähnt, dass sie die Quantität der Aktionen in Qualität ummünzen muss. Was die Anzahl der offensiven Aktionen anbelangt, ist sie Weltklasse. Jetzt brauchen wir noch die richtige Entscheidung.“ Er verwies dabei auch auf das EM-Halbfinale gegen die Spanierin: „Wenn man da auf Aitana Bonmatí schaut ... sie sieht, dass das kurze Eck aufgeht und entscheidet innerhalb von Millisekunden richtig.“

Wird Bühl zum Faktor?

Während Bonmatí am Freitag jedoch blass blieb – und dies aus deutscher Sicht am Dienstag gerne so bleiben darf – hatte Bühl unter anderem Pech bei einem Pfostenschuss. Sie selbst erläuterte: „Wir sind mit der Art und Weise wie wir gespielt haben, unglaublich zufrieden. Es gilt nun, die Effektivität zu verbessern.“

Hier dürften die Hoffnungen vor dem Rückspiel in Madrid am Dienstag (18.30 Uhr/ARD) auch auf Bühl selbst liegen. Thomas Tuchel sprach in seiner Zeit als Trainer des FC Bayern München mal von einem „Thomas-Müller-Spiel“. Im „Finale Furioso“ braucht es aus Sicht der DFB-Elf womöglich ein „Klara-Bühl-Spiel“. „Ich freue mich unglaublich auf diese Partie und werde mir sehr viel vornehmen. Ich hoffe, dass ich wieder die Räume wie heute bekomme“, ließ sie am Freitagabend verlauten.

Auch Franziska Kett ganz stark

Zusammen mit der wieder beeindruckend aufspielenden Franziska Kett (ebenfalls FC Bayern München) bildete Bühl eine ganz starke linke Seite. Und auch Wück kam noch mal auf seine anfangs zitierten Worte zu sprechen: „Klara ist eine Weltklassespielerin. Ich weiß nicht, wie sich die Kategorie darüber nennt, aber wenn sie sich in der Effektivität noch verbessert, wäre sie dort.“

Die Spanierinnen, welche ob der deutschen Dominanz, sehr zufrieden den Heimweg angetreten haben dürften, bauen am Dienstag auch auf den Heimvorteil. Im Estadio Metropolitano, wo normalerweise Athlético Madrid seine Heimspiele austrägt, dürften sie mindestens so euphorisch unterstützt werden wie die DFB-Elf am Betzenberg. Abwehrspielerin Janina Minge schwärmt: „Es wird uns eine enorme Kulisse erwarten. Es gibt nichts Cooleres, als zwei solcher Finalspiele bestreiten zu dürfen.“

Aktivität als Trumpf

Finals, so sagt eine alte Fußballweisheit, spielt man bekanntlich, um sie zu gewinnen. Daher sagt auch der Bundestrainer: „Wir wollen unbedingt diesen Titel holen. Darum spielen wir Fußball.“ Wichtig: Man wolle versuchen, 90 Minuten aktiv aufzutreten – eine Phase wie nach dem Seitenwechsel am Freitag dürfe man sich nicht erlauben. Für gut 15 Minuten rückte das Team vom hohen Pressing ab und bekam fast die Quittung. „Das hätte in die Hose gehen können. Wir haben nach dem Seitenwechsel zu lange gebraucht, um wieder ins Spiel zu kommen“, so Wück.

Schwabo Powerplay
Freitag um 12.00 Uhr
Die sportlichen Highlights der Woche und die Top-Events für das Wochenende auf einen Blick.