Auf den Spuren der Olympiasieger
: Das sind die erfolgreichsten Nordischen Kombinierer aus dem Schwarzwald

Die NoKo kämpft gegen das olympische Aus, gegen die Bedeutungslosigkeit. Dies würde den Schwarzwald hart treffen, gehört die Sportart seit dem Olympia-Coup von Georg Thoma doch zwischen Baiersbronn und Schonach zum Inventar. Dies liegt auch am Furtwanger Ski-Internat.
Von
Gunter Wiedemann
Furtwangen
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Georg Hettich of Germany, celebrates after winning the Gold medal after the Cross Country portion of the Nordic Combined competition at the Turin 2006 Winter Olymipc Games, Pragelato Plan, Saturday 11 February 2006. EPA/ANTONIO BAT +++(c) dpa - Bildfunk+++

Der Schonacher Kombinierer Georg Hettich bejubelt 2006 in Turin den Olympiasieg. Nun zittert auch der Schonacher um die Zukunft der NoKo.

EPA
  • Nordische Kombination prägt den Schwarzwald – Olympia-Aus 2030 würde die Region hart treffen.
  • Olympiasieger aus der Region: Georg Thoma 1960, Teamgold 1988, Georg Hettich 2006, Teamgold 2018.
  • Skif Furtwangen bildet viele Talente aus; Rießle holte vier olympische Medaillen und beendete 2024.
  • Aktive und Hoffnungsträger: Manuel Faißt plant Karriereende nach der WM 2027 – starke Juniorenbilanz.
  • Internatsleiter betont gute Arbeit und hofft, das Olympia-Aus für die NoKo noch abzuwenden.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Die Nordische Kombination wird wie Kuckucksuhr oder Torte mit dem Schwarzwald verbunden. Georg Thoma (Hinterzarten) wurde bereits 1960 in Squaw Valley Olympiasieger. Dem „schnellsten Briefträger der Welt“ folgte 28 Jahre später Hans-Peter Pohl (SC Schonach) auf dem sportlichen Olymp. Der Kombinierer gewann zusammen mit Thomas Müller und Hubert Schwarz im kanadischen Calgary die Goldmedaille im Mannschaftswettbewerb.

2018 schaffte Fabian Rießle (SZ Breitnau) dieses Kunststück mit dem DSV-Team im südkoreanischen Pyeongchang.

„Olympiasieger – ich dachte, das gibt es nur im Fernsehen“, konnte 2006 Georg Hettich (ST Schonach-Rohrhardsberg) es zunächst kaum fassen, dass er in Turin Geschichte geschrieben hatte. Am Ende sprang für den Schwarzwälder bei den Winterspielen in Italien sogar ein kompletter Medaillensatz heraus.

Ausbildung in Furtwangen

Im Gegensatz zu Georg Thoma und Hans-Peter Pohl entwickelte sich Georg Hettich am Ski-Internat Furtwangen (Skif) vom Rohdiamanten zum Schwarzwälder Olympiahelden. „Es muss dann eben alles zusammenkommen, nur dann wird man Olympiasieger“, stellte der Schonacher Anfang des Jahres in einem Interview im Februar mit unserer Redaktion klar.

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Derzeit ist Manuel Faißt (SV Baiersbronn) der einzige Skif-Ehemalige, der im Weltcup der Nordischen Kombination sein Können zeigt. Der Team-Olympiazweite von Peking (2022) hat angekündigt, dass er nach der WM 2027 seine erfolgreiche Karriere beendet.

Nach seinem Achillessehnenriss wieder in der Erfolgsspur: Manuel Faißt (SV Baiersbronn) hat zuletzt bei der Sommer-Grandprix-Serie mit einem ersten Platz geglänzt.

Nach seinem Achillessehnenriss wieder in der Erfolgsspur: Manuel Faißt (SV Baiersbronn) hat zuletzt bei der Sommer-Grandprix-Serie mit einem ersten Platz geglänzt. Nach der WM beendet der Ex-Skif-Schüler im Frühjahr seine Karriere.

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Neben Georg Hettich und Manuel Faißt wurde auch Fabian Rießle (SZ Breitnau) am Skif ausgebildet. Der Nordische Kombinierer bejubelte nicht nur bei den Winterspielen von 2018 in Südkorea Gold, sondern Rießle holte insgesamt vier olympische Medaillen. Dazu stand er mehrfach bei Weltmeisterschaften auf dem obersten Podest. Dies schaffte Rießle übrigens auch bei der Nachwuchs-WM 2010 in Hinterzarten.

