Ernstfall für Balingen-Weilstetten
: Der HBW will „sofort angreifen“

Die Zweitliga-Saison beginnt für die Handballer aus Balingen und Weilstetten an diesem Freitag in Potsdam. Trainer Matti Flohr ist für das Duell mit dem Erstliga-Absteiger guter Dinge.
Von
Ulrich Mußler
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Für Tobias Heinzelmann (am Ball) und den HBW geht’s wieder um Punkte in der 2. Liga.

Beytullah Kara

Der Schweiß der Vorbereitung ist vergossen – an diesem Freitag beginnt für das Team von Trainer Matti Flohr wieder der Ernst der 2. Handball-Bundesliga. Und mit dem Auswärtsspiel beim 1. VfL Potsdam steht den „Gallier“ gleich eine echte Bewährungsprobe bevor (20 Uhr, MBS Arena). Denn Potsdam kämpfte in der vergangenen Saison noch in der Beletage des deutschen Handballs um Punkte.

Großer Personalwechselbei den Gastgebern

Das Los des VfL, dessen Geschickte der Geschäftsführer des deutschen Meister Füchse Berlin, Bob Hanning, als Head of Sports leitet, war nach dem Abstieg jenes so vieler Aufsteiger, die nach einem Jahr zurück in die 2. Liga mussten – das Gros ihrer jungen Leistungsträger wandert zu größeren Clubs ab. So stehen zehn Abgänge sieben Neuzugänge gegenüber, die es nun für Trainer Emir Kurtagic zu integrieren gilt. Ihr erstes Pflichtspiel haben die „Adler“ bereits hinter sich gebracht. In der ersten Runde des DHB-Pokals mussten sie sich beim Mitabsteiger SG BBM Bietigheim mit 24:25 geschlagen geben. Dabei lag Potsdam in der Sporthalle am Viadukt zur Pause schon scheinbar aussichtslos mit 8:13 im Hintertreffen. Doch der VfL biss sich auf 16:17 heran und lieferte den eingespielten Schwaben einen spannenden Fight, um am Ende doch mit 24:25 den Kürzeren zu ziehen. „Das zeigt eine große Qualität der Potsdamer“, sagt HBW-Coach Matti Flohr, „sie kämpfen immer um jeden Meter Boden, selbst wenn sie schon weit zurückliegen.“ Die entscheidenden Kräfte bei den Brandenburgern hat Flohr in zwei Neuzugängen ausgemacht – der italienische Nationalspieler Marco Mengon (Sélestat Alsace HB), Zwillingsbruder von Simone Mengon, den es von ThSV Eisenach zum TVB Stuttgart verschlagen hat, und den Österreicher Markus Mahr. Ihn zog es vom Vorarlberger Topclub A1 Bregenz nach Potsdam.“Die beiden werden uns primär vor Probleme stellen, sie sind sehr starke 1:1-Spieler“, sagt Flohr. Ebenfalls neu beim VfL sind die ehemaligen Balinger Tim Hildenbrand (HSG Krefeld Niederrhein) und Florian Budde (Füchse Berlin U19).

Vier Rückraumspieler,kein Kreisläufer

Besonders eingestellt hat Flohr sein Team auf Angriffe der Gastgeber mit vier Rückraumspielern und ohne Kreisläufer. „Da folgt ein 1:1 auf das andere, man muss in der gesamten Angriffssequenz konzentriert bleiben. Das ist schon eine Geduldsprobe, bei der sich jeder an den Matchplan halten und seine Aufgabe erfüllen muss“, sagt Flohr, der mit Ausnahme von Elias Huber (Reha nach Knie-OP) seinen kompletten Kader beisammen hat. Davon dass sein Team in der Offensive die passenden Mittel findet, die VfL-Deckung knacken zu können, ist der HBW-Trainer überzeugt: „Ich glaube, dass wir einen guten Start hinlegen, der uns Auftrieb für die weitere Saison geben wird. Wir wollen jedenfalls sofort angreifen.“