Ergenzingen – Freudenstadt: Ungleiches Aufsteiger-Duell endet mit Kantersieg

Anton Bensch (rechts) und die Spvgg Freudenstadt gingen in Ergenzingen mit 1:8 gegen Dave Nzally und Co. unter.
ReutterTuS Ergenzingen – Spvgg Freudenstadt 8:1 (4:0). Die Gefühlswelten bei den beiden Cheftrainern hätten nach der Partie am Sonntagnachmittag in Ergenzingen kaum unterschiedlicher sein können. TuS-Coach Florian Schwend war der strahlende Gewinner: „Klar, wir sind am Ende mega zufrieden. Wir stehen jetzt mit neun Punkten aus sechs Spielen da – das war so eingeplant.“ Der Übungsleiter der Gäste aus Freudenstadt hingegen sprach von einer „bodenlosen Frechheit“, die seine Schützlinge abgeliefert hatten. „Es ist kein Zufall, dass wir mit null Punkten dastehen. So hast du nicht einmal den Hauch einer Chance in der Landesliga“, so Elvedin Djekic.
Guter Start der Gäste
Hätte man nur die Anfangsphase des Spiels gesehen, so hätten sich diese Aussagen der beiden Trainer äußerst seltsam angehört. Denn die Spvgg erwischte im Duell der Aufsteiger den wesentlich besseren Start. Echte Großchancen verzeichnete das Schlusslicht zwar nicht, aber die Freudenstädter waren mutiger, gefährlicher und insgesamt spielerisch stark. Doch nach etwa 20 Minuten wendete sich das Blatt innerhalb kürzester Zeit drastisch.
Drei Tore in zehn Minuten
Dave Nzally eröffnete die Ergenzinger Torflut nach 23 Minuten mit einem schönen Schlenzer aus halblinker Position in die lange Ecke. „Das war so etwas wie die Initialzündung für uns“, analysierte Schwend nach Abpfiff. In der Folge ließ der TuS jedoch gleich mehrere hochkarätige Chancen liegen. Erst in der 38. Minute brach der Bann komplett, als Nzally einen Foulelfmeter souverän zum 2:0 verwandelte. Mit einem Traumtor aus 25 Metern von Nico Gulde (44.) und einem lockeren Einschieben von Cristian Materazzi auf Vorlage von Nzally (45.+3) stellten die Gastgeber auf einen auch in der Höhe durchaus verdienten 4:0-Pausenstand.
Zwei Joker stechen
Nach dem Seitenwechsel machte Ergenzingen genau da weiter, wo sie aufgehört hatten, und dominierte das Geschehen. Obwohl die Hausherren in den zweiten 45 Minuten merklich den Fuß vom Gaspedal nahmen, gelangen ihnen noch vier weitere Tore. Johannes Bastians war nach einer Ecke von Gulde zur Stelle (57.), der kurz zuvor eingewechselte Marvin Beck musste nach einem weiteren schönen Angriff über die linke Seite nur noch einschieben (74.) und mit Dennis Schanz veredelte ein weiterer Joker zwei zielstrebig vorgetragene Konter zum siebten und achten Streich (80. und 90.).
Nur ein Ehrentreffer
Den Freudenstädtern gelang in der 67. Minute lediglich der am Ende wohl eher wenig Trost spendende Ehrentreffer zum zwischenzeitlichen 1:5. Der zur Pause eingewechselte Mert Karaaslan setzte sich über die linke Seite gegen einen Gegenspieler durch und brachte eine flache Hereingabe in den Strafraum. Gleich mehrere Akteure beider Lager rauschten heran – mit dem besten Ende für Adrian Nahodovic. Letztendlich war dieser Treffer jedoch nur leichte Ergebniskosmetik.
Sprung auf Rang 8
Durch ihren dritten Saisonsieg springen die Ergenzinger in der Tabelle auf den achten Platz. Freudenstadt hingegen sucht als Landesliga-Schlusslicht noch immer nach einem Hoffnungsschimmer. Sieben Niederlagen aus sieben Spielen sowie ein Torverhältnis von 4:29 sprechen aus Sicht der Spielvereinigung eine deutliche Sprache.