Aktuelle Aushängeschilder und Legenden

Auch die letzte Olympiasiegerin aus dem Schwarzwald hat Spuren am Furtwanger Internat hinterlassen. Skicrosserin Daniela Maier (SC Urach) war zwar kein internes Skif‑Mitglied, baute aber am Otto-Hahn-Gymnasium in Furtwangen, das Teil des Eliteschulverbunds des Skiinternats ist, 2014 ihr Abitur und trainierte oft am Skif.

Zuvor büffelten und schwitzten auch Schwarzwald-Wintersportasse wie Martin Schmitt, Sven Hannawald, Carina Vogt, Alexander Herr, Christoph Duffner, Hansjörg Jäckle, Melanie Faißt, Simon Schempp, Simone Hauswald, Kathrin Lang, Benedikt Doll oder Stefanie Böhler in Furtwangen.

Dies gilt ebenfalls für Janina Hettich-Walz (SC Schönwald),  Julia Tannheimer (DAV Ulm) und Roman Rees (SV Schauinsland), die im Winter 2026/27 wieder im Biathlon-Weltcup für Aufsehen sorgen wollen. Kombinations-Überfliegerin Nathalie Armbruster (SV-SZ Kniebis 1928) drückte dagegen in Freudenstadt die Schulbank.

Die Hoffnungsträger

Die nächste Generation steht in Furtwangen schon bereit. Sechs Nachwuchssportler kehrten Anfang des Jahres mit insgesamt sechs Medaillen von verschiedenen Junioren-Weltmeisterschaften zurück. Biathletin Melina Gaupp (DAV Ulm) gewann bei der Heim-WM am Arber Gold mit der deutschen Staffel.

Die Skispringer sorgten bei der Nachwuchsweltmeisterschaft im norwegischen Lillehammer für Furore. Janne Holz (SC Degenfeld, Waiblingen), Lasse Deimel und Yann Kullmann (beide SC Hinterzarten) holten mit dem DSV-Team im Mannschaftswettbewerb Silber. Zudem wurden Lasse Deimel und Yann Kullmann im Mixed-Team mit Bronze dekoriert. Auch Biathlet Lukas Tannheimer (DAV Ulm) war bei der JWM für Deutschland im Einsatz.

Fabian Riessle kommt ins Ziel in seinem letzten Rennen. Mit Spalier und Sektdusche wird er im Ziel empfangen GER, FIS Weltcup Nordische Kombination Schonach German Trophy 2024, 28.01.2024, Nordic Combined Finale wir machen Druck Foto: Eibner-Pressefoto/Roger Buerke

Fabian Rießle beendete am 28. Januar 2024 nach dem Weltup in Schonach seine erfolgreiche Karriere.

Eibner-Pressefoto

Und was ist mit der Noko? Fabienne Klumpp (SV Baiersbronn) überzeugte bei der Nachwuchs-WM in Lillehammer mit einem siebten Platz im Team-Sprint. Marcel Dickhaut (SC Hinterzarten), Michele Eller (SV Baiersbronn) und Nick Löchner (SZ Breitnau) sind drei weitere NoKo-Youngster in Furtwangen.

Das drohende Olympia-Aus

„Sie arbeiten sehr gut. Es ist nicht selbstverständlich, dass sie unser Ski-Internat und Baden-Württemberg als Hoffnungsträger repräsentieren“, hofft der Furtwanger Internatsleiter Niclas Kullmann, dass die Skif-Talente auch bei den Aktiven für Furore sorgen werden.

Doch noch wichtiger ist, dass der Traditionssport das drohende Olympia-Aus für 2030 noch abwendet.

Ski-Internat Furtwangen (Skif)

Seit 1984 bietet das Ski-Internat Furtwangen beste Bedingungen für Schule und Sport. Gemeinsam mit Partnerschulen, den Verbänden und dem Träger des Ski-Internates finden  sportliche Talente in den nordischen Disziplinen und im Biathlon ein optimales Umfeld, um ihre schulischen und sportlichen Ambitionen zu verwirklichen.