Absturz in Kreisliga: Endet die Talfahrt des FSV Seelbach in einer SG?

Der FSV Seelbach (in Blau, hier gegen Sulz am Ball) ist nur noch Kreisligist.
Wolfgang Künstle- FSV Seelbach stürzt von Landesliga in Kreisliga A ab – zweimal durchgereicht in zwei Jahren.
- Trainer Markus Lach übernahm nach zwölf Spielen und holte neun Punkte in 18 Partien.
- Gründe: schwache Trainingsbeteiligung, Abgänge, Lage im Tal und Verzicht auf monatliche Saläre.
- Verein bietet Fahrtkostenhilfe an, Ziel ist Stabilisierung in der Kreisliga A und mehr Ruhe.
- Gespräche über SG mit SC Kuhbach-Reichenbach laufen, frühester Start wäre im Sommer 2027.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der FSV Seelbach befindet sich im freien Fall. Vergangene Saison noch Landesligist, muss der Traditionsclub aus dem Schuttertal kommende Saison in der Kreisliga A antreten. Der Abstieg aus der Bezirksliga stand in dieser Saison frühzeitig fest. Nur der FV Unterharmersbach hat sich zum Saisonschluss noch hinter dem FSV eingereiht. Durchgereicht nennt man so etwas in der Sportsprache. Eine Spielgemeinschaft soll nun mittelfristig für ein gesundes Fundament sorgen.
Auch Markus Lach, der erfahrene Trainer, der bereits in den Sportruhestand gehen wollte, nun aber seinem Heimatverein seit November 2025 aus der Bredouille zu helfen versucht, konnte an dem sportlichen Niedergang des FSV Seelbach nicht aufhalten. Vor gut einem halben Jahr hatte er spontan den Verein von Christoph Lawicki übernommen, als die Misserfolgsserie auszuufern drohte. Acht Punkte hatte der FSV in zwölf Saisonspielen gehamstert. Nun sind 30 Spiele vorbei – und Lach gelangen nur neun Punkte in 18 Spielen.
Kein „Zauberer“ an der Seitenlinie
„Zaubern kann auch ich nicht“, hatte der 51-Jährige schon vergangenen November bei der Übernahme der Aufgabe gesagt. Das klang nicht sehr optimistisch. „Doch ich hatte mir schon ein bisschen mehr erhofft“, gibt er nun offen zu. Mit der Trainingsbeteiligung zeigt sich Lach nicht zufrieden – was natürlich auch der nun bereits zwei Jahre andauernden Erfolglosigkeit geschuldet sein könnte.
„Es fehlen einfach die Spieler“, sagt der Trainer. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Natürlich hatte der FSV am Wechsel von Aleksander Fries und Philipp Himmelsbach schwer zu knabbern, auch wenn Daniel Weichert, der langjährige Kapitän, der seine Fußballschuhe an den Nagel hängen wollte, reaktiviert wurde.
Zum einen trägt die geografische Lage im Tal dazu bei, dass die Personaldecke dünn ist. Auch die unmittelbaren Nachbargemeinden sind nicht allzu üppig mit Spielern auf Landesliganiveau bestückt. Wenn potenzielle Neuzugänge aus Lahr und Region oder aus dem Kinzigtal kommen, haben sie jeweils ein gutes Stück bis nach Seelbach zu fahren.
Hauptgrund für die Personalnot ist jedoch der Umstand, dass man sich in Seelbach entschieden hatte, auf monatliche Saläre, die andernorts teils schwindelerregende Dimensionen annehmen, zu verzichten. Was einerseits lobenswert erscheint, könnte damals, zu Landesligazeiten, möglicherweise doch ein Kardinalfehler gewesen sein, vermutet Lach. „Damals war es attraktiv, für Seelbach zu spielen. Vielleicht hätte man den einen oder anderen Spieler doch bekommen können“, sagt er. Der Vorsitzende Mike Schnitzler mahnt hingegen: „Es ist ein hohes Risiko. Wenn ein Sponsor abspringt, war es das.“
Somit seien Gespräche mit interessierten Spielern generell nicht einfach, doch inzwischen habe man einen Kompromiss gefunden. Wer knapp bei Kasse sei und für die gefahrenen Kilometer eine Unterstützung brauche, der könne finanzielle Hilfe vom Verein bekommen.
In der Kreisliga A angekommen soll nun die Talfahrt des FSV Seelbach ein Ende finden. „Ich denke, das ist die Klasse, in der wir aktuell gut aufgehoben sind“, sagt Lach. Dort sei es einfacher, Spieler aus der zweiten Mannschaft zu integrieren.
Niemand sagt, dass der FSV nicht Fußball spielen kann. Am letzten Spieltag zog man sich mit einem 1:1 gegen den Tabellenzweiten SV Rust aus der Affäre und das war auch beim 2:5 gegen den FV Sulz zu sehen. Da lief der Ball im Mittelfeld phasenweise ganz gut und wäre der Pfostenschuss reingegangen, wäre vielleicht noch mehr möglich gewesen. Doch so fielen hinten die Tore und die Köpfe gingen wieder einmal viel zu schnell nach unten. In der Kreisliga A soll die Mannschaft, die weitgehend zusammenbleiben wird, nun zur Ruhe kommen und Erfolgserlebnisse feiern.
Potenzieller Partner ebenfalls abgestiegen
Der FSV Seelbach sieht dennoch die Notwendigkeit, sich grundlegende Gedanken über die sportliche Zukunft zu machen. „Wir führen erste Gespräche mit dem SC Kuhbach-Reichenbach“, bestätigte Schnitzler, dem inzwischen klar ist, dass sich auch der FSV nicht dauerhaft gegen den Trend der Spielgemeinschaften wird stemmen können. Daher kann man sich derzeit eine SG mit den Nachbarn vorstellen, die in dieser Saison ebenfalls abgestiegen sind und nun in der Kreisliga B antreten werden.
Noch sei längst nichts entschieden, betont der Vorsitzende. „Es wird mindestens noch ein halbes Jahr dauern, bis wir wissen, ob wir eine Einigung finden.“ Im Moment sei man dabei, sich kennenzulernen und festzustellen, ob man überhaupt Zugang zueinander finde. Natürlich stehe eine Mitgliederbefragung ebenfalls noch an. Bislang verlief das erste Beschnuppern recht vielversprechend und auch die ersten Stimmen von Mitgliedern beider Lager machen Schnitzler Hoffnung. Allerdings kann eine Spielgemeinschaft stets nur zum Beginn einer neuen Saison ihren Spielbetrieb aufnehmen – dies könnte also frühestens im Sommer 2027 der Fall sein.
