Vereinsvorstellung
: Abstieg ist für FSV Seelbach mehr Segen als Fluch

AnzeigeIn der abgelaufenen Saison war früh klar, dass der Weg des FSV in die Kreisliga A führen wird. Von einer Katastrophe spricht man im Tal allerdings nicht.
Von
Janosch Lübke
Seelbach
Jetzt in der App anhören
Der FSV Seelbach (in Blau, hier gegen Oberschopfheim) sieht sich nun in der richtigen Liga angekommen.

Der FSV Seelbach (in Blau, hier gegen Oberschopfheim) sieht sich nun in der richtigen Liga angekommen.

Horst Künstle

Der FSV Seelbach ist in die Kreisliga A abgestiegen. Die Fußballer aus dem Schuttertal spielten vor zwei Jahren noch in der Landesliga und wurden dann durchgereicht. „Für uns ist die Kreisliga A ein Segen“, merkt Trainer Markus Lach allerdings überraschend an. „Ich glaube, für den größten Teil der Spieler wird es ein Segen sein.“ Im November vergangenen Jahres hatte er den strauchelnden Bezirksligisten übernommen, konnte den tiefen Fall jedoch nicht stoppen.

Exklusive Anzeigen aus der Printausgabe

  • 20260728_145686_L_6949898LZ.jpg
  • 20260728_145686_L_6950678LZ.jpg
  • 20260728_145686_L_6951013LZ.jpg
  • 20260728_145686_L_6951234LZ.jpg

„Nun sind wir in der richtigen Klasse“, sagt Lach. „Und auch hier wird Fußball gespielt.“ Mit aller Macht habe man versucht, doch noch die Klasse zu halten. „Doch man muss der Realität ins Auge sehen – der Kader war einfach zu dünn und es fehlte auch ein bisschen die Qualität“, gesteht der Trainer ein. Oft sei man 60 Minuten ebenbürtig gewesen, doch am Ende hätten regelmäßig die Kräfte nachgelassen. „Wenn nur elf bis zwölf Leute in der Mannschaft sind, dann wissen die halt, dass sie auch spielen, wenn sie nicht trainieren“, erklärt Lach. Am Ende fehlte dann die Kraft.

Exklusive Anzeigen aus der Printausgabe

  • 20260728_145686_L_6951313LZ.jpg
  • 20260728_145686_L_6951249LZ.jpg

Wichtig sei nun in der Kreisliga A, den Kampf besser anzunehmen und es nicht nur mit Schönspielen zu versuchen. „Hier wird mancher Zweikampf doch ein bisschen anders geführt“, sagt der Übungsleiter. Über Ziele wolle er noch überhaupt nicht nachdenken. Ankommen und Fuß fassen sei die Parole. Ein Platz im Mittelfeld könnte möglich sein und an einen direkten Wiederaufstieg zu denken, sei absurd. „Wir müssen die Kirche auch im Dorf lassen“, betont Lach. Der freie Fall sollte nun zu stoppen sein. „Und wir haben die Möglichkeit, mehr zu jonglieren und mal einen Spieler aus der zweiten Mannschaft zu integrieren, wofür in der Bezirksliga der Schritt zu groß war.“

Markus Lach ist seit November FSV-Coach.

Markus Lach ist seit November FSV-Coach.

Horst Künstle

Mit etwas mehr Erfolg auf dem Rasen werde auch der Funke im Verein wieder überspringen, glaubt der 51-Jährige. „Man merkt, dass viele im Verein mit gesenktem Kopf herumlaufen. Doch sie merken, dass etwa passiert und dass es einen Neuanfang gibt“, hat Lach beobachtet. Dieser spiegelt sich auch im Kader wider. Maliq Berisha wechselte bereits in der Winterpause zur TGB Lahr. Nils Liebherr und Daniel Schmieder zog es zurück zum FV Sulz und David Krumm wechselte zum SV Rust.

Daniel Weichert, der nach seinem Laufbahnende noch einmal ausgeholfen hatte, hängt nun erneut seine Fußballschuhe an den Nagel, womit sich mit den beiden Letztgenannten die Innenverteidigung in Wohlgefallen aufgelöst hat. „Das sind erfahrene Spieler, die aber nur selten gemeinsam trainieren konnten“, sagt Lach, der künftig auch auf Jonas Aumann (zur SG Nonnenweier/Allmannsweier) und Lukas Lehmann (Auszeit) verzichten muss.

Frischer Wind kommt aus dem Nachwuchsbereich, beispielsweise mit Silas Gabbert, der gemeinsam mit Marvin Thrams (vom SV Niederschopfheim) künftig die Innenverteidigung übernehmen soll. „Das sind zwei ganz junge Spieler. Es ist logisch, dass sie noch Fehler machen werden“, sagt Lach vorsorglich. Sein eigener Sohn Joel geht den Sprung in die Erwachsenenmannschaft zusammen mit Justin Himmelsbach und Torwart Colin Schnurr. Maurice Haist wechselte aus Rust ins Schuttertal und Emilio Schindel vom SC Kuhbach-Reichenbach. Neuzugang Moreno Bologna, Hoffnungsträger in der Offensive, zog sich gleich nach zwei Wochen Training einen Muskelbündelriss zu und wird – nach Lachs Einschätzung – wohl gleich ein Vierteljahr fehlen. Bleibt Robin Eble für die Offensive, der studienbedingt unter der Woche in Stuttgart lebt. An Training ist folglich nicht zu denken.

Test gegen TGB Lahr spiegelt nicht die Stärke der neuen Konkurrenz wider

Damit hat sich die Mannschaft deutlich verjüngt. Einiges an Erfahrung wurde verloren. „Das Grundgerüst steht trotzdem“, sagt Lach zuversichtlich.

Die ersten Erkenntnisse aus der Vorbereitung stimmen ihn positiv. „Wir haben gegen die TGB Lahr gespielt und gegen den FC Ottenheim. Da sind schon Welten dazwischen“, so Lach. „So spielstarke Mannschaften wie die TGB werden wir in dieser Saison kaum haben“, ist er sich sicher.

Aktuell zeigt der Übungsleiter sich einigermaßen zufrieden. „Die Spieler kommen ins Training. Das habe ich in der Bezirksliga ein bisschen vermisst. Der eine oder andere wusste, dass er sowieso spielt, weil er die Qualität hat“, erinnert sich der Coach.

Das jüngste 2:2 gegen die SG Nonnenweier/Allmannsweier sieht Lach als Warnung. „Die Leistung wird nicht reichen, wenn es in drei Wochen losgeht“, prognostiziert er. Doch wenn er die Ergebnisse durchschaut, stellt er fest: „Anderen Mannschaften geht es derzeit noch genauso.“