Infrastruktur im Dreiländereck: Das medizinische Netz der Region

Das Zentrum für seelische Gesundheit (rechts), im Hintergrund das neue Dreiland-Klinikum.
Veronika ZettlerWer im Dreiländereck lebt, denkt eher in Versorgungsräumen als in Verwaltungsgrenzen. Das macht die Region auch in Sachen Gesundheit zu einem der interessantesten Gebiete im Südwesten – zumal sich eine vielfältige Kliniklandschaft gerade neu ordnet.
677 Betten, elf Operationssäle
Am Stadtrand von Lörrach ist mit dem neuen Dreiland-Klinikum das Zentrum dieser Umstrukturierung in die Höhe gewachsen. Wenn es nach jahrelanger Bauzeit und einer auf 513 Millionen Euro gestiegenen Investitionssumme voraussichtlich im Frühjahr 2027 seinen Betrieb aufnimmt, werden die drei früheren Kreiskrankenhäuser und das ebenso traditionsreiche Elisabethen-Krankenhaus in einem einzigen Klinikum aufgegangen sein.
Zentrum für seelische Gesundheit
677 Betten, elf Operationssäle, dazu das Zentrum für seelische Gesundheit, das bereits eröffnet wurde: Das ist ein Strukturwandel, den in dieser Dimension wenige Regionen durchlaufen – oder, wie es die Klinikverwaltung selbst formuliert: „eines der anspruchsvollsten Transformationsprojekte im deutschen Gesundheitswesen“. Für die Menschen im Landkreis Lörrach bedeutet das spezialisierte Medizin unter einem Dach und innerhalb dieser Strukturen kurze Wege – aber auch den Abschied von vertrauten und je nach Wohnort näher gelegenen Häusern, die Generationen von Patienten begleitet haben.
Prävention und Wahlrecht
Das Dreiland-Klinikum ist indes ein Knotenpunkt in einem weitverzweigten medizinischen Netz, in dem es sich – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen – für Patienten auszukennen lohnt. Haus- und Facharztpraxen, medizinische Versorgungszentren, Akutkliniken, Pflegeangebote sowie Kur- und Rehabilitationshäuser übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Spezialisierte Fachkliniken haben sich etwa auf Schmerztherapien oder ganzheitliche Heilansätze fokussiert. Unterdessen verfolgen die vielen regionalen Kur- und Rehakliniken die Aufgabe, Patienten zu Mobilität, Belastbarkeit und Selbstständigkeit zurückzuverhelfen, ob nach Operationen, schweren Erkrankungen oder bei chronischen Beschwerden, ob mit kardiologischen, orthopädischen, psychosomatischen oder pneumologischen Schwerpunkten.
Mitunter geht es auch um Entschleunigung und gezielten Wiederaufbau – oft in landschaftlich exponierter Lage, die den Genesungsprozess unterstützen soll. Gerade im Markgräflerland und im Schwarzwald haben sie teils eine lange Tradition und gewinnen angesichts einer älter werdenden Gesellschaft sowie einer steigenden Zahl stressbedingter Erkrankungen weiter an Bedeutung. Zudem etablieren immer mehr Häuser ambulante und stationäre Präventionsprogramme, um Erkrankungen zu verhindern. Wichtig für Patienten: Bei einer medizinischen Reha besteht ein gesetzlich verankertes Wunsch- und Wahlrecht. Versicherte können bei der Antragstellung eine oder mehrere Wunschkliniken angeben. Ob diesem Wunsch entsprochen wird, entscheidet allerdings der zuständige Kostenträger.

Am Stadtrand von Lörrach ist das neue Dreiland-Klinikum in die Höhe gewachsen.
Veronika ZettlerUnd dann ist da noch die Schweiz, deren medizinische Infrastruktur gemeinhin als eine der besten gilt. Hochschulmedizinische und spezialisierte Angebote in und um Basel gehören für viele Menschen in der Grenzregion zum erweiterten Versorgungsraum – etwa bei komplexen Behandlungen, seltenen Erkrankungen, in der Onkologie oder bei einer ärztlichen Zweitmeinung. Wie und unter welchen Voraussetzungen Patienten aus Deutschland dort behandelt werden können, hängt jedoch vom Einzelfall ab – vom Versicherungsstatus, von medizinischen Fragestellungen und von Fragen der Kostenübernahme. Weiterführende Informationen dazu gibt es im Internet unter www.dvka.de und unter www.trisan.org.