Holzfällermeisterschaften in Schuttertal
: Klassentreffen mit Axt, Säge und Steigeisen

AnzeigeBei den Holzfällermeisterschaften in Schuttertal fliegen am Samstag und Sonntag, 1. und 2. August, wieder die Sägespäne – es geht um den Titel des Europameisters. Beim Feierabendhock am Montag kann das Ganze Revue passieren lassen werden.
Von
Thomas Kroll
Schuttertal
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Lokalmatador Stefan Zehnle (hier an der Einmannsäge) wird auch in diesem Jahr in Schuttertal an den Start gehen. Für den Finalwettbewerb am Sonntag ist er bereits qualifiziert.

Lokalmatador Stefan Zehnle (hier an der Einmannsäge) wird auch in diesem Jahr in Schuttertal an den Start gehen. Für den Finalwettbewerb am Sonntag ist er bereits qualifiziert.

Axel Dach

Im Rahmen des Eurojack haben bereits Wettbewerbe in Österreich und Tschechien stattgefunden. Das große Finale wartet nun auf dem Eichberg in Schuttertal. Bis zum Redaktionsschluss waren insgesamt 65 Sportlerinnen und Sportler aus den Ländern Tschechien, Schweiz, Frankreich, Belgien, Österreich, Deutschland und den Niederlanden für den Wettbewerb angemeldet. Zehn Holzfäller sind aus den vorherigen Wettbewerben bereits für Sonntag gesetzt. Dies bedeutet, dass sich die Top 10 vom Samstag für den Sonntag qualifizieren.

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Die Lokalmatadoren Tim Brucker und Sven Bauer müssen am Samstag in die Qualifikation und bei diesem großen, hochkarätigen Teilnehmerfeld eine starke Leistung zeigen, um sich für Sonntag zu qualifizieren. Stefan Zehnle ist nach den bisherigen Wettbewerben in den Top 10 und damit automatisch für den Sonntag qualifiziert.

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Die Disziplinen des Eurojack-Wettkampfes setzten sich aus den drei festgesetzten Qualifikationsdisziplinen Liegend schroten, Motorsäge fliegende Scheiben und Einmannzugsäge sowie, je nach Veranstalter, drei bis vier Auswahldisziplinen zusammen. Bei den meisten Disziplinen wird die Zeit mittels Buzzer vom Wettkämpfer selbst genommen. Auf die folgenden Disziplinen dürfen sich die Besucher am Samstag freuen:

Motorsäge – Scheiben stapeln: Ähnlich wie bei der Qualifikationsdisziplin „fliegende Scheiben“ werden von einem frei auf dem Boden stehenden Stamm mit einem Durchmesser von 18 Zentimetern und einer Länge von einem Meter mit der Motorsäge 20 Scheiben abgesägt. Diese Scheiben („stacking disc“) müssen aber aufeinandergestapelt auf dem Stamm liegenbleiben, was sehr viel Fingerspitzengefühl verlangt. Der Holzfäller ist für die Anzahl der zu sägenden Scheiben selbst verantwortlich. Es darf beim Sägen kein Körperkontakt, jeglicher Art, zum Stamm hergestellt werden.

Bei dieser Disziplin müssen Scheiben mit einem vorher festgelegten Durchmesser vom Stamm abgetrennt werden.

Bei dieser Disziplin müssen Scheiben mit einem vorher festgelegten Durchmesser vom Stamm abgetrennt werden.

RSV Schuttertal

Klettern I (zehn Meter): Der Wettkämpfer muss an einem rund zwölf Meter hohen Stamm mit Steigeisen emporklettern und die Glocke, die auf zehn Metern Höhe angebracht ist, anschlagen. Der Sportler wird mittels Sicherheitsgurt und Sicherungsseil von einem Partner gesichert. Beim Start muss ein Körperteil den Boden berühren. Der Wettkämpfer schlägt die Uhr selbst an. Diese wird vom Schiedsrichter gestoppt, sobald der Wettkämpfer wieder den Boden berührt.

Liegend Schroten: Der in einer Halterung verankerte Stamm muss vom Wettkämpfer mit der Axt durchtrennt werden. Der deutsche Fachbegriff dazu ist „schroten“. International ist diese Disziplin als „underhand chop“ bekannt. Dazu steht der Athlet auf dem Stamm, die Standfläche wird in der Vorbereitungszeit hergerichtet.

