Ex-Spieler der TSG Balingen
: Laurin Curda schießt Paderborn in die Bundesliga

Der frühere TSG Balingen-Spieler Laurin Curda erzielt für Paderborn in der Relegation gegen Wolfsburg das entscheidende Tor – und krönt damit seine bislang stärkste Profisaison.
Von
Matthias Jedele
Oberndorf
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Laurin Curda (rechts) bejubelt mit dem SC Paderborn den 2:1-Sieg in der Relegation über den VfL Wolfsburg und den damit verbunden Aufstieg in die 1. Bundesliga

Swen Pförtner/dpa

Von der Eyach in die Bundesliga: Laurin Curda hat seiner ohnehin bemerkenswerten Entwicklung am Montagabend das bislang größte Kapitel hinzugefügt. Der frühere Spieler der TSG Balingen erzielte in der Verlängerung das entscheidende Tor zum 2:1 des SC Paderborn gegen den VfL Wolfsburg – und machte die Ostwestfalen damit zum Bundesligisten. Für Wolfsburg bedeutete die Niederlage den ersten Abstieg nach 29 Jahren im Oberhaus.

Curda, der von 2021 bis 2023 insgesamt 69 Pflichtspiele für die TSG Balingen bestritt, wurde damit zum Aufstiegshelden einer ganzen Stadt. In der Verlängerung vollendete der 24-Jährige in der 100. Spielminute eine Flanke des eingewechselten Sven Michel sehenswert per Direktabnahme. Es war der Treffer, der Paderborn nach 2014 und 2019 zum dritten Mal in die 1. Bundesliga führte.

„Ich weiß nicht, wie viele Tage ich dafür noch brauchen werde“, sagte Curda nach dem Schlusspfiff. „Aber jetzt gerade ist es einfach schön, das zu sehen. Irgendwie hat gefühlt alles gegen uns gestanden und wir haben es trotzdem geschafft.“

Früher Platzverweis kippte die Partie

Dabei hatte der Abend für Paderborn alles andere als ideal begonnen. Bereits nach drei Minuten brachte Dzenan Pejcinovic den Bundesligisten aus Wolfsburg in Führung. Doch nach der Gelb-Roten Karte gegen Joakim Mæhle kippte die Partie. Paderborn übernahm die Kontrolle, Filip Bilbija glich noch vor der Pause aus. In der Verlängerung schlug dann die Stunde des Mannes, der vor wenigen Jahren noch an der Eyach auflief.

„Natürlich war es ein bisschen einfacher mit der Roten Karte von Anfang an“, sagte Curda über die Spielentwicklung. „Aber wir wollten ruhig bleiben, wir wollten das Spiel ruhig gestalten. Egal, ob es in die Verlängerung geht oder nicht. Wir wollten einfach viele Bälle in die Box bringen. Da bin ich präsent und dann konnte ich ihn zum Glück machen.“

Curda mit hervorragender Ausbildung

Dass Curda in Paderborn eine solche Rolle einnehmen würde, kam für seinen früheren Balinger Trainer Martin Braun nicht völlig überraschend. Schon nach dem Wechsel von Sandhausen zur TSG habe er gespürt, „dass Laurin das Potenzial hat, höherklassig zu spielen“. Curda sei in Stuttgart und Hoffenheim hervorragend ausgebildet worden, brachte aber vor allem jene Mischung mit, die im Profifußball gefragt ist: Tempo, Ausdauer, Präsenz – und den unbedingten Willen, besser zu werden.

In Balingen entwickelte sich Curda schnell zum Stammspieler, gewann 2023 mit der TSG den WFV-Pokal und steigerte seinen Marktwert erheblich. Der Schritt zum SC Paderborn war die logische Folge. Dort gelang ihm nun in seiner dritten Saison unter dem neuen Trainer Ralf Kettemann der Durchbruch. In der 2. Bundesliga kam Curda auf 33 Einsätze, sieben Tore und acht Vorlagen. Nach Torhüter Dennis Seimen stand er mit 2899 Minuten am zweitlängsten aller Paderborner auf dem Platz.

Wechselgerüchte rund um Curda

Spätestens nach diesem Relegationsabend dürfte der Name Laurin Curda auch weit über Ostwestfalen hinaus bekannt sein. Schon in den vergangenen Wochen gab es Gerüchte um Interesse an dem 24-Jährigen aus der Bundesliga und dem Ausland. Nun aber steht für den Ex-Balinger zunächst etwas anderes im Vordergrund: Feiern. Schlafen? Wohl kaum. „Wahrscheinlich gar nicht“, sagte Curda mit einem Lächeln. „Mal schauen, ich lasse mich einfach überraschen.“

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