Nachfolgefestival Villingen-Schwenningen
: Unternehmensnachfolge steht im Fokus

AnzeigeZur landesweiten Veranstaltung wird für 8. Oktober ab 10 Uhr in die Messehalle eingeladen.
Von
Frank Dieter Engelhardt
Villingen-Schwenningen
Jetzt in der App anhören
Die Mitglieder des Gründergartens Schwarzwald-Baar-Heuberg freuen sich auf viele Gäste.

Die Mitglieder des Gründergartens Schwarzwald-Baar-Heuberg freuen sich auf viele Gäste.

Veranstalter

Beim Nachfolgefestival des Gründergartens Schwarzwald-Baar-Heuberg berichten Unternehmerinnen und Unternehmer über ihre Erfahrungen. Dazu gibt es Workshops und Beratungsinseln. Insgesamt werden 500 Gäste aus ganz Baden-Württemberg erwartet.

Exklusive Anzeigen aus der Printausgabe

  • 20260926_161132_SWOSV_6956685.jpg
  • 20260926_161132_SWOSV_6956126.jpg

Wenn ein Unternehmen in der Region schließt, geht es um mehr als einen einzelnen Betrieb. Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze, Kundenbeziehungen und regionale Wertschöpfung gehen verloren. Jeder Einzelfall ist nachvollziehbar, in der Summe wird Unternehmensnachfolge jedoch zur Zukunftsfrage für unsere gesamte Region.

Häufig wird die Demografie als Hauptursache genannt. Die geburtenstarken Babyboomer gehen in den Ruhestand, die nachfolgenden Generationen seien zu klein, zu risikoavers und zu wenig unternehmerisch geprägt. Doch dieses Bild greift zu kurz.

Interesse an Unternehmertum ist vorhanden

Gleichzeitig wächst eine Generation heran, die wieder Lust auf unternehmerische Verantwortung hat. Strukturwandel und Stellenabbau in Großunternehmen führen dazu, dass immer mehr Fach- und Führungskräfte über den Schritt ins Unternehmertum nachdenken. Das Interesse an Unternehmertum ist also vorhanden. Warum gelingt die Nachfolge dann häufig nicht?

Das Nachfolgefestival setzt auf Kommunikation.

Das Nachfolgefestival setzt auf Kommunikation.

Jigal Fichtner

Bei familieninternen Übergaben geht es häufig um Vertrauen, Kommunikation und den richtigen Zeitpunkt. Bei externen Nachfolgen ist dagegen meist die fehlende Sichtbarkeit das Problem. So bleiben Lebenswerke ohne Zukunftsperspektive, Arbeitsplätze gefährdet und unternehmerische Chancen ungenutzt. Das Problem ist oft nicht der fehlende Nachfolger, sondern die fehlende Begegnung.

Hier stehen die Menschen im Mittelpunkt

Genau hier setzt das landesweite Nachfolgefestival am 8. Oktober ab 10 Uhr in der Messehalle Villingen-Schwenningen an.

Statt theoretischer Vorträge stehen Menschen im Mittelpunkt, die den Nachfolgeprozess selbst erlebt haben. Auf der Bühne berichten Unternehmerinnen und Unternehmer offen über ihre Erfahrungen.

Den Auftakt nach der offiziellen Begrüßung macht Andreas W. Kraut mit dem Familienunternehmen Bizerba. Weitere Einblicke in den familieninternen Generationswechsel geben Carolin Stoz vom Bürospezialisten Streit, Sarah Weisser vom Schwarzwälder Traditionsunternehmen, dem „Haus der 1000 Uhren“, sowie André Freidler, Inhaber von ALB-GOLD und Geschäftsführer der Spaichinger Nudelmacher.

Eine Übergabe an Mitarbeitende ist die zweithäufigste Form der Nachfolge. Ähnlich wie beim Übergang in der Familie spielen hier Vertrauen und Loslassen eine wichtige Rolle. Hinzu kommen die Struktur und die Finanzierung der Übergabe.

Einen ungewöhnlichen Weg beschreitet hier das IT-Unternehmen Iteratec, bei dem die Gründer das Unternehmen schrittweise an eine Mitarbeitergenossenschaft verkaufen. Sebastian Haas berichtet als Aufsichtsratsvorsitzender von den Erfahrungen. Weitere Perspektiven zum Thema Mitarbeiternachfolgen bringen Martin Zepf von MBengineering und Marco Müller von STRUBmedical ein.

Ergänzend bieten acht Workshops und sechs Beratungsinseln Orientierung zu Nachfolgeplanung, Unternehmensbewertung, Finanzierung, Recht und Steuern.

Die Gäste erwartet ein umfangreiches Programm.

Die Gäste erwartet ein umfangreiches Programm.

Jigal Fichtner

Nachfolgeregelung stärkt Zukunft der Region

Die Botschaft des Festivals ist dabei bewusst positiv: Es gibt Wege, Nachfolge aktiv zu gestalten. Und jede gelungene Nachfolge sichert nicht nur ein Unternehmen, sondern stärkt die Zukunftsfähigkeit unserer Region.

Das Nachfolgefestival wird vom Gründergarten Schwarzwald-Baar-Heuberg veranstaltet. Unterstützt wird die Veranstaltung durch die Landeskampagne nachfolge-bw des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg, die Industrie- und Handelskammern Schwarzwald-Baar-Heuberg sowie Hochrhein-Bodensee, die Wirtschaftsjunioren Schwarzwald-Baar-Heuberg, Konstanz-Hegau und Hochrhein, die Handwerkskammer Konstanz sowie zahlreiche weitere Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Beratung.

Dank der Unterstützung engagierter Sponsoren – darunter die Gestalterbank, LFK, R+V Versicherung, Streit und Vitra – ist die Teilnahme für Besucherinnen und Besucher kostenfrei. Erwartet werden bis zu 500 Gäste aus ganz Baden-Württemberg.

Tickets und Programm: www.nachfolgefestival.de