Besonderes Wiedersehen: HBW misst Kräfte mit den Löwen

Trainer Matthias Flohr zeigt die Richtung an. Die Testspielgegner für seinen HBW werden nicht einfacher.
Eibner-Pressefoto/Andreas UlmerDie Testspiele beim Handball-Zweitligisten HBW Balingen-Weilstetten sind eng getaktet. Nur wenige Tage nachdem das Team von Trainer Matthias Flohr beim S-Cup in Altensteig trotz zahlreicher Ausfälle mit einem dritten Platz überzeugt hatte, steht am Freitag das Duell mit dem Erstligisten Rhein-Neckar Löwen in der Steinlachhalle in Mössingen (Anpfiff: 19 Uhr) auf dem Programm.
Sensation beim Final Four
An den bisher letzten Vergleich mit den Mannheimern haben die Balinger beste Erinnerungen, schließlich bezwangen sie die Löwen Mitte April im Spiel um Platz drei des Final-Four-Turniers um den DHB-Pokal in der Kölner Lanxess-Arena völlig überraschend mit 32:31 und feierten damit einen der größten Erfolge in der Vereinsgeschichte. Doch seither hat sich bei beiden Mannschaften einiges geändert – beide stecken in einem personellen Umbruch.
Personalwechsel auf beiden Seiten
Von den Balinger Pokalhelden haben sieben den Club nach der Saison verlassen, nun hat Trainer Flohr fünf externe Neuzugänge zu integrieren. Doch auch bei den Löwen ist vieles neu. Neun Spieler haben sich verabschiedet, darunter Regisseur Juri Knorr (Aalborg Håndbold/Dänemark), der Rückraumrechte Ivan Martinovic und Keeper Mikael Appelgren, die sich dem ungarischen Topclub One Veszprém HC anschlossen, oder Olle Forsell Schefvert (MT Melsungen). Dafür bastelt Sportdirektor Uwe Gensheimer fleißig an der Zukunft des Deutschen Meisters von 2016 und 2017.
Drei Ex-Balinger bei den Löwen
Neuer Cheftrainer ist Maik Machulla, der Sebastian Hinze (ThSV Eisenach) auf der Kommandobrücke ablöste und den Umbruch gestalten soll, denn den zahlreichen Abgängen stehen acht Neue gegenüber. Darunter sind mit Torhüter Mike Jensen (One Veszprém HC) und Robert Timmermeister zwei Spieler mit HBW-Vergangenheit, und mit Tim Nothdurft wirbelt auf Linksaußen ein Mann in seiner zweiten Saison bei den Löwen, der das Gros seiner Ausbildung beim HBW genoss.
Für Timmermeister fühlt sich’s „komisch“ an
„Vom Gefühl her ist es natürlich etwas komisch, weil ich in Balingen zwar nur eine kurze, aber sehr intensive Zeit hatte“, sagte Timmermeister dem HBW-Pressedienst. „Für mich war Balingen genau der richtige Schritt, und ich verbinde mit dem HBW und dem Umfeld nur Positives. Ich freue mich, die Jungs wiederzusehen und bin gespannt, wie die Trainer die vielen Neuzugänge schon eingebunden haben.“ Er erwartet ein enges Spiel: „Beide Teams haben viele neue Spieler, die sich erst in die Systeme einfinden müssen. Aber ich glaube, dass es vom Fight her ein gutes Spiel wird.“ In der Rückraummitte hat Machulla gleich drei Optionen. Der Niederländer Dani Baijens kehrte vom Paris St. Germain in die Bundesliga zurück, vom rumänische Spitzenclub Dinamo Bukarest kam der isländische Nationalspieler Haukur Thrastarsson und der Däne Mathias Larson wechselte vom norwegischen Spitzenverein Elverum Håndball nach Mannheim.
Balinger Verletzungsprobleme
Diesen Luxus hätte HBW-Coach Flohr auch gerne. Denn mit Elias Huber (Knie) und Ex-Löwe Magnus Grupe (Wade) fehlen weiterhin zwei seine Spielmacher verletzt. Dafür steht der von Zweitliga-Absteiger ASV Hamm-Westfalen gekommene Yonatan Dayan vor seinem ersten Einsatz im HBW-Trikot. Im Vergleich zum S-Cup steht auch der zuletzt kränkelnde Georg Pöhle am Freitagabend im Aufgebot der „Gallier“. Die Zielsetzung für den Test gegen die Löwen ist für Flohr klar: „Wir wollen an die Leidenschaft aus den Spielen in Altensteig anknüpfen und unsere Abläufe weiter verfeinern. Die Rhein-Neckar Löwen haben einen hervorragenden Kader. Sie werden uns maximal fordern und unsere Schwachstellen offenlegen.“