Helios-Arena: Basis für packende Eishockey-Partien

Architekt Uwe Schlenker (rechts) und Oberbürgermeister Jürgen Roth erläuterten während der Bauphase die Pläne.
Heinz Wittmann„Alles ist planmäßig fertig geworden und im Termin- und Kostenplan geblieben“, blickt der verantwortliche Architekt Uwe Schlenker mit Stolz auf das Gelingen des Großprojekts zurück. „Allen Handwerkern und auch den zuständigen Ingenieurbüros gebührt großes Lob“, so Schlenker.
Gleich nach dem Saisonaus der Wild Wings im Play-off-Viertelfinale gegen Köln am 31. März hatten die Arbeiten an der Sanierung der Betonpiste der Helios-Arena begonnen. Die Stadt Villingen-Schwenningen stellte hierfür 3,4 Millionen Euro zur Verfügung. Die Piste hatte sich altersbedingt infolge von Frost im Boden angehoben und Risse aufgewiesen. „Die Piste hätte man für die neue Saison nicht mehr in Betrieb nehmen können“, so Architekt Schlenker.
Gregor Gülpen, Geschäftsführer der Kunsteisbahn GmbH, und Oberbürgermeister Jürgen Roth durften sich nach rund einem halben Jahr Bauzeit freuen, dass alles so reibungslos geklappt hat. Der sportliche Start der Wild Wings in die DEL-Saison verlief indes nicht wunschgemäß: Zum Auftakt am 18. September mussten die Wild Wings trotz frischer Piste und bestens präpariertem Eis eine 0:5-Niederlage gegen die Löwen Frankfurt einstecken. Bei den Schwänen ist also noch Luft nach oben.

Die Betonpiste in der Helios-Arena wurde erfolgreich erneuert.
Heinz WittmannDie Wild Wings hatten zwar in Schwenningen auf Bahn zwei trainieren können, mussten aber alle ihre Testspiele auswärts austragen. Das traditionelle erste offizielle Eistraining, das in Schwenningen jeweils Tausende Fans anzieht, musste ausfallen. Nachdem das Eis auf Bahn eins abgetaut worden war, wurde die Betonpiste in nicht einmal zwei Wochen in Stücke geschnitten und zerkleinert. Das Resultat war ein acht Meter hoher, 1300 Kubikmeter großer Schotterberg auf dem Spielerparkplatz. Zirka zwei Drittel des Schotters konnten für die neue Betonpiste wiederverwertet werden.

144 Guss-Rammpfähle wurden in den Boden der Helios-Arena gerammt. Foto: Heinz Wittmann
Heinz WittmannEs wurden 144 Guss-Rammpfähle acht Meter tief in den Boden gerammt. Die Pfähle stehen im Abstand von vier Metern. Damit künftig der Boden unter der Eisbahn nicht friert, wurde die Spielfläche mit einer Unterfrierheizung ausgestattet. Mit entsprechender Dämmung wird die Permafrostproblematik so dauerhaft gelöst. Die 22 Zentimeter starke Bodenplatte ist nicht nur mit einer Unterfrierheizung (sie funktioniert ähnlich wie eine Fußbodenheizung), sondern auch mit einer Dampfsperre (Abdichtung) versehen.
In der Betonpiste mit Stahlverrohrung für Kältemittel wird Glykol anstelle des für den Menschen gefährlichen Ammoniaks verwendet. Zwar werde man auch künftig nicht ganz auf das giftige Gas verzichten können, „aber selbst bei einem Defekt würde dadurch kein Besucher gefährdet“, stellt der Oberbürgermeister klar. Im schlimmsten Fall würde Ammoniak lediglich im Maschinenraum austreten können.

Pünktlich am 18. September konnte der Puck auf dem frisch zubereiteten Eis der Helios-Arena fallen. Die Wild Wings unterlagen allerdings den Löwen Frankfurt mit 0:5.
Heinz WittmannEin Stahlrohr ist 60 Meter lang; insgesamt 325 Stahlrohre wurden verbaut. Das ergibt eine Gesamtlänge von 20 Kilometern – und ist somit 100-mal länger als ein Eishockeyfeld (zirka 60 Meter). Insgesamt wurden für die neue Betonpiste rund 835 Kubikmeter Stahlbeton verbaut, was einem Gewicht von 2000 Tonnen entspricht. Die Eisqualität wird mit der nun ebenen Piste eine ganz andere sein als noch zum Ende der vergangenen Spielzeit.
Mit der Kühlung der Betonpiste wurde am Mittwoch, 2. September, begonnen. Die Eisaufbereitung startete am Montag, 7. September. Schließlich wurde Schicht für Schicht das Wasser aufgetragen und das neue Eis gemacht. Am 18. September war alles fertig. Auch die neue flexible Bande, die nun über Plexiglas und nicht mehr über Echtglas verfügt, wurde rechtzeitig installiert.

Benjamin Breuer freute sich über die neue Solaranlage auf dem Dach der Helios-Arena.
Heinz WittmannDie Schwenninger Fans können also wieder zu ihrem geliebten Eishockey mit den Wild Wings pilgern. Das tun sie auch – selbst wenn die Leistungen der Wildschwäne in der Vergangenheit immer mal wieder schwankend waren. Zu den 29 Spielen der Wildschwäne kamen in der abgelaufenen Saison 139.957 Zuschauer. Das macht einen Schnitt von 4826 Fans in der 5100 Zuschauer fassenden Helios-Arena. Mehrfach war das Stadion komplett ausverkauft. Auf die Treue ihrer Anhänger können die Wild Wings immer zählen.

Ein 1300 Kubikmeter großer Schotterberg türmte sich während der Bauarbeiten auf dem Spielerparkplatz hinter der Helios-Arena.
Heinz WittmannDie neue große Solaranlage auf dem Dach der Helios-Arena ging parallel zur Pistensanierung in Betrieb. Mit den 300 Kilowatt-Peak kann laut dem Technischen Leiter der KEB, Benjamin Breuer, der gesamte Jahresbedarf an Strom für die Helios-Arena in Höhe von zwei Millionen Kilowattstunden abgedeckt werden. Die 260 Kilowatt-Peak der alten Anlage werden künftig in das Stromnetz eingespeist.