Maulburg – ein Ort im Wandel: Die Gemeinde Maulburg stellt sich vor

Hauptstraße in Maulburg.
Harald PflügerMaulburg hat sich in einer überschaubaren Zeitspanne von einem ländlich geprägten Ort zu einem bedeutenden Industriestandort mit rund 4300 Einwohnern entwickelt. Einst dominierten Landwirtschaft und kleine Handwerksbetriebe das mittlere Wiesental. Heute prägen international bekannte Unternehmen das Ortsbild, ohne dass die Gemeinde ihre dörfliche Atmosphäre verloren hat.
Doch der wirtschaftliche Aufschwung (im Wiesental) hat auch eine Kehrseite: Die Bundesstraße 317 und viel befahrene Verkehrsachsen im Ort selbst sorgen für eine spürbare Verkehrs- und Lärmbelastung. Die Gemeinde hat auf diese Belastung mit Mobilitätskonzepten und einem Lärmschutzplan reagiert.
Familienfreundlich
Dass Maulburg, an dessen Spitze seit 2024 Bürgermeisterin Jessica Lang steht, eine familienfreundliche Gemeinde ist, zeigen die Investitionen in Kinderbetreuungseinrichtungen sowie den Bildungs- und Betreuungscampus mit Gemeinschaftsschule und Mensa. Da es sich um eine Gemeinschaftsschule handelt, wird dort auch auf dem erweiterten Niveau unterrichtet. Wer nach der zehnten Klasse das Abitur machen möchte, kann mit den entsprechenden Noten nahtlos an ein allgemeinbildendes oder berufliches Gymnasium in der Region wechseln. Die Nachbarstädte sind mit dem öffentlichen Personennahverkehr innerhalb kurzer Zeit zu erreichen. Außerdem gibt es mit der Helen-Keller Schule[ eine Bildungsstätte für körperbehinderte und geistig behinderte Kinder.

Die gute Stube Maulburgs ist die Alemannenhalle.
Harald PflügerFür die Deckung des täglichen Bedarfs sorgen Geschäfte. Auch einen Wochenmarkt gibt es. Das kulturelle und sportliche Leben in Maulburg ist vielseitig. Die Alemannenhalle, das Hallenbad, das Dorfstübli, zahlreiche Vereine und die reizvolle Lage im Wiesental bieten einen hohen Freizeitwert für Jung und Alt. Darüber hinaus laden ein Fitnessparcours und Spazierwege, unter anderem einer entlang der Wiese, zur Bewegung an frischer Luft ein.
Innenentwicklung
Um Lebensqualität und Gewerbewachstum in Einklang zu bringen, tut Maulburg einiges. Die Gemeinde setzt konsequent auf das Prinzip „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“, um wertvolle Freiflächen zu schonen. Auf den Teilen eines früheren Gewerbeareals beispielsweise entstehen durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 73, teils barrierefreien Wohnungen. Um die Belastung durch die viel befahrene Bundesstraße 317 und den innerörtlichen Verkehr zu senken, geht die Gemeinde das Thema Lärmschutz im Verbund mit dem Klimaschutz an. Der geförderte Aktionsplan für Mobilität, Klima- und Lärmschutz sieht unter anderem Tempo 30 auf den Hauptverkehrsstraßen vor.
Durch die B 317 ist Maulburg an Schopfheim und Lörrach angebunden und durch die L 139 (Adelhauser Straße) an Rheinfelden. Zudem verläuft der Wiesental-Radweg durch den Ort.
Maulburg 2040
In der Bürgerbeteiligung „Strategie Maulburg 2040“ wünschten sich die Einwohner vor allem bezahlbaren Wohnraum, attraktive Ortsmitten, Maßnahmen zum Klima- und Lärmschutz sowie sichere Schulwege sowie den Ausbau regionaler Mobilitätsangebote, etwa den Radweg nach Adelhausen. Architektonisch spiegelt Maulburg den spannenden Kontrast zwischen seiner historischen Vergangenheit als markgräfliches Dorf und der Entwicklung zur modernen Industriegemeinde wider. Auch moderne Architektur ist vertreten. Ein bekanntes architektonisches Objekt im Ort ist die Aussegnungshalle, die sich durch eine klare Formensprache auszeichnet.
Besonderheit
Venedig hat seine Brücken, Amsterdam seine Grachten – und Maulburg? Hat seine Gässchen. Die schmalen Verbindungswege sind ein Relikt aus der Zeit, als Maulburg noch ein bäuerliches Dorf war. Sie werden noch heute gerne als Abkürzung genutzt. So erspart man sich die Umwege entlang der großen Straßen.

Eine Besonderheit Maulburgs sind die Gässchen.
Harald Pflüger1200-Jahrfeier
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Maulburg im Jahr 786 in einer Schenkungsurkunde im Kloster St. Gallen als „Murperch“. Allerdings ist Maulburg wesentlich älter, wie steinzeitliche Bodenfunde belegen. Im Jahr 1986 erinnerte Maulburg mit einem historischen Umzug und einer Festschrift an die erste urkundliche Erwähnung vor 1200 Jahren.
Partnerschaft
Seit 1981 Maulburg mit der französischen Gemeinde St. Loup-sur-Semouse verschwistert. Die Partnerschaftsurkunde unterzeichneten damals die Bürgermeister Ernst Schwald (Maulburg) und André Masson (St. Loup). Vermittelt wurde diese Partnerschaft durch den Bad Säckinger Oberstudienrat Josef Haas.
Persönlichkeiten
Zu den Ehrenbürgern Maulburgs gehören der Dichter und Maler Hermann Burte (eigentlich Hermann Strübe), der wegen seines politischen Engagements im Nationalsozialismus allerdings umstritten ist, sein Bruder, der Maler Adolf Strübe, der Unternehmer Georg Endress, Mitbegründer der Endress+Hauser-Gruppe, sowie Karl und Ayhan Busch, die Gründer von Busch Vakuum Solutions.


