Baiersbronner Eishockeyteam: Nach Rückschlag gehts sogar aufs Eis im Sommer – Kosten sind Problem

Bereits in der Vergangenheit waren die Schwarzwälder Holzhacker in der Helios Arena zu Gast. Hier 2023 als DEL-Profi Sebastian Uvira den Baiersbronnern einen Besuch abstattete.
Stephan SeegerDie Euphorie rund um die Schwarzwälder Holzhacker war nach ihrer Heimspielpremiere in Baiersbronn spürbar. Jeweils bis zu 400 Zuschauer kamen zu den ersten drei Heimspielen des Hobbyteams im Winter.
Getrübt wurde die Freude allerdings wenig später durch die Nachricht, dass die Baiersbronner Eishalle im Sommer anderweitig genutzt wird. Damit war klar, dass die Holzhacker in diesem Jahr keine dauerhafte Trainingsmöglichkeit mehr haben würden. Im Gegensatz zum Vorjahr fiel damit die gewohnte Inlinehockey-Lösung weg.
Nach dem Ende der Eissaison wollte das Team den Schwung mit in die Sommermonate nehmen. In einer kurzfristig organisierten Gemeinschaftsaktion unterstützt von der Gemeinde Baiersbronn wurde die Eishalle nach dem Abschmelzen des Eises trockengelegt, um zumindest noch einige Wochen Inlinehockey spielen zu können. Der Aufwand lohnte sich: Rund vier Wochen lang konnten die Holzhacker anschließend weiterhin in der heimischen Halle trainieren.
Sommertraining auf Eis
Parallel dazu begann gemeinsam mit der Gemeinde die Suche nach Alternativen. Verschiedene Möglichkeiten wurden geprüft, darunter auch eine Nutzung von Turnhallen. Aufgrund der möglichen Belastung der Hallenböden konnte jedoch keine Lösung umgesetzt werden.
Nach zahlreichen Gesprächen und vielen verworfenen Ideen fanden die Holzhacker schließlich doch noch eine besondere Lösung: Sommertraining auf echtem Eis in Schwenningen.
Dort konnten sich die Baiersbronner einen festen wöchentlichen Termin in der Trainingshalle sichern. Möglich wird dies, weil die Nachwuchsmannschaften und das Profiteam der Schwenninger Wild Wings ihre Eiszeiten in den Sommermonaten Juni und Juli reduzieren. Für die Holzhacker ist das alles andere als selbstverständlich, denn ganzjähriges Eis gibt es in Deutschland nur an wenigen Standorten.
Finanzielle Herausforderung
Künftig führt der Weg für das Baiersbronner Team nun einmal pro Woche rund 70 Kilometer nach Schwenningen. Neben dem organisatorischen Aufwand bringt die Lösung auch finanzielle Herausforderungen mit sich. Die Eiszeiten unter Profi-Bedingungen kosten pro Spieler und Trainingseinheit rund 20 Euro.
Trotzdem blickt man bei den Holzhackern optimistisch auf den Sommer. Bereits jetzt arbeitet das Team an Ideen und Unterstützungsmodellen, um die Kosten für die Mitglieder möglicherweise weiter senken zu können. Zwei Unternehmen haben bereits ihre Unterstützung zugesichert. Nun hoffen die Verantwortlichen, dass vielleicht noch weitere Unternehmen aus der Region auf das Projekt aufmerksam werden und die außergewöhnliche Sommerlösung unterstützen möchten.