So gesund
: Achtsam sein beim Einkauf

AnzeigeDer WWF prüft deutsche Fischtheken: Nur jedes vierte Produkt gilt danach als empfehlenswert, knapp ein Viertel steht auf der Roten Liste gefährdeter Meeresbewohner. Wie nachhaltig ist Ihr Lieblingsfisch?
Von
Thomas Kroll,
Thomas Kroll, red/dpa-tmn
Ortenaukreis
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Lediglich 27 Prozent der untersuchten Fischprodukte in deutschen Supermärkten schnitten als empfehlenswert ab.

Lediglich 27 Prozent der untersuchten Fischprodukte in deutschen Supermärkten schnitten als empfehlenswert ab.

Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Die Entscheidung, welchen Fisch man aus Nachhaltigkeitssicht noch essen kann, ist gar nicht so einfach. Oder haben Sie beim Einkauf tatsächlich den Fischratgeber im Kopf? Achten Sie auf Siegel? Oder reichen Ihnen aufgedruckte Werbeversprechen à la „aus kontrolliertem Fang“ oder „nachhaltigem Fang“?

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Der WWF wollte wissen, wie ökologisch verträglich der Fisch in deutschen Supermarkt-Theken ist. Dazu bewertete die Naturschutzorganisation 1519 Produkte aus dem Fisch- und Seafood-Sortiment der bedeutendsten Handelsketten auf Basis der Verpackungsinfos.

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Die Ergebnisse des Marktchecks: „Es sind mehr zertifizierte Fischprodukte und weniger problematische Produkte als früher in den Kühltruhen und Regalen verfügbar und viele Händler deklarieren heute vollständiger und transparenter als vor einigen Jahren“, nennt Mark Heuer, Experte für Fischerei und Seafood beim WWF Deutschland, ein positives Ergebnis. Allerdings: Noch immer wird Fisch laut WWF angeboten, der aus überfischten Beständen stammt oder mit umweltbelastenden Methoden gefangen wird, die viel Beifang produzieren oder Lebensräume am Meeresboden zerstören. Häufig sei das bei Grundschleppnetzen der Fall. Jedes vierte Produkt (27 Prozent) ist empfehlenswert. Knapp ein Viertel (22 Prozent) der Seafood-Produkte steht auf der Roten Liste. Knapp die Hälfte (51 Prozent) sind aus Nachhaltigkeitsperspektive nur zweite Wahl, weil Fangregion oder -methode nicht optimal sind.

Fünf Produkte dominieren das Seafood-Sortiment

Mit Alaska-Seelachs, Hering, Makrele, Lachs und Garnelen dominieren fünf Fisch- und Seafood-Produkte das Sortiment. Die Chance, dabei auf einen „Fisch mit gutem Gewissen“ zu treffen, ist laut Mark Heuer unterschiedlich.

Makrele: Makrelenprodukte stammten zu rund 92 Prozent aus Quellen, die der WWF als kritisch einstuft.

Kabeljau: Rund drei Viertel der verfügbaren Produkte stuft der WWF als kritisch ein.

Sardelle, Sardinen und Hering: Jeweils die Hälfte der Produkte sind empfehlenswert, weil sie aus unproblematischen Quellen stammen.

Alaska-Seelachs: „Wer häufig zu Fischstäbchen und Schlemmerfilet greift, wird wohl keine kritischen Produkte im Einkaufskorb haben“, sagt Heuer. Denn der dafür verwendete Alaska-Seelachs sei in der Stichprobe nach dem WWF-Ampelsystem ausschließlich gelb oder grün bewertet.

Karpfen: Der Fisch mit einwandfreier Umweltbilanz, dessen Zucht in Deutschland regional verankert ist, war nur mit einem einzigen Produkt in der Stichprobe vertreten.

Tipp des WWF: Verbreitete Zertifizierungen wie ASC und MSC bieten einen ersten Überblick und sichern Mindeststandards.

Doch es geht noch besser: „Wer sich an glaubwürdigen Zertifizierungen orientiert und gleichzeitig Fisch aus Grundschleppnetzfischerei meidet, trifft eine gute Wahl“, rät Mark Heuer. Diese Kombination schließe das Gros der Fischprodukte von der Roten Liste zuverlässig aus.

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