Bezirkspokal Nordschwarzwald: Zwei Außenseiter wollen ins Finale

Die SG Oberreichenbach-Würzbach hatte Alpirsbach-Rötenbach (in Blau) rausgeworfen.
KraushaarDie Halbfinals des Fußballbezirkspokals Nordschwarzwald steigen am Mittwochabend. Die beiden A-Ligisten haben natürlich Heimvorteil. SG Oberreichenbach-Würzbach – TuS Ergenzingen (Mittwoch, 18.30 Uhr). Die SG Oberreichenbach-Würzbach könnte mit dem Einzug ins Bezirkspokalfinale eine schon herausragende Saison weiter aufwerten. In der Kreisliga A2 steht die Mannschaft von „Beppo“ Keppler nur noch einen Schritt vor dem Aufstieg. Sechs Punkte Vorsprung bei vier verbleibenden Spielen sollte der Tabellenführer unter normalen Umständen über die Ziellinie bekommen. Am kommenden Spieltag geht es zum Tabellenvierten nach Stammheim.
Jetzt gilt aber die volle Konzentration auf den Pokalkracher gegen den TuS Ergenzingen. Die Gastgeber haben überhaupt erst ein Pflichtspiel in dieser Saison verloren. Gegen den Tabellenführer der Bezirksliga wollen die Gastgeber für die nächste Überraschung im Pokalwettbewerb sorgen und setzen auf ihre Kampfkraft und ihre schnelle Spitzen um Torjäger Marvin Keppler. In der Schaltzentrale des A-Ligisten sorgen Lukas Moor und Marvin Stoll als Taktgeber für die richtige Balance zwischen Offensive und Defensive.
Schlüssel zum Erfolg
Dass der A-Ligist in dieser Saison so fulminant durchstartet, war zuvor nicht absehbar. „Mit Marvin Stoll, der in Althengstett in der Landesliga gespielt hat, und Lukas Moor, der wieder angefangen hat zu kicken, haben wir im Mittelfeld enorm an Stabilität dazu gewonnen. Das Hauptmanko war in der Vorsaison noch unsere Defensive. In diesem Bereich haben wir uns enorm steigern können“, sieht Keppler den Hauptgrund für die enorme Leistungsentwicklung seiner Mannschaft.
Der TuS Ergenzingen tanzt wie die Gastgeber noch auf zwei Hochzeiten. Trotz der Punkteteilung am jüngsten Spieltag in Baiersbronn in letzter Minute konnte der TuS die Tabellenspitze in der Bezirksliga verteidigen. Für Michael Sattler im Nachgang ein gewonnener Punkt. „Gegen eine starke Baiersbronner Mannschaft ist uns noch der verdiente Ausgleich gelungen.“ Für das Pokalspiel beim Kreisliga-A-Tabellenführer erwartet Sattler eine kämpferisch zu Werke gehende Heimelf. „Wir haben unseren Halbfinalgegner schon beobachtet und auch die Rahmenbedingungen in Augenschein genommen. Wir haben großen Respekt vor unserem Gegner, haben aber den Anspruch an uns, diese Hürde zu nehmen.“
Ausfälle gut kompensieren
Der letztjährige Bezirkspokalsieger des früheren Bezirks Nördlicher Schwarzwald will seinen Titel verteidigen. In der frühen Ansetzung der Partie sieht Sattler für seine Spieler kein Problem. „Die hatten genügend Zeit, sich darauf einzustellen und ich erwarte sie alle rechtzeitig um 17.15 Uhr in Würzbach.“ Dank eines großen Kaders kann der TuS bis dato die Ausfälle gut kompensieren. Für Julian Ciossek kommt das Spiel wohl noch etwas zu früh. TSV Möttlingen – SpVgg Freudenstadt (Mittwoch, 19.15 Uhr). Auch im Spiel auf dem Möttlinger Sportplatz kommt es zum Duell eines A-Ligisten, der an das Tor zur Bezirksliga anklopft, und einem Spitzenteam aus der Bezirksliga. Die Rollen scheinen auch hier auf den ersten Blick klar verteilt. Doch auch Möttlingens Spielleiter Simon Walz gibt sich kämpferisch. „Wir haben zwar mit Gechingen einen Bezirksligisten in den Runden zuvor ausgeschaltet. Aber ich schätze die Freudenstädter noch eine Spur stärker ein. Wir haben dennoch keinen Grund, uns vor dem Bezirksligisten zu verstecken.“ Die Möttlinger haben zuletzt im Ligaalltag ihren zweiten Tabellenplatz im Heimspiel gegen den Neuhengstett dank eines Viererpacks von Dennis Flaiz verteidigt. Am kommenden Spieltag wartet mit der Partie beim Tabellennachbarn Wart-Ebershardt für die Mannschaft von Tobias Blank eine richtungsweisende Partie. Bei einem Sieg beim Tabellennachbarn wäre dies ein großer Schritt in Sachen Relegationsplatz.
Ausfall kompensiert
Die Vorfreude auf der Möttlinger ist auch bei Spielleiter Walz spürbar. „Wir sind heiß auf das Pokalhalbfinale und stehen voll im Saft und sind voller Selbstvertrauen.“ Gut aus Sicht der Möttlinger, dass der längerfristige Ausfall ihres Torjägers Yasin Shaaban kompensiert werden konnte. Die Mannschaft mache sowohl offensiv als auch defensiv einen richtig tollen Job.
Die Gäste aus Freudenstadt werden dabei alles daran setzen, wie im Vorjahr ins Pokalfinale einzuziehen. Im Ligaalltag musste die Mannschaft von Freudenstadts Trainer Elvedin Djekic am vergangenen Wochenende einen herben Dämpfer im Meisterschaftsrennen hinnehmen. Zu Hause setzte es die höchste Heimniederlage gegen eine starke Nagolder Zweitvertretung. Diese wirkt in den Worten von Djekic noch etwas nach. „ Nach dem Spiel waren wir schon ein Stückweit ratlos. Dabei haben wir gar nicht so schlecht angefangen. Nach den Gegentoren haben wir uns aber dann ganz schlecht verkauft und die Nagolder haben in Halbzeit zwei gut den Ball laufen gelassen.“
Vertrauen in die Mannschaft
Freudenstadts Trainer betont, dass der Anspruch vor der Saison war, etwas Zählbares am Ende in den Händen zu halten. Der Einzug ins Pokalfinale wäre der erste Schritt dazu. Trotz des letzten Rückschlags hat der Freudenstädter Trainer größtes Vertrauen in seine Mannschaft. „Wir gehen mit großer Zuversicht in das Spiel gegen Möttlingen. Klar ist aber auch, dass sich in den nächsten Wochen entscheiden wird, ob es eine gute oder sehr gute Saison wird. In der letzten Saison sind wir zweimal kurz vor unserem großen Ziel gescheitert. Jetzt haben wir den Anspruch, es besser zu machen.“