Aufsteiger startet in die Saison: HSG Rottweil freut sich auf das Abenteuer Verbandsliga

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Schwarzwälder BoteNach einer herausragenden Saison mit Meistertitel und Aufstieg startet die HSG Rottweil am Sonntag, 21. September, in ihr bislang größtes Abenteuer: die erste Spielzeit in der Verbandsliga. Zum Auftakt gastiert die HSG Böblingen/Sindelfingen in der heimischen Doppelsporthalle – ein Spiel, das gleich richtungsweisenden Charakter hat.
Die Handballlandschaft in Baden-Württemberg hat sich durch die Fusion der drei Verbände neu geordnet. Erstmals tritt die HSG Rottweil nun in der Verbandsliga Staffel 2 an, die mit 14 Mannschaften besetzt ist. Neben bekannten Rivalen wie der TG Schömberg oder dem TV Spaichingen warten viele neue Gegner aus dem Stuttgarter Raum.
„Unser Ziel ist es definitiv, mutig und selbstbewusst zu spielen und eine Rolle in der Liga zu übernehmen. Wir wollen bestätigen, dass wir in diese Liga gehören – und vielleicht für die ein oder andere Überraschung sorgen“, erklärt Trainer Michael Huber.
Der Saisonstart ist für die HSG Rottweil besonders wichtig
Besonders der Saisonstart hat Gewicht: Nach dem Heimauftakt muss die HSG viermal in Folge auswärts ran – darunter gleich am zweiten Spieltag bei der TG Schömberg. Vor zwei Jahren feierte Schömberg eine ungeschlagene Meistersaison. In einem Testspiel vor einigen Wochen konnten die Rottweiler jedoch klar die Oberhand behalten. „Natürlich wissen wir, dass ein Test nicht mit einem Ligaspiel vergleichbar ist“, so Huber, „aber er hat gezeigt, dass wir mithalten können.“
Mit dem Start in die Verbandsliga gibt es auch in der Mannschaft eine Veränderung: Nico Singer trägt künftig die Kapitänsbinde. Dabei betont er aber: „Ich freue mich natürlich sehr darüber und bin stolz darauf, die Mannschaft in der kommenden Saison als Kapitän aufs Feld führen zu dürfen. Grundsätzlich wird sich an der Konstellation aber nicht viel verändern, da Timo Hildebrand und ich weiterhin ein Gespann bilden werden. Wir ergänzen uns in dieser Aufgabe sehr gut.“
Singer blickt optimistisch auf die neue Saison: „Die Stimmung in der Mannschaft ist super, aber uns ist bewusst, dass wir uns auf dem Meistertitel nicht ausruhen dürfen. Wir trainieren sehr konzentriert, um uns weiterzuentwickeln.“ Wichtig sei vor allem der Teamgeist: „Der hat uns letztes Jahr ausgezeichnet. Jeder gibt für jeden alles – und genau das brauchen wir auch in der Verbandsliga.“
Auf die HSG-Keeper wartet viel Arbeit
Auch Trainer Michael Huber unterstreicht die Bedeutung des Kaders: „Der Kern der Mannschaft ist derselbe wie im Vorjahr. Mit Tim Singer müssen wir leider auf einen Leistungsträger verzichten, da er sich in einem Auslandssemester befindet. Neuzugänge, die ihn kompensieren können, haben wir leider keine, daher gilt es, die Verstärkung in den eigenen Reihen zu finden und zu entwickeln. Vor allem die jüngeren Spieler müssen jetzt mehr Verantwortung übernehmen und jeder einzelne einen Schritt nach vorne machen. Obwohl die letzte Saison sicher sehr erfolgreich war, glaube ich, dass einige Spieler noch nicht am Limit gespielt haben – da müssen wir dieses Jahr hinkommen.“
Einer der erfahrensten Spieler im Kader ist Torhüter Raphael Hagen, der in seine nächste HSG-Saison geht. Er erwartet ein deutlich höheres Niveau: „In der Verbandsliga ist das Tempo höher, die Würfe sind präziser, und Fehler werden schneller bestraft. Für uns Torhüter heißt das: noch wacher sein, noch schneller reagieren.“
Mehr Spiele sorgen für Herausforderungen
Seine Rolle als Führungsspieler sieht er klar definiert: „Ich sehe mich als Rückhalt und Ruhepol für die jungen Spieler – gerade in Drucksituationen. Und natürlich freue ich mich besonders auf das erste Heimspiel, wenn die Doppelsporthalle wieder voll ist. Aber auch die Derbys gegen Schömberg und Spaichingen werden echte Highlights.“
Im Vergleich zur Meistersaison liegt der Schwerpunkt stärker auf den Feinheiten. „Wir müssen mehr aus Sicht des Kollektivs rausholen“, sagt Huber. „Tempospiel, Unter- und Überzahl oder Rückzugsorganisation – hier wollen wir die letzten Prozent herauskitzeln.“
Auch die Belastung wird höher: 26 statt 18 Spiele warten auf die Mannschaft. „Entscheidend wird sein, wie wir mit der Spielbelastung umgehen. Wenn wir verletzungsfrei bleiben und die Last gut verteilen, können wir eine spannende und erfolgreiche Saison spielen“, betont Huber.