Einmannzugsäge: Von einem waagrecht befestigten Stamm mit einem Durchmesser von 40 Zentimetern ist mit der „Single Saw“ eine Scheibe abzusägen. Der Sportler muss darauf achten, dass kein Keil entsteht. Die Säge darf zu Beginn mit einem Bogenmaß von 23 Zentimetern in einem drei Zentimeter tiefen Anschnitt angesetzt werden. Schmierstoff und Keil dürfen durch einen Helfer benutzt werden.

Motorsäge – fliegende Scheiben: Von einem frei auf dem Boden stehenden Stamm mit 18 Zentimetern Durchmesser und einem Meter Länge werden mit der Motorsäge 20 Scheiben abgesägt. Diese „flying discs“ werden nur gewertet, wenn es komplette Scheiben sind, keine Keile. Der Holzfäller ist für die Anzahl der zu sägenden Scheiben selbst verantwortlich. Es darf beim Sägen kein Körperkontakt jeglicher Art zum Stamm hergestellt werden. Am Samstag findet im Anschluss an die Qualifikationen noch ein „Hot-Saw-Wettkampf“ mit Motorsägen mit einer Leistung von bis zu 70 PS statt. Ab 21 Uhr lockt die große Holzfällerparty mit DJ Jojo und erfrischenden Sommercocktails an der Holzfäller-Bar. An beiden Tagen wartet auf die Gäste neben der großen Wettkampfbühne zudem eine Forstausstellung.

Der Sonntag startet um 11 Uhr mit einem Frühschoppenkonzert. Ab 13.30 Uhr erwarten die Zuschauer sportliche Höchstleistungen in insgesamt sechs actionreichen Disziplinen. Liegend schroten, Motorsäge – fliegende Scheiben und Einmannzugsäge haben die Besucher bereits am Vortag kennenlernen dürfen. Am Sonntag gesellen sich vier weitere Disziplinen hinzu.

Kombination Motorsäge – Axt (Scheiben sägen und stehend schroten): Der Stamm ist auf einer 60 Zentimeter hohen Konsole befestigt und wird vor Beginn der Disziplin auf Schulterhöhe des Teilnehmers abgeschnitten. Im oberen Bereich sind fünf ganze Scheiben mit der Motorsäge abzuschneiden. Danach ist der übrige Stamm mit der Axt „durchzuschroten“.

Beim „Springboard“ handelt es sich um eine der spektakulärsten Disziplinen des Eurojack-Wettkampfes.

Beim „Springboard“ handelt es sich um eine der spektakulärsten Disziplinen des Eurojack-Wettkampfes.

RSV Schuttertal

Springboard: Der Wettkämpfer hat an einem 1,70 Meter hohen Baumstamm mit der Axt eine Kerbe („Poket“) zu schlagen, in welche ein Trittbrett, das sogenannte „Springboard“, eingesteckt wird. Auf diesem Brett stehend, schlägt er das zweite Poket und steckt das zweite Springboard ein. Anschließend muss, auf dem zweiten Brett stehend, der 75 Zentimeter lange und 27 Zentimeter dicke Baumstamm, der auf den Hauptstamm aufgesetzt ist, mit der Axt durchtrennt werden. Die Zeit wird vom Wettkämpfer gestartet und vom Zeitnehmer gestoppt, sobald der „abgeschrotete“ Stamm auf den Boden fällt.

Kombination (Treetoping, zehn Meter): An einem stehenden Stamm muss mit Steigeisen emporgeklettert und auf zehn Metern Höhe am Querholz mit der Handsäge eine vollständige Scheibe innerhalb des äußersten Farbrings abgesägt werden. Der Sportler wird mittels Sicherheitsgurt und Sicherungsseil von einem Partner oder Trainer gesichert. Beim Start muss ein Körperteil den Boden berühren. Der Wettkämpfer schlägt die Uhr selbst an. Die Uhr wird vom Schiedsrichter gestoppt, sobald der Wettkämpfer wieder den Boden berührt.

Stehend Schroten: Der Stamm ist stehend in einer Vorrichtung befestigt und muss vom Wettkämpfer so schnell wie möglich mit der Axt durchgeschrotet werden. International ist dieser Wettbewerb bekannt als „Standing Block Chop“. Am Montag können sich die Besucher beim Jedermann-Holzfäller-Wettkampf miteinander messen oder die Geselligkeit beim Schleppertreffen genießen. Den Ausklang des Events bildet ab 18 Uhr der Feierabendhock mit „Spirits & Music“.

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